Erstkontakt: VW Bulli 6.1 – Technikfeatures im Fokus

VW Bulli 6.1

Die Transporter-Ikone VW Bulli 6.1 für Familie und Profis besteht seit 70 Jahren und erlebt mit diesem Facelift eine umfassende Digitalisierung.

Die Markteinführung beginnt im Herbst dieses Jahres. Der Allrounder für Familie und Business startet im Herbst mit dem Multivan 6.1, der Caravelle 6.1 sowie – als Kastenwagen und Kombi – dem Transporter 6.1.

Der neue Bulli offeriert eine Vielzahl digitaler Updates, neuer Assistenzsysteme wie den Trailer Assist und die Vernetzung mittels Smartphone.
Wir testeten einen VW Bulli 6.1 Multivan Edition mit 2.0 Liter TDI unter der Haube, welcher 146 kW leistet und mit einem 7-Gang-DSG gekoppelt war.

 

Exterieur des VW Bulli 6.1 – Mehr Dynamik fürs Auge

Der Bulli ist von Anbeginn auch immer ein Stück deutscher Kulturgeschichte und seit seiner 70 Jahre zählenden Ur-Version, dem T1 aus 1949, ein Kassenschlager mit rund 12 Millionen weltweit verkauften Exemplaren. Es verwundert nicht, dass die Designregel „maximale Raumnutzung“ lautet und dies seit sechs Generationen unverändert blieb. Mit dem Bulli 6.1 ziehen nun digitale Services und Funktionen ein, während das Design eine ansprechende Anpassung an die Optik der PKW-Modelle erfährt.

 

Front vom VW Bulli 6.1
Wirkt breiter, ohne dabei zu wuchtig in Erscheinung zu treten: Der VW Bulli 6.1



Ins Auge sticht der deutlich größere Kühlergrill, welcher mit einem dominant skizzierten, neuen Stoßfänger kombiniert wird. Neu sind on top die mit einer großen Prise Chrom verzierten Scheinwerfer inklusive neuer Scheinwerfersignatur sowie überarbeitete Kotflügel. Das glänzende Chrom der mittleren Querspange umspielt das VW-Emblem und lenkt die Aufmerksamkeit von Kollegen, Kunden und der Nachbarn sehr direkt auf den neu erkorenen Schönling unter den Nutztieren.

 

Seitenansicht VW Bulli 6.1
Der neue T6.1: Klassische Linie, klassischer Stil – Doch in Summe dennoch auch moderner.

 

Mehr Glanz und Glamour? Auf Wunsch umgarnt das Chrom auch den Stoßfänger, um die Dominanz der Zierde im Bereich des Grills aufzulockern und den Fokus auch auf die Form der angedeuteten, optisch Dynamik versprühenden Lufteinlässe zu lenken.

Fakt ist: Dank der Masse horizontaler Linien wirkt das Bulli-Facelift extrem breit und dabei unverändert charismatisch. By the Way findet das 4Motion-Emblem seine Heimat inmitten des Chromspektakels vom Grill, wo es keinesfalls untergeht, sondern adäquat präsentiert wird. Der neue Volkswagen Bulli 6.1 erhält sechs neue Raddesigns sowie sechs neue Außenfarben, wobei die sieben neu abgemischten Zweifarblackierungen ein besonderes Highlight sein dürften.

 

VW Bulli 6.1 vor Mühle
Von wegen Mühle – Der Bulli zeigt wiederholt, dass er zum State of the Art gehört.

 

Unser Testkandidat fügt sich in seinem Pure Grey perfekt in die Amsterdamer Mühlenkulisse ein und wird mittels Edition-Details und viel Chrom um eine sportive und edle Nuance zugleich erweitert. Zeit für einen Blick ins Innere, wo die meisten Nova präsentiert werden.

 

Interieur des VW T6.1 – online und digital

Öffnet man die Türen eines voll ausgestatteten neuen VW T6.1, wird der Blick sofort auf das Digital Cockpit, die neu gestaltete Instrumententafel mit digitalen Instrumenten, gelenkt. Direkt auf gleicher Höhe befindet sich das Infotainmentsystem MIB2 oder das zur dritten Generation des Modularen Infotainmentbaukastens gehörende MIB3. Somit steht die Nutzfahrzeugriege auf demselben technischen Stand wie beispielsweise das neue VW Passat Facelift.

 

Interieur Bulli T6.1
Wohnlich komfortabel – Dass es sich um ein Nutzfahrzeug handelt, merkt man kaum noch.



Neue Features sind darüber hinaus die 230-Volt-Steckdose am Fahrersitz und das abschließbare Fach der Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite. Besonders langes Transportgut kann nun dank der Unterladefunktion bis unter die Beifahrerbank geschoben werden, sodass die maximale Laderaumlänge von 2.450 mm auf 2.800 mm respektive von 2.900 mm auf 3.300 mm beim Bulli 6.1 mit verlängertem Radstand steigt.

Serie ist für den Transporter die separate Laderaumschließung, sofern eine Trennwand verbaut ist. Im Modus „Postbote“ kann der Laderaum und im Modus „Werkstatt“ das Fahrerhaus verschlossen werden.

