Zum zehnjährigen Jubiläum spendiert Skoda seinem großen SUV Kodiaq im Modelljahr 2027 die Edel-Ausstattung Laurin & Klement und einen kräftigeren Plug-in-Hybrid mit 272 PS. Auch beim Laden legt der Kodiaq nach.
Der Skoda Kodiaq hat sich längst als feste Größe im SUV-Segment etabliert. Seit seiner Vorstellung im Jahr 2016 wurden weltweit 1,2 Millionen Exemplare verkauft. Zum runden Geburtstag legt der tschechische Hersteller nun nach: Mit der neuen Ausstattungslinie Laurin & Klement zieht zusätzlicher Luxus ein, während ein überarbeiteter Plug-in-Hybrid die Systemleistung auf 200 kW (272 PS) steigert. Damit wird der Kodiaq nicht nur komfortabler, sondern auch deutlich kräftiger.
Laurin & Klement: Die feine tschechische Art
Wer beim Kodiaq bislang das gewisse Extra vermisst hat, sollte bei Laurin & Klement genauer hinsehen. Die neue Top-Ausstattung kombiniert eine eigenständige Optik mit zusätzlichen Komfortdetails. Dazu gehören Sitze mit Massagefunktion, eine silberne Dachreling sowie Stoßfänger und Seitenschweller in Wagenfarbe. Exklusive Leichtmetallfelgen und spezielle Laurin-&-Klement-Embleme innen wie außen runden den Auftritt ab.

Die Ausstattungslinie ist mit verschiedenen Antriebsvarianten erhältlich. Skoda positioniert sie damit als besonders komfortorientierte Alternative innerhalb der Baureihe. Gerade auf langen Strecken dürfte die Massagefunktion einen willkommenen Beitrag zum Wohlbefinden leisten. Schließlich ist auch ein SUV mit sieben Sitzen kein Garant dafür, dass nach mehreren Stunden Fahrt sämtliche Insassen entspannt aussteigen.
Der Bestellstart für den Skoda Kodiaq 2027 Laurin & Klement in Deutschland ist im Laufe des Herbstes 2026 vorgesehen. Konkrete deutsche Preise hat Skoda in der Ankündigung noch nicht genannt.
Skoda Kodiaq 2027 – Plug-in-Hybrid mit 272 PS
Die zweite Neuigkeit dürfte vor allem jene interessieren, die Komfort gerne mit souveränem Vortrieb verbinden. Der neue Plug-in-Hybrid bringt es auf eine Systemleistung von 200 kW (272 PS). Das sind 50 kW beziehungsweise 68 PS mehr als beim bisherigen Kodiaq iV mit 204 PS.
Unter der Motorhaube arbeitet ein 1,5-Liter-TSI-Vierzylinder mit 130 kW (177 PS), unterstützt von einem Elektromotor mit 85 kW (115 PS). Die zusätzliche Systemleistung erreicht Skoda durch Verbesserungen am Verbrennungsmotor und eine überarbeitete Software des Antriebssteuergeräts.
Die elektrische Energie liefert eine Batterie mit 25,7 kWh Bruttokapazität, von denen netto 19,7 kWh nutzbar sind. Damit bleibt der Kodiaq seinem Konzept treu, im Alltag möglichst viele Strecken elektrisch zurückzulegen und auf längeren Reisen die Reichweite eines Verbrenners in der Hinterhand zu behalten. Für die neue 272-PS-Version nennt Skoda bislang allerdings keine konkrete elektrische Reichweite.

Eine weitere wichtige Neuerung betrifft das Laden: Die Batterie lässt sich nun mit Gleichstrom und bis zu 50 kW laden. Das ist gerade auf längeren Fahrten ein praktischer Fortschritt, denn bislang war die Möglichkeit zum Schnellladen bei vielen Plug-in-Hybriden ein Schwachpunkt. Mit der neuen Technik sollen sich Ladepausen besser in Zwischenstopps integrieren lassen. Wie lange ein Ladevorgang unter optimalen Bedingungen tatsächlich dauert, bleibt abzuwarten.
Zehn Jahre Kodiaq: Vom Newcomer zum Erfolgsmodell
Als Skoda den Kodiaq am 1. September 2016 in Berlin vorstellte, betrat die Marke mit ihrem ersten großen SUV auf Basis des modularen Querbaukastens MQB des Volkswagen Konzerns neues Terrain. Die Auslieferungen begannen im Frühjahr 2017. Von Beginn an standen fünf oder sieben Sitzplätze, verschiedene Benzin- und Dieselmotoren sowie optionaler Allradantrieb zur Wahl.
