VW ID.3 GTI – Wolfsburger History X

VW ID.3 GTI

Tags

Aus GTX mach GTI – Der VW ID.3 GTI feiert Weltpremiere und schickt zugleich den vorherigen GTX in Rente.

Warum? Weil GTI mehr Wirkkraft hat, weil dessen Historie ein Garant für Emotionen, Sportgeist und vieles mehr ist. 326 PS, 545 Nm und Hinterradantrieb: Volkswagen elektrifiziert somit das GTI-Rezept und baut zugleich den stärksten Serien-GTI aller Zeiten.

Fünf Jahrzehnte lang war der GTI eine ziemlich zuverlässige Formel: kompakte Karosserie, kräftiger Motor, Frontantrieb und genügend Leistung, um den Fahrer davon zu überzeugen, dass jeder Weg eigentlich eine kleine Motorsportveranstaltung ist. Jetzt stellt Volkswagen diese Tradition auf den Kopf. Der neue ID.3 GTI fährt elektrisch, schickt seine Kraft an die Hinterräder und ist mit 240 kW beziehungsweise 326 PS der stärkste Serien-GTI, den Volkswagen bislang gebaut hat.

Das maximale Drehmoment beträgt 545 Nm. Und weil ein Elektromotor nicht erst auf Drehzahl warten muss, steht diese Kraft praktisch unmittelbar zur Verfügung. Von null auf 100 km/h geht es in 5,6 Sekunden. Damit bewegt sich der kompakte Volkswagen in einer Region, in der vor nicht allzu langer Zeit noch deutlich teurere Sportwagen unterwegs waren. Bei 200 km/h endet der Vortrieb elektronisch, was für ein E-Auto durchaus beachtlich ist.

Er sieht tatsächlich nach GTI aus

Optisch gibt sich der VW ID.3 GTI erstaunlich wenig Mühe, seine Herkunft zu verbergen. An der Front sitzen serienmäßig IQ.LIGHT-LED-Matrix-Scheinwerfer, dazwischen eine beleuchtete Lichtleiste mit VW-Logo. Direkt darunter verläuft jenes Detail, das seit 1976 zuverlässig signalisiert, dass hier kein gewöhnlicher Golf oder nun ID.3 unterwegs ist: ein roter Streifen.

Dazu kommen vertikale LED-Elemente an den äußeren Bereichen des Stoßfängers sowie ein hochglänzend schwarzes Wabengitter. Rote Elemente und ein Frontsplitter greifen Gestaltungselemente aus dem Motorsport auf.

An den Seiten drehen sich serienmäßig 20-Zoll-Leichtmetallräder namens „Wörthersee“. Der Name dürfte bei eingefleischten GTI-Fans Erinnerungen auslösen, denn das legendäre GTI-Treffen am österreichischen Wörthersee war über Jahrzehnte ein wichtiger Treffpunkt der Szene.

Interessant ist auch die neue Farbstrategie. Anders als beim ID.3 GTX sind Dach, Dachkantenspoiler und Heckklappe beim GTI in Wagenfarbe gehalten. Dadurch soll die Karosserie optisch länger und sportlicher wirken.

Und natürlich gibt es „Tornadorot“. Der Farbton mit dem Code LY3D wurde bereits beim Golf GTI der ersten Generation angeboten und gehört zu den bekanntesten Farben der GTI-Historie. Wer damit unterwegs ist, braucht eigentlich nur noch eine Baseballkappe mit falschem Motorsportlogo, und das Klischee wäre komplett.


VW ID.3 GTI: Schottenkaro trifft Elektromotor

Im Innenraum geht Volkswagen ebenfalls auf Nummer sicher. Schwarz und Rot dominieren, dazu gibt es einen roten Streifen über die Armaturentafel und die obligatorische rote 12-Uhr-Markierung am Sportlenkrad.

Die Top-Sportsitze tragen das Muster „Superclark“, eine moderne Interpretation des Schottenkaros, das bereits die ersten Golf-GTI-Sitze von 1976 zierte. Das ist konsequente Modellpflege über fünf Jahrzehnte hinweg.

Die technische Basis liefert der neue ID.3 Neo. Das Cockpit wurde neu gestaltet und verfügt über ein größeres Digital Cockpit sowie das 12,9 Zoll große Touchdisplay des Innovision-Infotainmentsystems. Darunter sitzt eine separate Tastenleiste für Klimatisierung und Warnblinker. Auch ein Drehregler für Lautstärke und Titelwechsel ist wieder vorhanden.

VW ID.3 GTI im aufrechten Gang

Der wohl größte Traditionsbruch steckt unter dem Blech. Der ID.3 GTI besitzt Hinterradantrieb, „läuft“ quasi auf den Hinterbeinen. Die 326 PS starke E-Maschine sitzt an der Hinterachse und wird von einer 79 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie versorgt.

