Mehr Offorad, geschärfte Optik und mehr Komfort für die Insassen – der KGM Musso startet in die neue Runde und kommt in zwei Versionen nach Deutschland.
Coupéhafte Dachlinien, Lifestyle-Attribute und Begriffe wie „Urban Adventure Vehicle“ sind diesem Pick-up fremd. Der KGM Musso folgt augenscheinlich einem angenehm bodenständigen Ansatz. Er ist und bleibt ein Pick-up. Und zwar einer, der genau das auch zeigen möchte.
Mit der neuesten Modellgeneration haben die Südkoreaner ihren Lastenträger gründlich überarbeitet. Das Ergebnis wirkt deutlich moderner, selbstbewusster und erwachsener. Der Musso sieht nun weniger nach Baustelle und mehr nach Baustellenleiter aus.
KGM Musso mit neuer Optik & alten Tugenden
Wer den Vorgänger kennt und den neuen Musso zum ersten Mal sieht, erkennt schnell: Hier wurde nicht nur an ein paar Stoßstangen gefeilt. Mit Ausnahme von Dach und Türen ist die Karosserie komplett neu gestaltet worden. Besonders die Front sorgt für Aufmerksamkeit. Der mächtige Kühlergrill wirkt, als könne er den gewählten Fahrweg verschlucken, während das markante LED-Lichtband dem Pick-up einen unverwechselbaren Auftritt verleiht.

Dabei bleibt der Musso seiner Natur treu. Mit 5,15 Metern Länge ist er bereits ein stattlicher Vertreter seiner Art. Die Langversion Musso Grand streckt sich sogar auf beeindruckende 5,46 Meter. In europäischen Innenstädten könnte das gelegentlich zu Schweißperlen auf der Stirn führen. Auf dem Baumarktparkplatz oder auf verschlammten Großbaustellen hingegen fühlt sich der KGM wie zu Hause.
Platz und Last in rauen Mengen
Die Doppelkabine bietet ausreichend Raum für bis zu fünf Personen, die auch längere Strecken ohne diplomatische Verhandlungen über Beinfreiheit überstehen dürften.

Hinter den Sitzen beginnt die eigentliche Spielwiese des Musso. Die Ladefläche misst je nach Variante 1,30 oder 1,61 Meter und schluckt bis zu 1.262 Liter Ladegut. 700 Kilogramm dürfen auf die Ladefläche und insgesamt darf der Musso über eine Tonne auf beide Achsen verteilen. An den Haken dürfen weiterhin bis zu 3,5 Tonnen – ein Muss für ein Vollblut-Pick-up. Ob Werkzeug, Motorräder, Gartenprojekt oder die spontane Idee, einen halben Baumarkt mitzunehmen: Der Musso zeigt sich bemerkenswert tolerant.
Praktische Details wie zusätzliche Verzurrösen, integrierte Trittstufen und eine serienmäßige LED-Laderaumbeleuchtung beweisen dabei, dass hier Menschen mitgedacht haben, die tatsächlich schon einmal etwas transportieren mussten.
Schlamm statt Schaulaufen
Seine eigentlichen Talente zeigt der Musso allerdings dort, wo Navigationssysteme mangels eingetragener Asphaltadern gelegentlich die Orientierung verlieren.
Unter der Haube arbeitet weiterhin der bekannte 2,2-Liter-Dieselmotor mit 202 PS. Das klingt auf dem Papier vielleicht nicht nach Dragster-Niveau, passt aber hervorragend zum Charakter des Fahrzeugs. Der Motor liefert solide Kraftreserven und harmoniert mit dem zuschaltbaren Allradantrieb, der per Drehregler aktiviert wird.
Kommt der Untergrund ins Rutschen, hilft ein Sperrdifferenzial dabei, die Traktion aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig wächst die Bodenfreiheit auf bis zu 248 Millimeter. Zusammen mit den verbesserten Böschungswinkeln macht das den Musso zu einem Fahrzeug, das matschige Waldwege eher als Einladung denn als Problem versteht.
Überraschend viel Komfort im neuen KGM Musso
Bereits die Einstiegsversion bringt ein volldigitales Cockpit und einen großen Touchscreen mit. Navigation, Smartphone-Integration und moderne Konnektivität gehören inzwischen selbstverständlich dazu. Erstmals können Apple CarPlay und Android Auto sogar kabellos genutzt werden.

