Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring – Grüne Hölle mobil

Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring

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100 Jahre Nürburgring, 100 Exemplare für Deutschland und jede Menge Motorsport-Gänsehaut: Porsche feiert die legendäre Eifelstrecke mit der ziemlich besonderen Variante des 911 GT3 als Sonderedition „100 Jahre Nürburgring“..

Weltweit kennt man sie, die Rennstrecke in der Eifel, die so anspruchsvoll ist, dass selbst gestandene Rennfahrer Respekt bekamen und bekommen, bevor sie überhaupt den Motor starteten. Sie bekam den Spitznamen „Grüne Hölle“ und wurde über die Jahrzehnte zum Wohnzimmer für Rennfahrer, Ingenieure und jene besonders hartgesottenen Menschen, die freiwillig behaupten, eine Runde Nordschleife sei „ganz entspannt“.

2027 wird der Nürburgring 100 Jahre alt. Porsche nimmt das Jubiläum zum Anlass, einen 911 GT3 auf die Reise zu schicken, der seine Herkunft nicht gerade im Flüsterton erklärt.


Grün statt Understatement

Der Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring ist eine Hommage an die wohl berühmteste Rennstrecke Deutschlands. Und Porsche wäre nicht Porsche, wenn dafür einfach nur ein kleines Jubiläumslogo auf den Kotflügel geklebt würde.

Kunden können zwischen Weiß und GT-Silbermetallic wählen. Dazu kommen kräftige grüne Akzente an Bug und Heck, eine Reminiszenz an die „Grüne Hölle“. Die Folierung erfüllt dabei sogar eine praktische Aufgabe und dient gleichzeitig als Schutz für die entsprechenden Karosseriebereiche. Die Idee erinnert an frühere Werkseinsätze, bei denen Rennfahrzeuge mit solchen Markierungen leichter unterschieden werden konnten.

Auch sonst hat der GT3 einiges zu erzählen. Historische Nürburgring-Logos sitzen auf den Kotflügeln, eine frei wählbare Startnummer von 0 bis 999 schmückt Haube, Türen und Heckscheibe. Die dafür verwendete Schrift soll an handgeschriebene Markierungen und Graffiti auf der Nordschleife erinnern. Selbst die Abschleppösen-Bergelaschen leuchten grün und werden von weißen Pfeilen flankiert, wie man es aus dem Rennsport kennt.

Wer spätestens jetzt glaubt, Porsche habe beim Dekor endgültig die Kurve verloren, sollte einen Blick auf die Räder werfen: 20 Zoll vorn, 21 Zoll hinten, im GT3-Design und in Californiagold lackiert. Dazu kommen schwarze Zentralverschlüsse mit GT3-Logo und goldene Plaketten an den B-Säulen. Der große Heckflügel trägt ebenfalls goldene und grüne Akzente.

Und dann wäre da noch der Blendstreifen an der Frontscheibe. Er reduziert bei tief stehender Sonne die Blendung und trägt gleichzeitig einen goldenen Porsche-Schriftzug. Funktion trifft Showeffekt.


Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring – Mit Grüne-Hölle-Interieur

Innen setzt sich das Konzept konsequent fort. Auf den beleuchteten Einstiegsleisten steht „Welcome to the Green Hell“, während ein LED-Türprojektor beim Öffnen den Streckenverlauf des Nürburgrings auf den Boden zeichnet.

Schwarzes Leder und Race-Tex treffen auf grüne Details. Die Kreuzziernaht auf Schalttafel und Türen greift optisch die Curbs der Nordschleife auf. Der hintere Überrollkäfig ist grün lackiert, ebenso finden sich grüne Elemente an den Leichtbau-Sportschalensitzen. Unter der Verlaufsperforation der Sitzmittelbahn schimmert auf der Fahrerseite grüner Hintergrund durch. Nürburgring-Logo und GT3-Schriftzug zieren die Kopfstützen.

Selbst bei den Bedienelementen bleibt Porsche im Thema. Der Mode-Button am GT-Lenkrad trägt die Aufschrift „Grüne Hölle“, der Push-to-Pass-Knopf ist grün ausgeführt und ein grün lackierter Dekorträger setzt einen weiteren Farbtupfer im ansonsten schwarzen Innenraum.

Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring Interieur
Wer das Editionsmodell als Handschalter bestellt, erhält einen Schaltknauf aus Nussholz dazu.

Und weil echte Puristen bekanntlich spätestens bei der Getriebefrage sehr aufmerksam werden, lässt Porsche ihnen die Wahl: Sieben-Gang-PDK oder sechs Gänge zum Selbersortieren. Beim Handschalter kommt sogar ein Schalthebelknauf aus Nussholz zum Einsatz, wie beim 911 Carrera T.


Optional wird es richtig ernst

Wer den GT3 nicht nur anschauen, sondern der Nordschleife tatsächlich etwas entgegenwerfen möchte, kann zum optionalen Manthey Kit greifen. Das Paket bringt unter anderem ein modifiziertes Fahrwerk, optimierte Bremskomponenten und ein umfangreiches Aerodynamikpaket mit.

