Kia PV5 Chassis Cab – Bereit für den Arbeits-Marathon

Kia PV5 Chassis Cab

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Kia erweitert den PV5 Chassis Cab um eine weitere Batterieoption. Ab Modelljahr 2027 steht das das Modell neben dem bisherigen 51,5-kWh-Akku auch mit einer 71,2-kWh-Batterie zur Verfügung.

Damit richtet sich die neue Variante vor allem an Gewerbekunden, deren Fahrzeuge regelmäßig längere Strecken zurücklegen und bei denen Ladepausen möglichst gut in den Betriebsablauf passen müssen.

Der größere Energiespeicher ist dabei weniger als reine Reichweitensteigerung zu verstehen. Entscheidend ist vielmehr die zusätzliche Flexibilität bei der Planung von Routen und Einsatzzyklen. Gerade bei Nutzfahrzeugen können Aufbau, Beladung, Temperatur und Einsatzgebiet den Energiebedarf erheblich beeinflussen.


Kia PV5 Chassis Cab: Nachladen in rund 30 Minuten

Mit dem 71,2-kWh-Akku stellt der PV5 Chassis Cab bis zu 163 PS bereit. An einer entsprechend leistungsfähigen Gleichstrom-Ladestation lässt sich der Energiespeicher laut Kia in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen.

Für das Laden mit Wechselstrom ist ein 11-kW-On-Board-Charger an Bord. Damit dauert der Vorgang von 10 auf 100 Prozent etwa sechseinhalb Stunden. Das eignet sich insbesondere für das Laden während längerer Standzeiten, beispielsweise über Nacht auf dem Betriebshof.

Wie weit der PV5 Chassis Cab tatsächlich kommt, hängt vom jeweiligen Aufbau und damit auch von Gewicht und Aerodynamik ab. Einen Orientierungswert liefert der PV5 Cargo in der Langversion L2H1: Dort sind mit der 51,5-kWh-Batterie bis zu 297 Kilometer und mit dem 71,2-kWh-Akku bis zu 416 Kilometer nach WLTP möglich.


Die Plattform ist der eigentliche Trumpf

Der Chassis Cab ist innerhalb der Kia-PBV-Familie weniger als fertiges Nutzfahrzeug gedacht, sondern vielmehr als elektrische Basis für unterschiedliche Anwendungen. Mit einer Länge von 4,61 Metern bleibt das Fahrzeug vergleichsweise kompakt. Einschließlich des hinteren Unterfahrschutzes sind es 4,87 Meter.

Auch der Wendekreis von 11 Metern soll den Einsatz im urbanen Umfeld erleichtern. Das ist insbesondere für Lieferdienste, Handwerksbetriebe und kommunale Anwendungen relevant, bei denen enge Straßen, Innenhöfe und Baustellen zum täglichen Arbeitsplatz gehören.

Technisch basiert der PV5 Chassis Cab auf der für die PBV-Familie entwickelten E-GMP.S-Plattform. Das Konzept erlaubt unterschiedliche Karosserieaufbauten und wurde gemeinsam mit europäischen Umbaupartnern entwickelt.


Kia PV5 Chassis Cab – Vom Kipper bis zum Kühlfahrzeug

Die Liste möglicher Anwendungen ist entsprechend lang. Für Baugewerbe, Landwirtschaft und kommunale Dienste sind beispielsweise Pritschen- und Kipperaufbauten vorgesehen. Im Bereich Paket- und Onlinehandel sind drei unterschiedliche Kastenwagenlösungen möglich.

Kia PV5 Chassis Cab schräg hinten
Unzählige Möglichkeiten prädestinieren das Kia PV5 Chassis Cab für vielfältige Einsatzszenarien.

Darüber hinaus kann der elektrische Kia als Kühlfahrzeug für Lebensmittel und andere temperaturempfindliche Waren eingesetzt werden. Auch Spezialaufbauten für Wartung, Versorgung und Kundendienst sind vorgesehen.

Bei entsprechendem Aufbau sind sogar Kastenaufbauten mit bis zu acht Kubikmetern Laderaum möglich. Welche Karosserie letztlich verfügbar ist, hängt allerdings vom jeweiligen Umrüster, der Ausstattung, der Zertifizierung und den regionalen gesetzlichen Vorgaben ab.

Damit verschiebt sich ein Teil der Fahrzeugkonfiguration aus dem Kia-Konfigurator in die Zusammenarbeit zwischen Kunde und Aufbauhersteller. Das hat einen praktischen Vorteil: Der Betreiber kann das Basisfahrzeug auf den eigenen Arbeitsablauf zuschneiden, statt umgekehrt den Betrieb an ein standardisiertes Nutzfahrzeug anzupassen.


Elektrische Plattform für unterschiedliche Geschäftsmodelle

Der PV5 Chassis Cab ist damit ein wichtiger Baustein der Kia-Strategie „Platform Beyond Vehicle“, kurz PBV. Die Familie umfasst neben dem Chassis Cab unter anderem den PV5 Cargo und den PV5 Passenger sowie spezielle Varianten wie den rollstuhlgerechten PV5 WAV und den PV5 Crew Van.

Der Ansatz ist bemerkenswert, weil Kia das elektrische Nutzfahrzeug nicht allein über die Antriebstechnik definiert. Vielmehr soll eine gemeinsame technische Basis verschiedene gewerbliche Anforderungen abdecken. Die zusätzliche 71,2-kWh-Batterie erweitert diesen Baukasten nun um eine weitere Einsatzmöglichkeit.

Für Deutschland soll der neue Modelljahrgang einschließlich der Langstreckenversion im letzten Quartal 2026 – also ab Oktober – bestellbar sein.


Garantie für den gewerblichen Einsatz

Auch bei der Absicherung setzt Kia auf die für die Marke bekannte Garantiedauer. Für den PV5 Chassis Cab gelten sieben Jahre beziehungsweise 150.000 Kilometer Herstellergarantie. Auf die Batterie gibt Kia acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer Garantie.

Damit dürfte die neue Batterieoption insbesondere für Flottenbetreiber interessant sein, die ihre Fahrzeuge über einen längeren Zeitraum kalkulieren und neben Anschaffungskosten auch Betriebssicherheit und planbare Einsatzzeiten berücksichtigen müssen.


NewCarz meint dazu:

Der größere Akku macht den PV5 Chassis Cab vor allem dort interessanter, wo ein elektrischer Transporter nicht nach Feierabend, sondern während des laufenden Arbeitstags funktionieren muss. Entscheidend ist dabei weniger die nackte WLTP-Reichweite als die Möglichkeit, Fahrzeugaufbau, Einsatzprofil und Ladefenster sinnvoll miteinander zu verbinden. Die Kombination aus kompakter Grundfläche, zahlreichen Aufbauvarianten und 71,2-kWh-Batterie macht aus dem Kia ein bemerkenswert vielseitiges Werkzeug für den gewerblichen Alltag.

Quelle & Fotos: Kia / Text: NewCarz

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