Kia Seltos Hybrid: Kleines SUV mit e-AWD

Kia Seltos Hybrid

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Kia elektrifiziert den Seltos und macht aus dem kompakten SUV einen erstaunlich vielseitigen Hybrid.

Mit bis zu 178 PS, elektrischem Allradantrieb, V2L-Funktion und reichlich Digitaltechnik tritt der Koreaner an, um die Konkurrenz in ihrem eigenen Revier zu ärgern. Der Einstiegspreis liegt bei 37.490 Euro.

Ein kompakter SUV muss heute einiges können. Er soll sparsam sein, möglichst komfortabel, digital bestens vernetzt und natürlich sicher. Idealerweise bietet er dazu ordentlich Platz, ohne gleich die Dimensionen eines ausgewachsenen Familienkreuzers anzunehmen. Kia schickt mit dem neuen Seltos Hybrid nun einen Kandidaten ins Rennen, der bei dieser Aufzählung auffällig viele Häkchen setzen kann.

Die zweite Generation des Seltos ist in Europa noch relativ frisch, weltweit allerdings längst kein unbeschriebenes Blatt. Nun bekommt der 4,43 Meter lange SUV seinen elektrifizierten Antrieb. Und Kia hat sich dabei nicht damit begnügt, einfach einen Elektromotor irgendwo zwischen Verbrenner und Getriebe zu schrauben.


Kia Seltos Hybrid – Mit elektrischem Hinterradantrieb (e-AWD)

Herzstück des Seltos Hybrid ist ein 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer, der 102 PS leistet und von einem 61 PS starken Elektromotor unterstützt wird. In der Frontantriebsversion bringt es das System auf 113 kW beziehungsweise 154 PS.

Interessanter wird es beim Allradmodell. Hier kommt Kias neues e-AWD-System zum Einsatz. Die Hinterachse wird dabei nicht mechanisch über eine Kardanwelle angetrieben, sondern von einem separaten Elektromotor mit 68 PS. Insgesamt stehen damit 131 kW oder 178 PS zur Verfügung.

Das ist technisch bemerkenswert, denn der Seltos ist damit der erste Kia mit diesem elektrischen Allradsystem. Die Hinterräder können unabhängig von der Vorderachse elektrisch angetrieben werden. Das ermöglicht eine präzise Verteilung des Antriebsmoments und soll insbesondere auf rutschigem Untergrund für mehr Traktion und Stabilität sorgen.


Bis zu 23 Prozent weniger Verbrauch

Der eigentliche Charme des Hybridkonzepts zeigt sich allerdings nicht auf dem Datenblatt, sondern an der Tankstelle. Gegenüber vergleichbar ausgestatteten Benzinvarianten soll der Kraftstoffverbrauch um bis zu 23 Prozent sinken.

Insbesondere im Stadtverkehr kann der Seltos seine elektrische Seite ausspielen. Der Verbrenner muss nicht permanent allein für Vortrieb sorgen, während der Elektromotor beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt. Das spart Kraftstoff und sorgt gleichzeitig für ein geschmeidigeres Ansprechverhalten.

Die Kraftübertragung übernimmt serienmäßig ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Der Hybrid ist damit kein typischer Vertreter jener Konzepte, bei denen der Verbrennungsmotor unter Last akustisch seine eigene Karriere als Staubsaugerimitation beginnt.

Die Fahrleistungen fallen ordentlich, aber nicht spektakulär aus. Der e-AWD beschleunigt in 9,7 Sekunden auf 100 km/h, der Fronttriebler benötigt 10,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 155 beziehungsweise 158 km/h.

Auch als Zugfahrzeug darf sich der Seltos betätigen. Gebremst darf die Frontantriebsversion 910 Kilogramm ziehen, beim e-AWD sind es 810 Kilogramm. Ungebremst sind bei beiden Varianten 750 Kilogramm erlaubt.


Allrad für den Winter, Sportmodus für den Spaß

Beim Fahrverhalten setzt Kia auf eine ausgewogene Abstimmung. Entwickelt wurde der Seltos unter Beteiligung der Forschungs- und Entwicklungszentren in Korea und Europa.