Der Name sorgte schon vor dem Marktstart für Aufmerksamkeit. Am 6. Mai 2016 wurde die Stadt Kodiak im US-Bundesstaat Alaska für einen Tag in „Kodiaq“ umbenannt. Die Namensidee geht auf die alaskische Insel Kodiak zurück. Das abschließende „q“ orientiert sich an der Sprache der dort beheimateten indigenen Alutiiq.
Auch sportliche Ambitionen gehören zur Modellgeschichte. 2018 debütierte der Kodiaq RS mit einem 2,0-Liter-Biturbo-Diesel und 239 PS. Im Juni desselben Jahres umrundete Rennfahrerin Sabine Schmitz die Nürburgring-Nordschleife mit einem serienmäßigen Exemplar in 9:29,84 Minuten. Der bis heute gültige Rekord für siebensitzige SUVs verlieh dem Familienwagen eine überraschend dynamische Visitenkarte.
Mit dem Facelift von 2021 kamen unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer und ein neuer 2,0-TSI-Benziner mit 245 PS für den Kodiaq RS hinzu. Die erste Generation wurde bis 2024 produziert. Insgesamt liefen 866.100 Fahrzeuge vom Band. Rund 60 Prozent der Kunden entschieden sich für Allradantrieb, während die fünfsitzige Variante etwas beliebter war als die Version mit sieben Plätzen. Zu den wichtigsten europäischen Märkten zählten Deutschland, Großbritannien und Tschechien.
Generation zwei setzt auf Raum und Modern Solid
Die aktuelle, zweite Generation feierte im Oktober 2023 ihre Premiere; die Serienproduktion im tschechischen Kvasiny begann Mitte Januar 2024. Sie verbindet die bekannten Kodiaq-Tugenden mit einem weiterentwickelten Design, das Elemente der Škoda-Designsprache Modern Solid aufgreift. Hinzu kommen ein großzügigeres Raumangebot und die multifunktionalen Smart Dials, mit denen sich ausgewählte Fahrzeugfunktionen bedienen lassen.
Neu im Antriebsangebot war der Plug-in-Hybrid Kodiaq iV mit 204 PS und einer rein elektrischen Reichweite von mehr als 100 Kilometern. Die nun angekündigte 272-PS-Version baut auf diesem Konzept auf und erweitert es um mehr Leistung sowie die Gleichstrom-Schnellladefunktion. Nach Herstellerangaben wurden von der zweiten Generation bislang fast 330.000 Fahrzeuge produziert.
Ausgezeichnet, aber nicht abgehoben
Dass der Kodiaq bei Familien und Fachjurys gleichermaßen ankommt, belegen zahlreiche Auszeichnungen. Die erste Generation sammelte mehr als 40 Preise, darunter den „Best Car for Big Families“-Award von Top Gear sowie nationale Titel als „Auto des Jahres“ in Tschechien, Polen und Bulgarien.
Die zweite Generation setzt diese Erfolgsserie fort: 2026 gewann sie zum dritten Mal in Folge den „Auto Bild Allrad Award“ in der Importwertung der Kategorie SUV. Weitere Auszeichnungen gab es unter anderem von Auto Express und What Car?. Auch der Kodiaq RS schaffte es ins Finale des „Goldenen Lenkrads 2025“.
Mit Laurin & Klement und dem stärkeren Plug-in-Hybrid schärft Škoda nun zwei unterschiedliche Stärken seines großen SUV: gehobenen Reisekomfort und einen leistungsfähigeren, elektrifizierten Antrieb. Ob die Kombination auch beim Preis attraktiv bleibt, wird sich zeigen, sobald die deutschen Konditionen feststehen.
NewCarz meint dazu:
Zum Jubiläum sind zwei sinnvolle Aufwertungen für das Flaggschiff der Tschechen aus unserer Sicht standesgemäß. Laurin & Klement stärkt den Komfortanspruch, während der 272-PS-Plug-in-Hybrid mehr Leistungsreserven und zeitgemäßes Schnellladen verspricht. Gerade die 50-kW-DC-Ladefunktion könnte im Alltag einen spürbaren Unterschied machen. Entscheidend wird allerdings sein, wie Skoda die Neuerungen preislich positioniert. Denn Luxus und Leistung sind schön, sollten aber nicht dazu führen, dass der Familien-SUV finanziell in eine ganz andere Liga aufsteigt.
Quelle & Fotos: Skoda / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