Der Abtrieb steigt damit bei 285 km/h auf bis zu 540 Kilogramm. Dass das nicht nur Prospektlyrik ist, zeigt eine Rundenzeit von 6:50,853 Minuten auf der Nürburgring-Nordschleife. Gefahren wurde sie vom amtierenden DTM-Champion Ayhancan Güven.


100 Autos für Deutschland

Ganz so einfach wird es allerdings nicht, einen dieser besonderen Elfer in die eigene Garage zu stellen. Porsche Deutschland legt lediglich 100 Exemplare für den deutschen Markt auf. Bestellt werden kann ab September 2026, die Auslieferung ist für das Jubiläumsjahr 2027 vorgesehen. Der Preis liegt knapp unter 300.000 Euro, genauer gesagt bei exakt 296.164 Euro.

Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring schräg hinten
Knapp 300.000 Euro sind bei diesem Porsche nicht entscheidend, sondern die Frage, ob man einen der 100 erhaschen kann.

Für die Käufer gibt es zudem eine besondere Zugabe: Gemeinsam mit Manthey bietet Porsche eine exklusive „Sonderwunsch Manthey Experience“ an. Dabei erhalten die Besitzer Einblicke hinter die Kulissen und können sich vor Ort mit Motorsportexperten über die Möglichkeiten des Manthey Kits austauschen. Manthey sitzt direkt am Nürburgring und ist seit Jahrzehnten auf Porsche GT-Modelle spezialisiert. Porsche hält seit 2013 die Mehrheit an dem Unternehmen.


Grüne Hölle fürs Handgelenk

Wer einen 911 GT3 zum 100. Nürburgring-Jubiläum fährt, braucht offenbar auch eine passende Zeitmaschine fürs Handgelenk. Porsche Design bietet exklusiv für die Käufer des Editionsmodells eine Sonderversion des Chronograph 1 an.

Porsche 911 GT3 100 Jahre Nürburgring Chronograph
Passend zum Sondermodell und zur grünen Hölle: der exklusive Chronograph.

Das Gehäuse besteht aus leichtem Titan und ist schwarz beschichtet. Im Inneren arbeitet das COSC-zertifizierte Porsche Design Kaliber WERK 01.140. Der Rotor greift Form und Farbe der Fahrzeugfelge auf, während das historische Nürburgring-Logo das Zifferblatt ziert.

Besonders konsequent: Das Armband besteht aus originalem Porsche-Interieur-Leder, ist wie die Fahrzeugsitze perforiert und trägt ebenfalls ein grünes Textil-Backing. Gefertigt wird der Chronograph in der Porsche-eigenen Uhrenmanufaktur im Schweizer Grenchen. Kostenpunkt: 9.950 Euro.


Warum ausgerechnet der Nürburgring?

Für Porsche ist die Beziehung zur Eifel weit mehr als ein hübsches Jubiläumsthema. Der Nürburgring wurde am 18. Juni 1927 eröffnet. Die Nordschleife misst heute 20,8 Kilometer, bietet 73 Kurven und rund 300 Meter Höhenunterschied. Ihre Mischung aus schnellen Passagen, Kuppen, Kompressionen und wechselnden Fahrbahnbelägen macht sie zu einem der anspruchsvollsten Prüfplätze für Automobile überhaupt.

Porsche und der Nürburgring sind dabei seit den frühen Tagen miteinander verbunden. 1953 trat Porsche beim Eifelrennen erstmals mit dem 550 Spyder an. Später folgten zahlreiche Erfolge. Besonders tief ins kollektive Motorsportgedächtnis eingebrannt haben sich die Rekordfahrten von Stefan Bellof im Porsche 956 mit 6:11,13 Minuten im Jahr 1983 sowie Timo Bernhards 5:19,546 Minuten im Porsche 919 Hybrid Evo aus dem Jahr 2018.

Die Strecke ist für Porsche aber nicht nur Bühne, sondern auch Labor. Zwischen März und Oktober werden dort Serien- und Sportwagen unter hoher Belastung erprobt. Fahrwerk, Dauerhaltbarkeit, Aerodynamik und zahlreiche weitere Komponenten müssen sich den Torturen stellen. Der sogenannte Raffungsfaktor sorgt dafür, dass wenige Kilometer Nordschleife einem erheblichen Vielfachen an Belastung im normalen Straßenbetrieb entsprechen können.


NewCrz meint dazu:

Der 911 GT3 „100 Jahre Nürburgring“ ist angenehm kompromisslos: Mit ihm wird erst gar nicht erst versucht, die ihm innewohnende Motorsport-DNA hinter dezenter Zurückhaltung zu verstecken. Genau deshalb wirkt die Edition glaubwürdiger als manch anderes Jubiläumsmodell, denn hier erzählt nahezu jedes Detail eine Geschichte über eine Rennstrecke, die Porsche seit Jahrzehnten mitprägt. Ein wahrhaft begehrenswertes Sammlerstück, das in temperierten Garagen aber nur ein Bruchteil seines Potenzials entfaltet – die grüne Hölle lässt es erst komplett von der Leine.

Quelle & Fotos: Porsche / Text: NewCarz

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