Über Drive Mode Select kann der Fahrer zwischen Eco, Normal und Sport wählen. Damit lässt sich die Charakteristik des SUV von möglichst effizient bis etwas dynamischer verändern. Die Allradmodelle erhalten zusätzlich einen Snow-Modus, der auf verschneiten Straßen für zusätzliche Sicherheit sorgen soll.

Der Seltos soll dabei kein verkappter Sportwagen sein. Seine Aufgabe besteht vielmehr darin, souverän und berechenbar durch den Alltag zu kommen. Genau dafür scheint die Kombination aus Hybridantrieb und elektrischem Allrad geradezu prädestiniert.


Robuster Auftritt mit Elektro-Anleihen

Optisch unterscheidet sich der Hybrid kaum vom Benziner. Lediglich die spezielle Gestaltung der 18-Zoll-Leichtmetallräder weist auf die elektrifizierte Variante hin.

Grundsätzlich präsentiert sich der Seltos ausgesprochen selbstbewusst. Kia kombiniert dabei klassische SUV-Merkmale mit Elementen aus der Designsprache der Elektromodelle.

Die Front wird von der charakteristischen Star-Map-Lichtgrafik der LED-Tagfahrleuchten und dem klassischen, gitterförmigen Kühlergrill geprägt. Eine verlängerte D-Säule schafft zusätzlichen Raum im Fond, während die langgezogene Dachlinie den Seltos angenehm gestreckt erscheinen lässt.

Kia Seltos Hybrid Heck
Ob von vorne oder hinten – der Seltos trägt die Kia-DNA stolz und selbstbewusst.

Am Heck ziehen sich die Rückleuchten nahezu über die gesamte Breite. Wer es sportlicher mag, greift zur GT-Line. Noch robuster tritt die X-Line auf, die mit dunklen Designelementen und entsprechenden Kia-Emblemen ihre Outdoor-Ambitionen betont.

Neun Außenfarben stehen zur Verfügung, wobei für den europäischen Markt unter anderem Tan Beige, Denim Blue und Pale Grey Metallic neu entwickelt wurden.


Innenraum des Kia Seltos Hybrid: erstaunlich großzügig

Trotz seiner kompakten Außenabmessungen bietet der Seltos reichlich Platz. Fahrer und Beifahrer profitieren von großzügiger Kopf- und Beinfreiheit, auch im Fond geht es keineswegs beengt zu.

Die Rückbanklehne lässt sich serienmäßig in der Neigung verstellen. Optional gibt es einen sogenannten Premium-Relaxation-Fahrersitz, der den Langstreckenkomfort weiter steigern soll.

Und dann wäre da noch der Kofferraum. Mit 536 Litern gehört der Seltos Hybrid in dieser Klasse zu den großzügigeren Vertretern. Werden die Rücksitze umgeklappt, stehen bis zu 1.494 Liter zur Verfügung. Der Kofferraum ist zudem erstaunlich gut durchdacht. Ein höhenverstellbarer Boden, Gepäcknetzösen, eine Skidurchreiche und das Kia-AddGear-Befestigungssystem erleichtern die Nutzung.

Beim Hybrid befindet sich außerdem eine 230-Volt-Steckdose im Gepäckraum. Bei GT-Line und X-Line gehört diese zur Serienausstattung.


Kia Seltos Hybrid = Mobile Powerbank

Genau hier zeigt der Seltos eine Funktion, die man bislang eher mit Elektroautos verbindet: V2L, Vehicle-to-Load.

Damit kann die Antriebsbatterie externe 230-Volt-Geräte mit Strom versorgen, auch wenn der Motor abgestellt ist. Aus dem kompakten SUV wird damit bei Bedarf eine mobile Powerbank.

Noch interessanter ist der sogenannte Stay Mode. Dabei können beispielsweise Klimaanlage oder Infotainment im geparkten Fahrzeug über die Antriebsbatterie betrieben werden.

Damit übernimmt der Seltos Hybrid gleich mehrere Funktionen, die bisher überwiegend der Welt der reinen Elektrofahrzeuge vorbehalten waren.


Digital-Cockpit mit großem Panorama

Auch beim Infotainment fährt Kia schweres Geschütz auf. Das Panoramadisplay kombiniert zwei jeweils 12,3 Zoll große Bildschirme für Instrumente und Infotainment. Dazu kommt ein weiteres Display für die Klimaautomatik.

