Der Vorverkauf des Mazda CX-6e läuft bereits seit Jahresanfang und das überaus erfolgreich (wir berichteten) – in wenigen Wochen erfolgt nun der Marktstart.
Ein richtiger Zeitpunkt also, um den Stromer noch einmal genauer vorzustellen.
Der leise Herausforderer rollt an
Die elektrische Konkurrenz im D-Segment gleicht inzwischen einem gut besuchten Sushi-Restaurant zur Mittagszeit: Jeder möchte den besten Platz, alle servieren moderne Technik und kaum ein Hersteller verzichtet auf große Versprechen. Mit dem neuen Mazda CX-6e betritt nun ein weiterer Herausforderer die Bühne. Allerdings einer, der lieber mit feinen Details beeindruckt als mit lautem Getöse.
Mazda bleibt seiner Philosophie treu und setzt nicht allein auf Reichweite oder Bildschirmgröße. Im Mittelpunkt steht weiterhin das berühmte Jinba Ittai-Prinzip, das harmonische Zusammenspiel zwischen Fahrer und Fahrzeug.
Mazda CX-6e – Elektroauto mit Vortriebsmotivation
Unter der Karosserie arbeitet ein an der Hinterachse platzierter Elektromotor mit 258 PS und 290 Newtonmetern Drehmoment. Das klingt auf dem Papier bereits ordentlich, dürfte sich in der Praxis aber vor allem durch seine direkte Leistungsentfaltung bemerkbar machen.


Gespeist wird der Motor von einer 78-kWh-LFP-Batterie, die eine WLTP-Reichweite von bis zu 484 Kilometern ermöglicht. Wer auf längeren Strecken unterwegs ist, dürfte sich über die Schnellladefähigkeit freuen. Mit bis zu 200 kW Ladeleistung vergehen an einer passenden DC-Ladesäule gerade einmal rund 24 Minuten, um den Akku von zehn auf 80 Prozent zu bringen. Genug Zeit für einen Kaffee, dessen Temperatur durchaus länger diskutiert wird als der eigentliche Ladevorgang dauert.
Drei Charaktere auf Knopfdruck
Nicht jeder Fahrer möchte jeden Tag gleich unterwegs sein. Genau deshalb spendiert Mazda dem CX-6e drei unterschiedliche Fahrprogramme.
Der Modus „Normal“ kümmert sich um entspanntes und komfortables Reisen. Wer dagegen den Sportmodus aktiviert, erlebt eine direktere Beschleunigung, ein strafferes Lenkgefühl und eine zurückhaltendere Rekuperation. Das Fahrzeug wirkt dadurch deutlich lebendiger.
Wer es ganz individuell mag, kombiniert im Modus „Individual“ Beschleunigung, Lenkung und Energierückgewinnung nach den eigenen Vorstellungen. Ein bisschen wie die persönliche Playlist für den Arbeitsweg, nur eben auf vier Rädern.
Digitalisierung mit Maß
Beim Blick ins Cockpit fällt zunächst der riesige, 26,45 Zoll große Bildschirm auf, der sich elegant über die gesamte Armaturentafel zieht. Doch anders als manche Wettbewerber scheint Mazda den Bildschirm nicht nur deshalb verbaut zu haben, weil Platz vorhanden war. Das ultrabreite 32:9-Format erlaubt eine clevere Aufteilung zwischen Fahrer- und Beifahrerinformationen. Beide erhalten genau die Inhalte, die sie benötigen, ohne dass der Fahrer unnötig vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird.
Ergänzt wird das Ganze durch ein großes Head-up-Display, eine intuitive Menüführung und frei belegbare Schnellwahltasten am Lenkrad. Technik soll hier unterstützen und nicht zur Geduldsprobe werden.
Der Mazda CX-6e versteht sogar Gesten und Haustiere
Die Sprachsteuerung reagiert auf natürliche Sprachbefehle und übernimmt Navigation, Klimatisierung oder Fenstersteuerung. Wer lieber schweigt, nutzt Gesten. Ein Handzeichen genügt beispielsweise, um Musikfunktionen oder bevorzugte Navigationsziele aufzurufen.
Besonders charmant wirken jedoch die kleinen Komfortideen. Im „Pet Comfort Mode“ bleibt die Innenraumtemperatur konstant, wenn Hund oder Katze während eines kurzen Einkaufs im Fahrzeug warten. Der „Wash Mode“ wiederum bereitet den CX-6e auf die Waschanlage vor, indem Spiegel angeklappt, Fenster geschlossen und Scheibenwischer deaktiviert werden.
Familienfreundlich bis in die zweite Reihe
Auch die Fondpassagiere werden nicht vergessen. Über ein separates Touchdisplay können sie Klimaanlage, Panorama-Glasdach oder sogar den Beifahrersitz bedienen, um mehr Beinfreiheit zu schaffen.
Fast noch raffinierter ist das Audiosystem mit 23 Lautsprechern. Bluetooth-Lautsprecher in den vorderen Kopfstützen ermöglichen es Fahrer und Beifahrer, Navigationsansagen oder Telefongespräche zu hören, ohne den gesamten Innenraum zu beschallen. Wer schon einmal mit schlafenden Kindern auf der Rückbank unterwegs war, weiß: Diese Idee dürfte in manchen Familien fast wichtiger sein als die Motorleistung.
Sicherheit auf höchstem Niveau
Mazda stattet den CX-6e serienmäßig mit einer beeindruckenden Palette moderner Assistenzsysteme aus. Notbremsassistenten vorne und hinten, Spurhalte- und Spurwechselassistenten, Totwinkelüberwachung, intelligenter Geschwindigkeitsassistent sowie zahlreiche weitere Systeme gehören zur Grundausstattung.
Besonders bemerkenswert ist das Occupancy Monitoring System. Erkennt die Innenraumkamera nach dem Abstellen des Fahrzeugs noch ein Kind oder Haustier im Fahrzeug, warnt das System den Fahrer. Eine Funktion, die hoffentlich selten eingreifen muss, deren Nutzen im Ernstfall jedoch kaum hoch genug bewertet werden kann.
Hinzu kommen neun Airbags und eine aufwendige Sicherheitsstruktur der Fahrgastzelle.
Digitale Vernetzung bis ins Detail
Auch bei der Konnektivität denkt Mazda weiter. Die neue Mazda6e & CX-6e App erlaubt unter anderem das Fernsteuern verschiedener Fahrzeugfunktionen sowie die Weitergabe eines digitalen Fahrzeugschlüssels an bis zu drei weitere Nutzer.
Mit der Mazda Charging App erhalten Fahrer gleichzeitig Zugriff auf ein europaweites Ladenetz mit integrierter Bezahlfunktion. Das reduziert die Zahl der Ladekarten im Handschuhfach erheblich und sorgt für mehr Übersicht auf langen Reisen.
NewCarz meint dazu:
Der Mazda CX-6e wirkt erfreulich unaufgeregt und genau darin könnte seine größte Stärke liegen. Besonders überzeugend finden wir die Konsequenz, mit der das bekannte Jinba-Ittai-Prinzip auch in die Elektromobilität übertragen wird. Hinterradantrieb, ausgewogene Fahrprogramme und eine intuitive Bedienung zeigen, dass hier das Fahrerlebnis weiterhin im Mittelpunkt steht. Mit einem Einstiegspreis ab 49.990 Euro positioniert sich der CX-6e selbstbewusst im D-Segment. Angesichts der umfangreichen Serienausstattung und der modernen Sicherheits- und Assistenzsysteme erscheint dieser Preis jedoch durchaus nachvollziehbar.
Quelle & Fotos: Mazda / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