Das dürfte der Fahrdynamik eine ganz eigene Note verleihen. Der niedrige Schwerpunkt eines Elektroautos trifft auf die klassische GTI-Idee eines agilen Kompaktsportlers. Dazu kommen eine direkte Progressivlenkung und das adaptive DCC-Sportfahrwerk – übrigens serienmäßig.

Eine Launch Control gehört ebenfalls zur Ausstattung. Sie soll den Sprint reproduzierbar auf die Straße bringen, ohne dass dabei die Reifen unnötig als Nebelkerzensimulanten eingesetzt werden. Volkswagen verspricht damit einen kontrollierten Start mit ordentlich Nachdruck.


Jetzt wird es persönlich

Das eigentliche Herzstück der neuen Fahrdynamik ist jedoch der GTI-Modus. Eine beleuchtete GTI-Taste im Multifunktionssportlenkrad genügt, und sämtliche relevanten Parameter werden auf Sport getrimmt. Antriebscharakteristik, Lenkung und DCC-Fahrwerk wechseln in die entsprechende Abstimmung.

Auch die Inszenierung passt sich an. Ambientebeleuchtung und ID. Light wechseln auf Rot, das digitale Cockpit erhält eine spezielle Darstellung mit Powermeter und integrierter Geschwindigkeitsanzeige. Und dann kommt der vielleicht kurioseste Teil: Der ID.3 GTI lässt auf Wunsch den Klang eines Verbrennungsmotors ertönen.

Ein Elektroauto simuliert also das Geräusch eines Motors, den es gar nicht besitzt. Willkommen im Jahr 2026. Die Automobilindustrie hat offenbar beschlossen, dass Nostalgie künftig aus Lautsprechern kommt. Und Volkswagen ist da längst nicht allein.


Ein GTI für den Alltag

Trotz aller Sportlichkeit soll der ID.3 GTI ein alltagstauglicher Kompaktwagen bleiben. Volkswagen nennt eine Reichweite von bis zu 601 Kilometern. Die 79-kWh-Batterie lässt sich mit bis zu 183 kW Gleichstrom laden. Von zehn auf 80 Prozent sollen rund 29 Minuten vergehen.

Auch beim Platzangebot bleibt der elektrische GTI seinem Anspruch als Allrounder treu. Optional gibt es unter anderem ein Panoramadach, Massage- und Memory-Sitze, ein 480 Watt starkes Harman-Kardon-Soundsystem sowie ein Augmented-Reality-Head-up-Display.

VW ID.3 GTI schräg hinten
Anfang 2027 nehmen die VW-Händler Vorbestellungen für den GTI entgegen.

Für aktive Freizeitgestaltung gibt es eine abnehmbare Vorrichtung für Fahrradträger mit 75 Kilogramm Stützlast. Dank Vehicle-to-Load kann der ID.3 GTI außerdem externe Geräte mit Strom versorgen. Über den optionalen PowerSocket lassen sich beispielsweise E-Bikes laden.

Damit ist der GTI tatsächlich nicht nur für die schnelle Runde gedacht, sondern kann auch den Wochenendtrip mit Fahrrädern bewältigen.


Assistenz & Co.

Auch die Assistenztechnik wird aufgerüstet. Optional stehen Park Assist Pro mit Memory-Funktion und die neueste Generation des Travel Assist zur Verfügung. Letzterer kann erstmals auch Ampeln berücksichtigen. Erkennt das System eine rote Ampel, kann es den ID.3 GTI automatisch bis zum Stillstand abbremsen.

Damit wird aus dem sportlichen Kompaktwagen endgültig ein modernes Multifunktionsgerät: schnell, elektrisch, digital und trotzdem mit genügend praktischer Substanz für den Alltag.


Preis und Verfügbarkeit

Die Preise für die neueste Interpretation des GTI wurden bislang nicht kommuniziert. Der Vorverkauf des neuen ID.3 GTI soll Anfang 2027 beginnen; bis dahin werden die Verkaufspreise mit Sicherheit benannt – wir informieren zu gegebener Zeit darüber.


NewCarz meint dazu:

Volkswagen wagt beim ID.3 GTI einen interessanten Spagat zwischen fünf Jahrzehnten Tradition und elektrischer Gegenwart. Als GTX wurde versucht, den GTI in die E-Mobilität zu holen. Nun wird dieses Experiment beendet und Nägel mit Köpfen gemacht: der GTX ist „ad acta“. Ob der GTI nur ein alter neuer Name für den GTX ist? Wir meinen, dass dies zu einfach gedacht wäre und der GTI mit Sicherheit einen deutlichen Schritt nach vorne machen konnte. Letztendlich wird ein umfangreicher Test herausstellen, was der VW ID.3 GTI alles drauf hat und ob er dem legendären Kürzel gerecht werden kann.

Quelle & Fotos: Volkswagen / Text: NewCarz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise