Deutschlands Automarkt hat im Oktober 2026 einen moderaten Zuwachs verzeichnet.
254.492 neue Pkw wurden zugelassen, 1,7 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Hinter dieser vergleichsweise überschaubaren Steigerung verbirgt sich allerdings eine deutliche Verschiebung: Während die privaten Neuzulassungen um 20,6 Prozent nach oben kletterten, gingen die gewerblichen Zulassungen um 8,2 Prozent zurück.
Der private Anteil erreichte damit 40,7 Prozent. Das Neuwagengeschäft wird also zunehmend von Privatkunden getragen, während Unternehmen und Flottenbetreiber im Oktober auf die Bremse traten.
Noch deutlicher fällt der Wandel bei den Antriebsarten aus: Batterieelektrische Fahrzeuge legten um fast 80 Prozent zu und kamen auf einen Marktanteil von 37 Prozent.
Oktober 2026 im Überblick
| Kennzahl | Oktober 2026 | Veränderung |
|---|---|---|
| Pkw-Neuzulassungen | 254.492 | +1,7 % |
| Private Zulassungen | Anteil 40,7 % | +20,6 % |
| Gewerbliche Zulassungen | Anteil 59,3 % | -8,2 % |
| Elektroautos (BEV) | 94.086 | +79,5 % |
| Hybride insgesamt | 95.931 | -5,6 % |
| Plug-in-Hybride | 28.499 | -7,9 % |
| Benziner | 38.516 | -40,5 % |
| Diesel | 23.882 | -21,6 % |
| Flüssiggas | 2.065 | +121,6 % |
| Durchschnittlicher CO₂-Ausstoß | 79,4 g/km | -21,1 % |
| Alle Kfz-Neuzulassungen | 304.375 | +3,6 % |
| Kfz-Anhänger | 20.997 | -1,6 % |
Privatkunden übernehmen mehr Verantwortung
Das Wachstum des Pkw-Marktes geht im Oktober ganz wesentlich auf das Konto privater Käufer. Mit einem Plus von 20,6 Prozent entwickelten sich deren Neuzulassungen deutlich dynamischer als der Gesamtmarkt. Ihr Anteil lag bei 40,7 Prozent.
Die gewerblichen Zulassungen, die weiterhin den größeren Teil des Marktes ausmachen, sanken dagegen um 8,2 Prozent. Das ist eine bemerkenswerte Gegenbewegung: Der Markt wächst, obwohl ein wichtiger traditioneller Absatzkanal deutlich nachgibt.
Verteilung der Pkw-Neuzulassungen nach Haltergruppe
Privat 40,7 % ████████████████████
Gewerblich 59,3 % █████████████████████████████
Die Entwicklung deutet auf eine stärkere Bedeutung des Privatkundengeschäfts hin. Ob daraus ein längerfristiger Trend wird, müssen die kommenden Monate zeigen.
Smart und MINI (wiederholt) mit Rückenwind, VW bleibt Marktführer
Bei den deutschen Automarken fällt die Oktoberbilanz unterschiedlich aus. Smart erzielte mit einem Zuwachs von 59,5 Prozent die stärkste Steigerung. Der Marktanteil der Marke blieb mit 0,3 Prozent allerdings überschaubar.
MINI legte um 25,0 Prozent zu und kam auf 1,7 Prozent Marktanteil. Auch MAN konnte mit einem Plus von 12,0 Prozent zweistellig wachsen, wobei der ausgewiesene Anteil gerundet bei 0,0 Prozent liegt. Mercedes verbesserte sich um 8,5 Prozent auf einen Marktanteil von 10,3 Prozent. BMW kam mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent auf 9,3 Prozent.
Bei den übrigen deutschen Herstellern überwogen die Rückgänge. Besonders deutlich traf es Opel mit einem Minus von 24,1 Prozent. Ford verlor 9,8 Prozent, Audi 8,4 Prozent und Porsche 5,7 Prozent. Volkswagen verzeichnete einen Rückgang von 4,0 Prozent, behauptete aber mit 18,2 Prozent weiterhin die Spitzenposition unter den deutschen Marken.