Das Infotainmentsystem ccNC gehört ab der Ausstattung Spirit zur Serie und ist für Vision optional erhältlich. Die Basisversion Vision besitzt serienmäßig die ccNC-Lite-Variante.

Kia Seltos Hybrid innen
Auf den Punkt statt Gießkannenprinzip – Der Seltos zeigt in Summe eine sinnvolle Digitalisierung.

Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto gehören ebenso zum digitalen Angebot wie die Kia-Connect-Dienste. Je nach Ausstattung und gewähltem Paket stehen unter anderem Online-Navigation, KI-Assistent, In-Car-Payment, Musik- und Videostreaming sowie ein WiFi-Hotspot zur Verfügung.

Auch die Software bleibt nicht statisch. Fahrzeug- und Infotainmentsysteme können über Over-the-Air-Updates aktualisiert werden. Kia Connect Standard ist dafür sieben Jahre kostenlos nutzbar.


Viel Ausstattung schon zum Einstieg

Kia macht beim Seltos Hybrid auch bei der Serienausstattung keine allzu kleinen Brötchen. Bereits die Basisversion bietet unter anderem 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrisch einstellbaren Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze, Sitzheizung vorn, beheizbares Lenkrad, Klimaautomatik, Smart-Key, Rückfahrkamera und Parksensoren vorn und hinten.

Dazu kommen LED-Scheinwerfer, induktive Smartphone-Ladung, elektrisch anklappbare und beheizbare Außenspiegel, Dachreling sowie ein selbstabblendender Innenspiegel.

Wer höher ins Regal greift, bekommt unter anderem Head-up-Display, digitalen Autoschlüssel, Sitzventilation vorn, Sitzheizung hinten, elektrische Beifahrersitze, sensorgesteuerte Heckklappe und ein Harman-Kardon-Soundsystem.


Kia Seltos Hybrid bringt Sicherheit in den Fokus

Auch bei den Assistenzsystemen zeigt sich der Seltos von seiner spendablen Seite. Serienmäßig sind unter anderem eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-go, Frontkollisionswarner mit Abbiegefunktion und Querverkehrserkennung, aktiver Totwinkelassistent sowie ein Querverkehrwarner hinten mit Notbremsfunktion an Bord.

Hinzu kommen intelligenter Geschwindigkeitsassistent, aktiver Spurhalteassistent, Spurfolgeassistent 2.0, Ausstiegswarner, Müdigkeits- und Fahreraufmerksamkeitswarner, Fernlichtassistent und Multikollisionsbremse.

Je nach Ausstattung kommen Autobahnassistent 2.0 mit Spurwechselunterstützung, Totwinkelmonitor, Rundumsichtkamera, Auspark-Kollisionsvermeidungsassistent und der Remote-Parkassistent hinzu.

Letzterer dürfte vor allem dann interessant werden, wenn der Parkplatz wieder einmal so eng geraten ist, dass selbst ein kompakter SUV plötzlich wie ein ausgewachsener Reisebus wirkt.


Preise ab 37.490 Euro

Der neue Seltos Hybrid kann ab sofort bestellt werden. Die Auslieferungen starten im Oktober 2026. Produziert wird das für Europa bestimmte Modell in Südkorea.

Angeboten wird der Hybrid in den Ausstattungslinien Vision, Spirit, GT-Line und X-Line. Alle vier Varianten können sowohl mit Frontantrieb als auch mit e-AWD bestellt werden.

Der Einstieg erfolgt beim Seltos Hybrid Vision mit 154 PS und Frontantrieb bei 37.490 Euro. Für die 178 PS starke e-AWD-Version werden mindestens 40.190 Euro fällig.

Kia gewährt wie gewohnt eine siebenjährige Herstellergarantie, während für die Antriebsbatterie eine Garantie von acht Jahren gilt.


NewCarz meint dazu:

Der Seltos Hybrid zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie viel Technik heute in einen kompakten SUV passt. Für uns ist dabei weniger die Höchstleistung interessant als die Kombination aus Effizienz, Platzangebot und Alltagstauglichkeit. Besonders der elektrische Allradantrieb und noch mehr die V2L-Funktion plus der Standklimatisierung, die im Grunde eine Standheizung ersetzt, heben ihn aus der Masse der klassischen Hybridmodelle heraus.

Quelle & Fotos: Kia / Text: NewCarz

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