Wer zur Ausstattungslinie „Lux“ greift, findet sich plötzlich in einem Umfeld wieder, das eher an ein gut ausgestattetes SUV erinnert. Belüftete Ledersitze, beheiztes Lenkrad, Ambientebeleuchtung und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik machen schnell vergessen, dass draußen eine Ladefläche auf ihren nächsten Arbeitseinsatz wartet.

Besonders praktisch: Das 360-Grad-Kamerasystem hilft dabei, den großen Koreaner auch durch enge Parklücken und verwinkelte Baustellen zu dirigieren.
Der Musso Grand für die schweren Fälle
Wer regelmäßig schwere Lasten bewegt, sollte einen Blick auf den Musso Grand mit Blattfeder-Hinterachse werfen.
Diese klassische Konstruktion mag technisch weniger glamourös wirken als moderne Mehrlenkerlösungen, besitzt jedoch einen entscheidenden Vorteil: Sie steckt Belastungen weg, die viele Pkw-Fahrwerke bereits in den emotionalen Ausnahmezustand treiben würden. Für Handwerker, Gewerbetreibende oder Offroad-Fans mit Anhängerambitionen könnte diese Variante die spannendste Wahl sein.
Und was ist mit Strom?
Interessant ist dabei, dass KGM inzwischen nicht nur auf klassische Diesel-Power setzt. Mit dem vollelektrischen Musso EV – wir berichteten – schlägt die Marke bereits ein neues Kapitel auf und zeigt, dass sich das Pick-up-Konzept durchaus mit Elektromobilität verbinden lässt.
Während der Diesel-Musso weiterhin die erste Wahl für schwere Anhängelasten, lange Arbeitstage und große Reichweiten bleibt, richtet sich der Musso EV an Kunden, die den praktischen Nutzen eines Pick-ups mit lokal emissionsfreiem Fahren kombinieren möchten. Die beiden Modelle ergänzen sich damit überraschend sinnvoll und zeigen, dass die Zukunft des Pick-ups nicht zwangsläufig nur in einer Antriebsrichtung liegt.
Fünf Jahre Gelassenheit
Ein weiteres Markenzeichen bleibt mit der umfangreichen Herstellergarantie erhalten. KGM gewährt weiterhin fünf Jahre Garantie bis 150.000 Kilometer sowie eine europaweite Mobilitätsgarantie über denselben Zeitraum. Das sorgt nicht nur für ein gutes Gefühl, sondern unterstreicht auch das Vertrauen der Marke in ihr Produkt.
Was kostet der neue KGM Musso?
Das Basismodell startet bei 40.990 Euro; die Langversion wechselt ab 42.490 Euro den Besitzer. Damit liegt er im Vergleich zu seinen Konkurrenten preislich an der attraktiven Unterkante der Messlatte: der Ford Ranger startet deutlich spartaner ausgestattet bei 40.000 Euro, der Toyota Hilux verlangt mindestens gut 53.000 Euro und der DMAX von Isuzu startet ab reichlich 47.000 Euro.
NewCarz meint dazu:
Der neue Musso ist eines jener Fahrzeuge, die sich angenehm wenig um Trends kümmern und dennoch mit topmoderner Erscheinung glänzen. Er kann ziehen, laden, klettern und arbeiten. Gleichzeitig bietet er heute ein Komfortniveau, das vor wenigen Jahren in dieser Fahrzeugklasse kaum vorstellbar gewesen wäre. Genau diese Mischung macht ihn interessant. Besonders gelungen ist die Tatsache, dass KGM mittlerweile zwei unterschiedliche Wege anbietet: den klassischen Diesel-Musso für die schweren Aufgaben und den Musso EV für alle, die den Pick-up-Gedanken elektrifizieren möchten.
Quelle & Fotos: KGM / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