 



Wenn die Digitalisierung im Fokus steht, ist es natürlich wichtig, wo das Smartphone sein neues Habitat findet. Es kann in einem der zusätzlichen Ablagefächer untergebracht werden oder man nutzt die Handyablage mit optional induktiver Ladefunktion. Unverzichtbar sind die neuen Cupholder im Bereich der A-Säulen. Neu sind darüber hinaus die Luftausströmer der Schalttafel, welche nun in alle Richtungen eingestellt, geöffnet und geschlossen werden können.

 

Handyfach VW T6.1
Perfektes „Parkhaus“ für das Handy und USB-C Anschlüsse verkünden beste Konnektivität.



Die Lenkräder des Volkswagen T6.1 erhielten ebenso ein Update, damit mittels View“-Taste der Pilot sein Digital Cockpit konfigurieren kann. Neben den technischen Neuerungen gibt es auch neue, dunkle und strapazierfähige Sitzbezüge sowie eine LED-Beleuchtung im Fahrerhaus plus im Lade- beziehungsweise Fahrgastraum.

 

Heckklappe VW Bulli 6.1
Superschnell und zuverlässig – Die elektrische Heckklappenbetätigung am neuen Bulli.

 

Apropos Laderaum: Unser Testkandidat verfügt über eine optionale und sehr empfehlenswerte, elektrisch agierende Heckklappe welche ihr Werk nicht nur angenehm schnell verrichtet, sondern auch akustisch begleitet. Darüber hinaus ist die optionale, elektrische Zuziehhilfe der Schiebetür links ein echtes Komfortplus.

 

„Hey Volkswagen“ – Digitale Services des VW Bulli 6.1

Alle Infotainmentsysteme des neuen VW Bulli 6.1 erhalten eine eSIM, um eine Vielzahl neuer Services anzubieten zu können. Wir haben beispielsweise eine Tür und ein Fenster offengelassen, was uns in der entsprechenden App We Connect in roten Farben unübersehbar angezeigt wurde.

 

WeConnect App
Nie wieder offene Fenster und Türen vergessen: We Connect machts möglich.

 

Dazu kommen App-Funktionen wie der Überblick über Fahrzeugdaten, den Standort oder die Aktivierung der Blinker beziehungsweise ein Hupen, um den Bulli auch in Tiefgaragen und bei Dunkelheit schnell zu finden. Für Unternehmen können die App „We Connect Fleet“ als Fuhrpark-Management-System nutzen. Ein weiteres Feature ist die natürliche Sprachsteuerung „Hey Volkswagen“.

 

Neue Assistenzsysteme des VW Bulli 6.1

Dank der neuen elektromechanischen Servolenkung können neue Assistenzsysteme in den VW Bulli 6.1 integriert werden. Zu diesen gehört das Spurhaltesystem Lane Assist, eine Verkehrszeichenerkennung, der Park Assist sowie der Anhängerrangierassistent Trailer Assist, welchen wir bereits beim VW Touareg testen konnten.

 

Trailer Assist mit dem Bulli
Master of Rangieren – Dank Trailer Assist mit dem Bulli 6.1 kein Problem.

 

Dieser übernimmt mittels Drehknopf der elektrischen Außenspiegeleinstellung den Lenkvorgang, sodass der Fahrer nur noch entlastet wird und sich mehr auf die Sicherheit in der Umgebung und nicht mehr auf das Lenken konzentrieren muss. Beim manuellen Rangieren unterstützt nun der Flankenschutz, welcher mittels Ultraschallsensoren die Umgebung prüft und vor Kaltverformungen warnt.

 

Touchscreen VW T6.1
Go your own way – Einfaches Konfigurieren für den persönlichen Geschmack.



Der Ausparkassistent erkennt Fahrzeuge, Fußgänger oder Fahrradfahrer, die sich seitlich hinter dem Wagen nähern und vollzieht im Falle des Falles einen Bremseingriff. Serienmäßig ist on top der neue Seitenwindassistent, welcher den Bulli automatisch stabilisiert. Das optionale ACC verfügt nun in Verbindung mit dem DSG über eine Stop-and-Go-Funktion sodass der VW Bulli 6.1 automatisch wieder anfährt, wenn das vorausfahrende Fahrzeug beschleunigt.

 

Motorisierung & Fahreigenschaften

Leichtfüßig im Handling und leichtgängig in puncto Lenkung – der neue VW Bulli 6.1 präsentiert sich mit einer neuen elektromechanischen Servolenkung. Diese übersetzt weitaus direkter, was sich darin zeigt, dass die Lenkung den typischen, schwerfälligen Nutzfahrzeugcharme vergangener Tage ad acta legt. Der neue Bulli überzeugt mittels leichtem Handling und mehr PKW-Charakter, wodurch beim Fahren das Gefühl von Agilität und Präzision gesteigert wird.

 

TDI im Bulli
Beherzt und leichtfüßig. Der 2.0 TDI mit 199 PS erwies sich im Erstkontakt als kraftvoller Antrieb.



