Skoda legt beim Plug-in-Hybrid nach und krönt die Superb Limousine mit 272 PS zum stärksten Verbrenner-Modell der Marke
Škoda gehört offenbar zur Kategorie „Mehr Kilowatt fürs Volk“ und präsentiert für die Limousine des Superb eine neue Topmotorisierung: einen stärkeren Plug-in-Hybridantrieb mit 200 kW (272 PS).
Die Botschaft ist eindeutig: Wenn schon elektrifizieren, dann bitte mit ausreichend Leistung. Der neue Antrieb ist ab sofort in den Ausstattungsvarianten L&K und Sportline erhältlich und macht den Superb iV zum leistungsstärksten Modell im aktuellen Škoda-Portfolio mit Verbrennungsmotor.
Einstiegspreis: 60.260 Euro. Für diese Summe bekommt man also nicht nur eine große Limousine, sondern auch das gute Gefühl, gleichzeitig Stromkunde und Tankstellengast sein zu dürfen.
Plug-in-Hybrid-Offensive mit tschechischer Geduld
Škoda arbeitet sich seit einigen Jahren mit bemerkenswerter Konsequenz durch die Hybridlandschaft. 2019 brachte der Hersteller den ersten Superb iV auf den Markt. 2020 folgte der Octavia iV, und 2024 gesellte sich mit dem Kodiaq iV das Plug-in-Hybrid-SUV hinzu.
Der bekannte PHEV-Antrieb mit 150 kW (204 PS) bleibt weiterhin im Programm und ist für den Superb Combi sowie für die Limousine in der Ausstattung Selection erhältlich. Für die höher positionierten Varianten Sportline und L&K gibt es allerdings nur noch die neue, stärkere Ausführung.
Die Logik dahinter wirkt plausibel: Wer Leder, Chrom und sportliche Akzente bestellt, möchte vermutlich nicht hören, dass der Nachbar-Superb genauso viel Leistung hat.
272 PS Systemleistung und ein bisschen Software-Zauber
Technisch basiert der neue Antrieb auf einer bekannten Kombination: einem 1,5-Liter-TSI-Benziner mit 130 kW (177 PS), ergänzt durch einen Elektromotor mit 85 kW. Zusammen ergibt das eine Systemleistung von bis zu 200 kW beziehungsweise 272 PS.
Im Vergleich zur bisherigen 204-PS-Version legt der Antrieb um 50 kW beziehungsweise 68 PS zu. Möglich wird das laut Hersteller durch einen überarbeiteten Benzinmotor und eine optimierte Steuerungssoftware des Antriebsstrangs. Übersetzt in Ingenieursdeutsch bedeutet das: Der Algorithmus hat gelernt, dass mehr Leistung meistens als angenehm empfunden wird.
Auch beim Drehmoment wurde nachgelegt. Mit 400 Nm stehen nun 50 Nm mehr zur Verfügung. Das Ergebnis lässt sich in Zahlen ausdrücken:
- 0 bis 100 km/h in 7,1 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
- Anhängelast: bis zu 2.000 kg
Damit bleibt der Superb seiner traditionellen Rolle treu. Er ist nach wie vor eine Familienlimousine, die gleichzeitig ausreichend Kraft besitzt, um Wohnwagen, Bootstrailer oder gelegentlich auch das eigene Ego zu bewegen.
Skoda Superb Limousine mit größeren Bremsen für größere Ambitionen
Mehr Leistung erfordert naturgemäß auch etwas mehr Bremsvermögen. Škoda hat deshalb das Bremssystem überarbeitet.
Die Hinterachse erhält größere, innenbelüftete Scheiben mit 310 Millimetern Durchmesser und 22 Millimetern Dicke. Zum Vergleich: Beim schwächeren Plug-in-Hybrid sind es 300 × 12 Millimeter.
Auch die Kühlung der vorderen Bremsen wurde modifiziert. Statt Luft aus dem Motorraum über Radhausöffnungen zu leiten, führt nun ein Kanal unterhalb der Stoßstange Frischluft direkt zu den Bremsen. Man könnte auch sagen: Die Bremsen bekommen jetzt ihre eigene Klimaanlage.
Batterie bleibt gleich, Ladezeiten auch
Interessanterweise bleibt ein zentraler Bestandteil des Systems unverändert: die Hochvoltbatterie.
Sie besitzt weiterhin eine Bruttokapazität von 25,7 kWh. Auch die Ladeparameter bleiben gleich:
- AC-Laden mit bis zu 11 kW
- DC-Laden mit bis zu 50 kW
- DC-Ladezeit von 10 auf 80 Prozent: etwa 26 Minuten
Gewicht und weitere technische Eckdaten des Antriebsstrangs ändern sich ebenfalls kaum. Das zusätzliche Leistungsplus stammt also primär aus effizienterer Abstimmung und einem optimierten Verbrennungsmotor.
Plug-in-Hybride bleiben gefragt
Dass Škoda diesen Antrieb weiterentwickelt, hat einen einfachen Grund: Er verkauft sich.
Seit der Einführung im Jahr 2019 wurden mehr als 68.000 Superb iV ausgeliefert. Der Anteil wächst kontinuierlich. Inzwischen fährt etwa jeder vierte neu zugelassene Superb mit Plug-in-Hybridtechnik vor.
Damit bestätigt sich ein Trend, der die Branche seit Jahren begleitet: Viele Kunden mögen Elektromobilität. Sie mögen allerdings auch die Sicherheit eines Tanks, falls die Steckdose einmal nicht in Reichweite ist.
Preis und Positionierung der Skoda Superb Limousine
Die neue Superb iV Limousine startet in der Ausstattung L&K bei 60.260 Euro. Für die sportlich angehauchte Sportline-Version ruft Škoda mindestens 60.750 Euro auf.
Damit positioniert sich das Modell weiterhin im oberen Bereich des Mittelklassesegments, allerdings mit einem Antrieb, der deutlich stärker ausfällt als viele direkte Wettbewerber.
NewCarz meint dazu:
Der Superb bleibt, seinem Namen entsprechend, ziemlich superb. Besonderer Dank geht aus unserer Sicht aber nicht nur an den erstarkten Verbrenner, sondern auch an die bemerkenswerte Weiterentwicklung des Plug-in Hybridantriebs, der sich in den letzten Jahren von einer behelfsmäßigen, eher halbherzigen Elektrifizierung zu einem harmonisch mit dem Verbrenner zusammenwirkenden und vor allem schnell nachladbaren Antriebsteil mit nun adäquaten Reichweiten entwickelt hat. Jetzt eben mit etwas mehr Strom im System und ein paar zusätzlichen Pferdestärken unter der Haube. Eine Kombination, die in der heutigen Automobilwelt ungefähr so überraschend ist wie ein Ladekabel im Kofferraum.
Quelle & Foto: Skoda / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
