In der schwäbischen Automobilküche hat man wieder einmal den Kochlöffel geschwungen und herausgekommen ist ein neues Gericht für Freunde kräftiger Elektrokost: der Porsche Cayenne S Electric.
Ein SUV, der Strom statt Super schlürft und dabei so viel Leistung serviert, dass selbst der Bordcomputer kurz überlegen muss, ob er lieber Rennstrecke oder Familienausflug plant.
Porsche Cayenne S Electric: ein Stromer mit Sportschuhen
Mit 400 kW (544 PS) Systemleistung ist der Cayenne S Electric kein Fahrzeug, das sich morgens verschlafen aus der Garage schiebt. Nutzt der Fahrer die Launch Control, legt das SUV noch eine Schippe drauf und mobilisiert bis zu 490 kW (666 PS). Ergebnis: Der Sprint von null auf 100 km/h dauert gerade einmal 3,8 Sekunden. Ein Wert, der früher eher zu Supersportwagen als zu Familien-SUVs gehörte.
Und weil ein echter Porsche auch beim Sonntagsausflug nicht trödelt, liegt die Höchstgeschwindigkeit bei bis zu 250 km/h. Wer dabei nicht ständig nach der nächsten Steckdose suchen möchte, kann auf eine WLTP-Reichweite von bis zu 653 Kilometern hoffen. Mit anderen Worten: genug Strom für eine ordentliche Portion Autobahnabenteuer.
16 Minuten an der Steckdose – dann geht’s weiter
Die Batterie bringt eine Bruttokapazität von 113 kWh mit. An einer passenden Schnellladesäule lädt der Cayenne S Electric von 10 auf 80 Prozent in weniger als 16 Minuten. Gerade genug Zeit für einen Espresso und eine kurze Diskussion darüber, ob man wirklich ein 666-PS-SUV braucht. Die Antwort lautet meist: natürlich.
Technik, die auch unter Dauerstress cool bleibt
Unter der Haube – beziehungsweise unter dem Boden – arbeiten zwei permanenterregte Synchronmaschinen, eine an jeder Achse. Besonders spannend: Die Elektromaschine an der Hinterachse wird direkt mit Öl gekühlt. Dadurch wird die Wärme dort abgeführt, wo sie entsteht. Für Technikfans bedeutet das: mehr Dauerleistung, weniger Hitzeprobleme.
Der Pulswechselrichter verarbeitet Ströme bis zu 620 Ampere und nutzt Siliziumkarbid als Halbleitermaterial. Klingt nach Elektrotechnik-Vorlesung, sorgt aber letztlich dafür, dass der Cayenne auch bei sportlicher Gangart nicht ins Schwitzen gerät.
Porsche Cayenne S Electric offeriert Sportwagen-Gene im SUV-Anzug
Optisch tritt der Cayenne S Electric mit markanten Bug- und Heckelementen in Vulkangraumetallic auf. 20-Zoll-Räder und ein neu gestalteter Diffusor geben dem SUV einen Auftritt, der irgendwo zwischen Business-Limousine und Fitnessstudio-Mitgliedschaft liegt.
Auf Wunsch gibt es Technik aus der oberen Porsche-Liga:
- Porsche Torque Vectoring Plus für besonders präzise Kurvenfahrten
- das aktive Fahrwerk Porsche Active Ride, das Aufbaubewegungen nahezu wegzaubert
- die Porsche Ceramic Composite Brake mit gelben Bremssätteln
Und wer für zehn Sekunden so tun möchte, als wäre er gerade im Qualifying, aktiviert die Push-to-Pass-Funktion. Dann stehen kurzfristig zusätzliche 90 kW (122 PS) bereit, was „The Number of the Best“ auf den Plan ruft: 666 PS.
Innenraum: Designer am Werk
Parallel zum neuen Modell startet die Porsche Exclusive Manufaktur eine neue Produktlinie namens „Style“. Dabei handelt es sich um kuratierte Designpakete aus dem Studio Style Porsche.
Der Auftakt: ein Interieur-Style-Paket, das vor allem eine Farbe feiert – Grün.


Mysticgrünmetallic außen, Delgadagrün im Innenraum, Izabalgrün auf Zierleisten, Lenkradnähten und Instrumenten. Dazu schwarze Ledersitze, gestickte Porsche-Wappen und ein Fahrzeugschlüssel im passenden Farbton. Kurz gesagt: ein Interieur, das wirkt, als hätte ein Designer beschlossen, einen Waldspaziergang in Leder und Aluminium zu übersetzen.
Der Preis des Porsche Cayenne S Electric: Premium bleibt Premium
Wer sich den elektrischen Kraftprotz sichern möchte, sollte allerdings nicht nur Strom im Hausanschluss haben, sondern auch etwas Reserve auf dem Konto. In Deutschland startet der Cayenne S Electric bei 126.400 Euro.

Dafür bekommt man allerdings ein SUV, das zeigt, wie die Zukunft des sportlichen Fahrens aussehen könnte: lautlos schnell, technisch hochgerüstet und stilistisch so individuell, dass selbst der Autoschlüssel farblich abgestimmt ist.
NewCarz meint dazu:
Die vollelektrische Variante des Cayenne S wirkt ein bisschen wie ein höflicher Gentleman im Maßanzug, der plötzlich einen 100-Meter-Sprint hinlegt. Außen souverän, innen stilvoll, und unter dem Blechkleid steckt ein elektrisches Kraftwerk, das den Begriff „SUV“ neu interpretiert. Die Kombination aus enormer Leistung, schneller Ladefähigkeit und edlen Individualisierungsmöglichkeiten sorgt dafür, dass der Cayenne S Electric mehr ist als nur ein weiteres E-SUV im Premiumsegment. Natürlich bleibt der Einstiegspreis jenseits der Portokasse. Doch wer sich ein Fahrzeug dieser Kategorie gönnt, sucht meist nicht den günstigsten Weg von A nach B, sondern das Erlebnis dazwischen. Nicht ohne Grund sagte uns einst der Chef eines Porsche-Zentrums „Porsche hat nun mal kein Rotes Kreuz auf dem Dach“.
Quelle & Fotos: Porsche / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
