Porsche schnürt für den Macan Electric ein neues Business-Paket, erweitert die Serienausstattung und spendiert den sportlicheren Varianten GTS und Turbo serienmäßig mehr Ladeleistung.
Der interessante Teil: Ausgerechnet beim Porsche-Konfigurator darf diesmal gespart werden.
Porsche und das Wort „Sonderangebot“ haben traditionell ungefähr so viel miteinander zu tun wie ein Boxster mit einem Lieferwagen. Umso bemerkenswerter ist, was sich zum neuen Modelljahr beim Porsche Macan Electric tut: Der Sportwagenhersteller bündelt beliebte Extras in einem neuen Business-Paket und verspricht dabei einen Preisvorteil von bis zu 45 Prozent.
Nun muss man bei Porsche trotzdem nicht befürchten, dass plötzlich Rabattaufkleber im Schaufenster hängen. Es geht eher darum, dass der Kunde für einmal nicht jede attraktive Ausstattung einzeln im Konfigurator zusammensuchen muss. Und das ist beim Macan durchaus eine gute Nachricht.
Business-Paket: Konglomerat für die beliebten Dinge
Das neue Business-Paket ist für die Modelle Macan, Macan 4 und Macan 4S erhältlich. Porsche hat dafür eine ziemlich treffsichere Auswahl zusammengestellt.
Zum Paket gehören unter anderem das Panorama-Dachsystem, Matrix-LED-Hauptscheinwerfer sowie automatisch abblendende Innen- und Außenspiegel. Bei der Außenfarbe darf der Käufer zwischen Farben aus den Kategorien „Contrasts“ und „Shades“ wählen.
Im Innenraum geht es ebenfalls gehoben weiter: 14-Wege-Komfortsitze, schwarzes Leder und das Bose Surround Sound-System gehören zum Lieferumfang.
Und weil Porsche auch beim Fahrwerk nicht einfach nur ein SUV sein darf, gibt es zusätzlich Servolenkung Plus sowie adaptive Luftfederung mit Niveauregulierung und Höhenverstellung inklusive Porsche Active Suspension Management, kurz PASM.
Das ist eine ziemlich umfangreiche Ausstattungsliste. Vor allem die Luftfederung dürfte dabei zu den Extras gehören, die man bei einer späteren Konfiguration schnell vermisst, wenn man sie nicht angekreuzt hat.
Porsche Macan Electric – Paket bringt bis zu 45 Prozent Preisvorteil
Das Business-Paket kostet in Deutschland für Macan und Macan 4 jeweils 5.990,46 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Beim Macan 4S werden 5.299,07 Euro fällig.
Porsche beziffert den Preisvorteil gegenüber der Einzelbestellung aller enthaltenen Optionen auf bis zu 45 Prozent. Das ist durchaus eine Ansage. Natürlich muss man auch hier genau hinschauen: Ein Paket ist nur dann günstig, wenn man möglichst viele der enthaltenen Komponenten ohnehin haben möchte.

Wer beispielsweise unbedingt ein Panorama-Dach, Bose, Leder und Luftfederung möchte, dürfte mit dem Paket ziemlich gut fahren. Wer dagegen lediglich die Matrix-LED-Scheinwerfer sucht, bekommt dafür ein ziemlich großes Paket mitgeliefert.
Der klassische Konfigurator-Moment bleibt also bestehen: Man spart Geld, solange man Dinge kauft, die man ohnehin kaufen wollte. Die Kunst besteht darin, nicht plötzlich Dinge zu kaufen, die man vorher gar nicht kaufen wollte.
Porsche Macan Electric wird zugleich serienmäßig komfortabler
Das Business-Paket ist allerdings nur ein Teil der Neuigkeiten zum Modelljahreswechsel. Porsche erweitert gleichzeitig die Serienausstattung des Macan Electric.
So gehört künftig unter anderem der Abstandsregeltempomat ab Werk dazu. Auch beim Einparken wird der elektrische Macan selbstständiger. Das Automatisierte Parken mit 2D Surround View erkennt Parklücken zwischen sowie vor Objekten. Der Macan übernimmt anschließend den Einparkvorgang sowohl in Längs- als auch in Querlücken. Auch das Ausparken aus Längslücken kann das System übernehmen. Der Blinker wird dabei automatisch gesetzt.
