Mitten im Glamour der French Open 2026 serviert Renault keinen Matchball, sondern einen Sonnenuntergang auf Rädern: Am 18. Mai enthüllten die Franzosen in Paris den neuen Renault 4 JP4x4 Concept und verwandelten das traditionsreiche Tennisturnier kurzerhand in eine Bühne für automobile Nostalgie mit Elektroantrieb.
Das Concept Car versteht sich als moderne Interpretation der legendären Renault-4-Derivate „Plein Air“ von 1969 und JP4 aus dem Jahr 1981. Herausgekommen ist ein elektrischer Freizeitflitzer irgendwo zwischen Strandbuggy, Pick-up und Lifestyle-Mobil. Ein Auto, das weniger nach Alltag pendelt als nach Sand zwischen den Zehen riecht.
Der Name „JP4“ bleibt dabei bewusst doppeldeutig. Einerseits zitiert Renault den historischen Vorgänger, andererseits klingt er fast wie ein französischer Kurzurlaub: „journée à la plage“ – ein Tag am Strand.
Design des Renault 4 JP4x4 Concept: Open Air statt Oberklasse-Steifheit
Der JP4x4 wirkt wie ein Fahrzeug, das seine Türen nur aus Tradition besitzt. Minimalistische Einstiege, ein komplett offenes Dach mit kreuzförmigen Verstrebungen und eine nach unten klappbare Heckklappe erzeugen echtes Beach-Car-Flair. Auch ein Softtop gibt es nicht. Dieses Konzept will Wind, Sonne und Abenteuer.


Optisch setzt Renault auf ein perlmuttartiges Smaragdgrün, eine moderne Hommage an historische Lackierungen der klassischen „4L“. Im Kontrast dazu explodiert der Innenraum förmlich in kräftigem Orange. Die Farbkombination wirkt mutig, verspielt und überraschend harmonisch. Ein Cocktail aus Riviera und Sportplatz der 1970er Jahre.

Dazu kommen zahlreiche liebevolle Details:
- Schalensitze im Stil der legendären „Ägyptische Mumie“-Sitze vergangener Renault-Modelle
- Stoffelemente im Sportbekleidungs-Look
- 3D-gedruckte Seitenmuster im Sneaker-Design
- Surfbrett auf dem Dach
- Skateboards im Heck
Technik: Kleiner Stromer mit großem Abenteuerdrang
Unter der verspielten Hülle steckt überraschend ernsthafte Technik. Der JP4x4 basiert auf der gleichen Plattform wie das bereits vorgestellte Savane-4×4-Konzept und demonstriert, was mit der neuen elektrischen Kleinwagenarchitektur möglich ist.
Die wichtigsten technischen Änderungen:
- 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit
- Verbreiterte Spur vorne und hinten
- 18-Zoll-JP4-Felgen
- Goodyear UltraGrip Performance+ Reifen im Format 225/55
Der eigentliche Star sitzt jedoch an der Hinterachse: ein zweiter Elektromotor. Damit verfügt der JP4x4 über permanenten Allradantrieb, was im elektrischen B-Segment derzeit noch Seltenheitswert besitzt.
Renault verspricht dadurch bessere Traktion auf sandigem oder steinigem Untergrund sowie mehr Agilität auf losem Terrain. Das Konzept dient damit gleichzeitig als Fingerzeig: Ein allradgetriebener Elektro-Kleinwagen könnte künftig durchaus Serienpotenzial besitzen.
French Open als Bühne für die Elektro-Offensive
Der JP4x4 steht in Paris nicht allein im Rampenlicht. Renault nutzt die French Open, um seine komplette elektrische Retro-Familie zu präsentieren.
Zu sehen sind außerdem:
- das Showcar Renault 4 Roland-Garros E-Tech elektrisch
- der neue Renault 5 E-Tech elektrisch in Roland-Garros-Ausführung
- der kommende Twingo E-Tech elektrisch
Besonders interessant: Die Version „Plein Sud“ des Renault 4 E-Tech elektrisch mit elektrisch öffnendem Stoffdach kann bereits bestellt werden. Die Preise starten bei 36.300 Euro.
Renault verbindet damit geschickt Markenheritage, Lifestyle und Elektromobilität. Statt futuristischer Raumschiff-Optik setzt man bewusst auf Emotion, Freizeit und Erinnerungen.
NewCarz meint dazu:
Der Renault 4 JP4x4 Concept gehört zu den seltenen Konzeptfahrzeugen, die nicht wie eine Designübung wirken, sondern wie eine Einladung. Keine Effizienzdiagramme und Bildschirmflächen um Aufmerksamkeit zu erhaschen, stattdessen vor allem eines: Leichtigkeit. Natürlich bleibt offen, wie viel des JP4x4 tatsächlich den Weg in die Serie findet. Gerade offene Karosseriekonzepte sind in Zeiten strenger Sicherheits- und Zulassungsvorschriften schwer umzusetzen. Doch genau darin liegt die Stärke dieses Showcars. Es erinnert daran, dass Autos mehr sein dürfen als mobile Endgeräte mit Ladeanschluss.
Quelle & Fotos: Renault / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