Deutsche Marken: Veränderung gegenüber Oktober 2025
Smart +59,5 % ████████████
MINI +25,0 % █████
MAN +12,0 % ██
Mercedes +8,5 % ██
BMW +0,1 % ▏
VW -4,0 % █
Porsche -5,7 % █
Audi -8,4 % ██
Ford -9,8 % ██
Opel -24,1 % █████
Die Spreizung ist beachtlich. Während Smart und MINI kräftig zulegen, müssen mehrere etablierte Hersteller spürbare Verluste verkraften. Volkswagen bleibt trotz rückläufiger Zulassungen der unangefochtene Volumenprimus.
BYD setzt sich an die Spitze der wachsenden Importmarken
Auch bei den Importeuren gibt es klare Gewinner und Verlierer. BYD erzielte mit einem Plus von 54,3 Prozent das stärkste Wachstum unter den Marken mit mindestens 1,5 Prozent Marktanteil. Der chinesische Hersteller kam auf 2,0 Prozent.
MG Roewe folgte mit einem Zuwachs von 48,5 Prozent und einem Anteil von 1,6 Prozent. Mazda (+23,5 Prozent), Kia (+19,4 Prozent), Dacia (+15,4 Prozent) und Citroën (+10,0 Prozent) erreichten ebenfalls zweistellige Steigerungsraten.
Renault und Fiat verbuchten mit 7,8 beziehungsweise 7,4 Prozent einstellige Zuwächse. Damit gehörten gleich mehrere Importmarken zu den Gewinnern des Monats.
Auf der Verliererseite standen Hyundai mit -15,3 Prozent, Skoda mit -12,1 Prozent und Seat mit -8,7 Prozent. Auch Toyota (-7,5 Prozent), Volvo (-4,1 Prozent) und Peugeot (-1,0 Prozent) mussten Rückgänge hinnehmen.
An der Rangfolge nach Marktanteilen änderte sich an der Spitze nichts: Skoda blieb mit 7,7 Prozent die stärkste Importmarke. Der Rückgang bei den Zulassungen ändert nichts an dieser Position.
Importmarken: Veränderung gegenüber Oktober 2025
BYD +54,3 % ███████████
MG Roewe +48,5 % ██████████
Mazda +23,5 % █████
Kia +19,4 % ████
Dacia +15,4 % ███
Citroën +10,0 % ██
Renault +7,8 % ██
Fiat +7,4 % ██
Peugeot -1,0 % ▏
Volvo -4,1 % █
Toyota -7,5 % ██
Seat -8,7 % ██
Skoda -12,1 % ██
Hyundai -15,3 % ███
Gerade bei den chinesischen Marken setzt sich die dynamische Entwicklung fort. BYD und MG Roewe wachsen deutlich, während etablierte Importanbieter wie Hyundai, Toyota und Skoda im Oktober Rückgänge hinnehmen müssen. Der Wettbewerb um Marktanteile wird damit zunehmend international geprägt.
SUVs bleiben das Maß der Dinge
Bei den Fahrzeugsegmenten gibt es wenig Zweifel an der aktuellen Rangordnung. SUVs stellten im Oktober 37,8 Prozent aller neu zugelassenen Pkw und blieben damit das mit Abstand stärkste Segment. Zugleich legten sie gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,3 Prozent zu.
Auf den weiteren Plätzen folgen Kleinwagen mit einem Marktanteil von 13,7 Prozent und die Kompaktklasse mit 13,6 Prozent. Allerdings entwickelten sich diese beiden Segmente sehr unterschiedlich: Während die Kleinwagen um 9,1 Prozent wuchsen, verlor die Kompaktklasse 15,3 Prozent.