Wer sich noch mehr digitale Parkhilfe wünscht, kann weitere Funktionen optional ordern. Dazu gehört auch der Remote Park Assist, mit dem sich Parkmanöver unter anderem über das Smartphone steuern lassen. In einer engen Tiefgarage, in der links und rechts gerade noch die Außenspiegel vorbeipassen, kann aus der vermeintlichen Spielerei ziemlich schnell ein Gimmick werden, das man sehr gerne hat.
Smartphone bekommt einen Nachbrenner
Auch das Smartphone darf sich über ein Upgrade freuen. Die induktive Ladeschale in der Mittelkonsole liefert künftig bis zu 25 Watt. Bisher waren maximal 15 Watt möglich. Das ist zwar keine Revolution, aber ein sinnvoller Fortschritt. Denn nichts ist ärgerlicher als ein Smartphone, das während der Fahrt zwar kabellos auf der Ablage liegt, am Ende der Reise aber kaum mehr Akkustand besitzt als beim Einsteigen.
GTS und Turbo ab sofort mit 22 kW On-Board-Loader
Besonders interessant wird der Modelljahreswechsel beim Thema Laden. Während Macan, Macan 4 und Macan 4S serienmäßig weiterhin mit maximal 11 kW Wechselstrom laden, bekommen Macan GTS und Macan Turbo künftig einen 22-kW-On-Board-Lader serienmäßig.
Damit verdoppelt sich theoretisch die mögliche AC-Ladeleistung. Wer also zu Hause eine entsprechend leistungsfähige Wallbox besitzt oder eine geeignete öffentliche AC-Ladesäule nutzt, kann deutlich schneller Energie nachladen.
Allerdings gilt auch hier das Kleingedruckte der Elektromobilität: 22 kW sind nur dann 22 kW, wenn Fahrzeug, Ladepunkt und elektrische Installation diese Leistung auch tatsächlich bereitstellen können. Macan, Macan 4 und Macan 4S können den 22-kW-Lader weiterhin optional bekommen.
Beim Schnellladen bleibt Porsche bei 270 kW
An der Gleichstrom-Schnellladesäule gibt es dagegen keine Unterschiede zwischen den Varianten. Alle Macan-Modelle können serienmäßig mit bis zu 270 kW DC laden. Das ist weiterhin eine beeindruckende Zahl und deutlich wichtiger für die Langstrecke als die maximale AC-Leistung.
Der Macan bringt damit eine Kombination mit, die im Alltag durchaus sinnvoll ist: hohe Ladeleistung unterwegs und je nach Variante nun auch kräftige AC-Leistung für längere Aufenthalte zu Hause oder am Zielort.
Gerade bei einem Fahrzeug dieser Klasse dürfte das Thema Ladezeit eine größere Rolle spielen als bei einem kleinen Stadt-Elektroauto. Wer mit einem elektrischen SUV regelmäßig lange Strecken fährt, möchte schließlich nicht jedes Mal einen halben Nachmittag neben einer Ladesäule verbringen.
NewCarz meint dazu:
Der unserer Meinung nach vielleicht interessanteste Aspekt dieser Modellpflege ist gar nicht die Technik. Denn beispielsweise 25 Watt induktive Ladeleistung ist zwar gut, aber im Vergleich nur noch Mittelmaß. Es ist eher die Tatsache, dass Porsche beim elektrischen Macan ein wenig Ordnung in das Optionschaos bringt. Das Business-Paket ist kein billiger Rabatttrick, sondern grundsätzlich sinnvoll zusammengestellt. Panorama-Dach, Matrix-LED, Komfortsitze, Bose und adaptive Luftfederung sind genau die Extras, bei denen sich viele Käufer ohnehin irgendwann wiederfinden. Wenn Porsche diese Ausstattung bis zu 45 Prozent günstiger anbietet als bei Einzelbestellung, lohnt sich auch bei Porsche-Fahrer der Griff zum Taschenrechner.
Quelle & Fotos: Porsche / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