Darüber hinaus wurde die Abstimmung der Fahrwerke in Bezug auf Fahrkomfort und Fahrdynamik optimiert, wodurch sich ein neutrales Gesamtbild ergibt – so, wie man es im PKW schätzt und im Transporter genießt. Unser Testkandidat verfügt über die optionale, adaptive Fahrwerksregelung DCC welche durchgängig auf Comfort eingestellt war, um durch urbane Gefilde zu gleiten.

 

Bulli 6.1 drei Stück
Für jeden Anspruch etwas dabei – Verschiedene Versionen decken eine breite Palette an Bedürfnissen.

 

Unter der Haube verrichten Turbodiesel stoisch ihr Tagwerk. Die Leistungsstufen umfassen von 90 PS über 110 PS, 150 PS und 99 PS, wobei nur die 150 PS- und die 199 PS-Aggregate mit 4MOTION kombiniert werden können.

Wichtig ist, dass alle Volkswagen Bulli 6.1 TDI die neueste Abgasnorm Euro 6d TEMP-EAVP erfüllen.

TDI-Motoren im Überblick

  • TDI + 5-Gang-Getriebe: 90 PS sowie 110 PS
  • TDI + 6-Gang-Getriebe: 150PS
  • TDI + DSG: 150PS sowie 199 PS (serienmäßig)
  • TDI + 4MOTION: 150PS
  • TDI + DSG + 4MOTION: 150PS sowie 199 PS

 

Die Preise des neuen Volkswagen Bulli 6.1

Die Grundmodelle des Transporter 6.1 Kastenwagens starten beim 90 PS starken 2.0 TDI mit Frontantrieb und manuellem 5-Gangschaltgetriebe bei 31.862,25 Euro für den kurzen Radstand mit Normaldach. Das Hochdach-Modell mit langem Radstand startet bei 34.855,10 Euro.

 

Als einfacher Kastenwagen beginnt der Einstiegt beim T6.1 bei knapp 32.000 Euro.



Das Topmodell des Transporters mit 199-PS-Diesel, 7-Gang-DSG und 4Motion startet ab 46.921,10 Euro mit kurzem Radstand und Normaldach – wählt man den langen Radstand und das Hochdach, ergibt sich ein Startpreis von 49.914,55 Euro.

 

T6.1 Pritsche
Auch wieder als Pritsche verfügbar: Der neue T6.1 von Volkswagen.



Die Pritschenwagen-Variante des VW Transporters 6.1 mit kurzem Radstand und Einzelkabine startet ab 32.183,55 Euro für den 90 PS starken 2.0 TDI mit Frontantrieb und manuellem 5-Gangschaltgetriebe. Das Topmodell mit 199-PS-Diesel, 7-Gang-DSG und 4Motion startet ab 47.243,00 Euro.

 

Launch-Modell VW Multivan 6.1 Cruise

Zur Markteinführung wird der VW Multivan 6.1 Cruise mit LED-Scheinwerfern, LED-Rückleuchten, einem Chrompaket, Trittstufeneinlegern in Edelstahl, einer 3-Zonen- Klimaautomatik und dem „Radio-Navigationssystem „Discover Media“ einen attraktiven Ausblick geben. On top wird das Launch-Modell über ArtVelours-Sitze sowie die Assistenzsysteme Park Assist, Flankenschutz, Lane Assist inklusive Ausparkassistent und ACC verfügen.

 

VW Multivan 6.1 Cruise
Zur Modelleinführung: Der „Cruise“ wartet mit mit einer Armada an Ausstattungsoptionen auf.

 

 

Fazit – Update gespickt mit aktueller Technik

Der neue VW Bulli 6.1 offenbart, wie sich die Nutzfahrzeugsparte sukzessive an die PKW-Riege anpasst und die Grenzen zwischen komfortablem Alltagsbegleiter und einem Fahrzeug im Dienste des Business immer mehr verschmelzen lässt. Die Ikone unter den Arbeitstieren ist – sofern üppig ausgestattet – optisch so edel-sportiv wie nie zuvor und innen hochwertig sowie topaktuell in puncto Digitalisierung und Vernetzung.

 

Bulli vor Hafen
Hat wieder das Rüstzeug zum Platzhirsch: Der neue VW T6.1

 

Wenngleich die Serienausstattung nun deutlich erweitert wird, sind viele der neuen Assistenten wie DCC, Trailer Assist, Lane Assist und ACC nur optional verfügbar. Dennoch ist das neue, leichtfüßige Handling Serie und dürfte bei den Transporter-Enthusiasten sicherlich reichlich Pluspunkte sammeln.

Besonders spannend dürfte auch die Fortführung der Elektrifizierungsstrategie Volkswagens sein. Der ABT e-Transporter befindet sich derzeit im Konzeptstatus und könnte zusammen mit dem ABT e-Caddy, dem Cargo e-Bike und dem bereits erhältlichen e-Crafter die Zukunft des Nutzfahrzeugs einleiten.

 

Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

 

 

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