Den stärksten prozentualen Zuwachs erzielten die Minis. Sie kamen auf ein Plus von 20,6 Prozent und einen Marktanteil von 2,8 Prozent. Auch die Oberklasse entwickelte sich mit +11,1 Prozent positiv, blieb mit 0,6 Prozent Anteil aber ein kleines Marktsegment.
Zuwächse gab es außerdem bei den Utilities (+3,6 Prozent) und der Oberen Mittelklasse (+1,3 Prozent).
Deutliche Einbußen mussten dagegen die Mini-Vans hinnehmen. Ihre Neuzulassungen brachen um 41,6 Prozent ein. Sportwagen verloren 22,2 Prozent, Wohnmobile 20,2 Prozent und Großraum-Vans 15,6 Prozent. Auch die Mittelklasse (-7,0 Prozent) und Geländewagen (-6,4 Prozent) lagen unter dem Vorjahresniveau.
Marktanteile der wichtigsten Segmente
SUVs 37,8 % ███████████████████
Kleinwagen 13,7 % ███████
Kompaktklasse 13,6 % ███████
Geländewagen 9,8 % █████
Mittelklasse 8,0 % ████
Obere Mittelkl. 5,4 % ███
Utilities 4,4 % ██
Minis 2,8 % █
Oberklasse 0,6 % ▎
Mini-Vans 0,5 % ▎
Sportwagen 0,4 % ▏
Das SUV bleibt somit der Liebling der Neuwagenkäufer. Die klassischen Kleinwagen halten sich zwar auf einem beachtlichen Niveau, doch die Kompaktklasse verliert spürbar an Boden. Besonders auffällig ist der Rückgang bei den Mini- und Großraum-Vans. Praktische Raumkonzepte ohne SUV-Auftritt haben es offenbar weiterhin schwer.
Elektroautos kommen auf 37 Prozent Marktanteil
Die Antriebsstatistik liefert im Oktober die wohl eindrucksvollste Zahl des gesamten Zulassungsmonats: 94.086 batterieelektrische Pkw wurden neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 79,5 Prozent gegenüber Oktober 2025. Der Marktanteil erreichte 37,0 Prozent. Damit war mehr als jedes dritte neue Auto ein reines Elektrofahrzeug.
Die Hybride insgesamt kamen auf 95.931 Neuzulassungen, mussten allerdings einen Rückgang von 5,6 Prozent hinnehmen. Ihr Anteil lag bei rund 37,7 Prozent. Innerhalb dieser Gruppe entfielen 28.499 Fahrzeuge auf Plug-in-Hybride. Deren Zulassungen sanken um 7,9 Prozent, der Marktanteil betrug 11,2 Prozent.
Bei den klassischen Verbrennern setzt sich der Abwärtstrend fort. Die Zahl der Benziner sank um 40,5 Prozent auf 38.516 Fahrzeuge. Ihr Marktanteil lag nur noch bei 15,1 Prozent. Diesel-Pkw kamen auf 23.882 Neuzulassungen, ein Minus von 21,6 Prozent und einen Anteil von 9,4 Prozent.
Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt sich bei Flüssiggasfahrzeugen: 2.065 neue LPG-Pkw bedeuten ein Plus von 121,6 Prozent. Mit 0,8 Prozent Marktanteil bleibt diese Antriebsart zwar eine Nische, wächst prozentual aber kräftig.
Antriebsarten im Oktober 2026
BEV 37,0 % ██████████████████
Hybride gesamt 37,7 % ███████████████████
Benzin 15,1 % ████████
Diesel 9,4 % █████
Flüssiggas 0,8 % ▍
Die Zahlen zeigen eine deutliche Verschiebung: Elektroautos rücken immer näher an die gesamte Gruppe der Hybride heran. Benziner und Diesel verlieren dagegen massiv an Bedeutung. Besonders der Rückgang bei den Benzinern fällt mit mehr als 40 Prozent ausgesprochen deutlich aus.
CO₂-Ausstoß sinkt auf 79,4 Gramm
Parallel zur Veränderung des Antriebsmixes verbessert sich die durchschnittliche CO₂-Bilanz der neu zugelassenen Pkw. Im Oktober lag der Wert bei 79,4 Gramm pro Kilometer. Das entspricht einem Rückgang von 21,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Durchschnittlicher CO₂-Ausstoß
Oktober 2026: 79,4 g/km
Veränderung zum Vorjahresmonat: -21,1 %
Der steigende Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge und die rückläufigen Zulassungen von Benzinern und Dieseln spiegeln sich damit auch in der durchschnittlichen CO₂-Bilanz wider.
Nutzfahrzeuge und Motorräder mit kräftigen Zuwächsen
Nicht nur der Pkw-Markt zeigte im Oktober Bewegung. Bei den Nutzfahrzeugen legten gleich mehrere Kategorien zweistellig zu.
Besonders stark entwickelten sich die Kraftomnibusse mit einem Plus von 39,2 Prozent. Auch die Zugmaschinen insgesamt verbuchten mit +13,1 Prozent einen deutlichen Anstieg. Bei den Sattelzugmaschinen fiel das Wachstum mit 19,6 Prozent sogar noch höher aus.
Die sonstigen Kraftfahrzeuge legten um 12,5 Prozent zu, die Lastkraftwagen um 10,3 Prozent. Damit präsentierte sich der Nutzfahrzeugmarkt im Oktober in mehreren Bereichen deutlich dynamischer als das Pkw-Geschäft.
Auch bei den Krafträdern zeigte sich ein kräftiger Aufwärtstrend. Ihre Neuzulassungen stiegen um 25,4 Prozent.
Über sämtliche Kraftfahrzeugarten hinweg wurden im Oktober 304.375 neue Kfz zugelassen. Das waren 3,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Kfz-Anhängern wurden 20.997 Neuzulassungen registriert, ein Rückgang um 1,6 Prozent.
Gebrauchtmarkt: Lichtblicke bei Zweirädern und Spezialfahrzeugen
Der Gebrauchtfahrzeugmarkt blieb auch im Oktober hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Insgesamt wechselten 619.460 Kraftfahrzeuge den Halter. Das entspricht einem Minus von 2,6 Prozent.
Allerdings verlief die Entwicklung nicht in allen Fahrzeugklassen negativ. Zuwächse gab es bei den Krafträdern mit 8,5 Prozent, bei den sonstigen Kraftfahrzeugen mit 6,9 Prozent sowie bei den Sattelzugmaschinen mit 1,8 Prozent.
Rückläufig waren dagegen die Besitzumschreibungen bei Kraftomnibussen (-22,5 Prozent), Pkw (-3,3 Prozent), Lkw (-2,2 Prozent) und Zugmaschinen insgesamt (-0,9 Prozent).
Bei den Kfz-Anhängern zeigte sich ein leicht positives Bild: 35.771 Halterwechsel bedeuteten ein Plus von 1,3 Prozent.
Damit bleibt der Gebrauchtmarkt insgesamt verhalten. Die wenigen positiven Entwicklungen konzentrieren sich auf einzelne Fahrzeuggruppen, während der Pkw-Handel weiterhin unter dem Vorjahresniveau liegt.
NewCarz meint dazu:
Der Oktober zeigt, dass sich der deutsche Automarkt nicht unbedingt durch ein starkes Mengenwachstum verändert, sondern vor allem durch einen tiefgreifenden Strukturwandel. Das Elektroauto gewinnt sukzessive an Gewicht, der private Käufer wird wichtiger und traditionelle Antriebs- und Fahrzeugkonzepte verlieren weiter an Boden. Die entscheidende Frage lautet deshalb zunehmend nicht mehr, ob sich der Markt verändert, sondern wie schnell die Hersteller ihre Modellpaletten und Vertriebsstrategien daran anpassen können.
Quelle : Kraftfahrt-Bundesamt / Fotos: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
