Der neue Volvo EX60 tritt an, um das letzte Bollwerk der Skepsis zu schleifen und zwar mit Reichweite, Ladeleistung und einer Portion technologischem Selbstbewusstsein.
Das elektrische SUV fährt weiter und lädt schneller als jedes bisherige Elektroauto aus Göteborg – bis zu 800 Kilometer soll eine Akkufüllung reichen. Damit eignet er sich laut Hersteller nicht nur für den täglichen Weg zur Arbeit, sondern auch für jene Langstrecken, bei denen man früher sicherheitshalber ein Buch und drei Snacks eingeplant hat.
„Der Volvo EX60 wurde entwickelt, um neue Maßstäbe zu setzen“, sagt Anders Bell, Chief Technology Officer bei Volvo Cars. Eine dieser Aussagen, die man in der Autoindustrie oft hört. Der Unterschied diesmal: Volvo liefert Zahlen mit. Und die haben es in sich. Mit einer neuen Elektro-Architektur wolle man gezielt die größten Sorgen potenzieller Umsteiger adressieren. Übersetzt heißt das: Niemand soll mehr nervös auf den Akkustand schauen oder mit zittrigem Finger die nächste Ladesäule googeln.
340 Kilometer in zehn Minuten – fast schneller als der Milchaufschäumer
Das Herzstück der Offensive gegen die Reichweitenangst ist ein Ladeversprechen, das fast schon frech klingt. An einer 400-kW-Schnellladestation zapft der EX60 in zehn Minuten bis zu 340 Kilometer Reichweite nach. Zehn Minuten. Das ist ungefähr die Zeit, die man benötigt, um einen Kaffee zu bestellen, ihn zu fotografieren und danach festzustellen, dass er zu heiß ist.
Damit dauert der Ladestopp kaum länger als ein klassischer Tankstopp inklusive Bezahlen, Smalltalk und dem Versuch, die Zapfpistole wieder ordentlich einzuhängen. Für zusätzliche seelische Stabilität sorgt eine Batteriegarantie von bis zu zehn Jahren. Wer jetzt noch Angst hat, hat vermutlich auch noch Bargeld hinterm Ölgemälde über der ledernen Wohnlandschaft .
Volvo EX60 steht auf SPA3: Drei Buchstaben, viel Wirkung
Technisch basiert der EX60 auf der neuen SPA3-Plattform, der bislang fortschrittlichsten Elektro-Architektur von Volvo. Sie integriert die Batterie per Cell-to-Body-Technik direkt in die Fahrzeugstruktur. Das spart Gewicht, erhöht die Effizienz und sorgt dafür, dass der Strom nicht unnötig spazieren gefahren wird. Hinzu kommen hauseigene Elektromotoren und ein neues Zelldesign, das Energiedichte und Leistungsabgabe in ein harmonisches Gleichgewicht bringt. Das Ergebnis: Reichweiten, die sich mit Verbrennern messen wollen, ohne dabei Benzin zu verbrennen.
Megacasting: Weniger Teile, mehr Wirkung
Auch in der Produktion verlässt Volvo bekannte Pfade. Der EX60 ist das erste Modell der Marke, das ein Bauteil aus dem sogenannten Megacasting-Verfahren nutzt. Ein einziges präzise gegossenes Teil ersetzt Hunderte Einzelkomponenten. Weniger Teile bedeuten weniger Gewicht, weniger Komplexität und mehr Effizienz. Oder anders gesagt: Das Auto wird schlanker, ohne Diät halten zu müssen.
800 Volt und ein bisschen künstliche Intelligenz im Volvo EX60
Schnelles Laden verdankt der EX60 zudem seinem neuen 800-Volt-Bordnetz und einer intern entwickelten Software, die den Strom zielgerichtet und verlustarm in die Batterie leitet. Weniger Hitze, leichtere Materialien und clevere Steuerung sorgen dafür, dass in wenigen Minuten mehrere hundert Kilometer Reichweite nachgeladen werden können.
Unterstützt wird das Ganze von intelligenten Algorithmen von Breathe Battery Technologies, einem Unternehmen aus dem Volvo-Portfolio. Diese Software passt die Energieaufnahme der Batterie kontinuierlich an und hält sie unabhängig vom Wetter im optimalen Bereich. Die Batterie denkt also mit. Und zwar schneller als mancher Fahrer.
Weniger Wartung, mehr Zukunft
Als Elektroauto kommt der EX60 zudem mit weniger beweglichen Teilen aus, was den Wartungsaufwand reduziert. Weniger Werkstattbesuche, mehr Zeit auf der Straße. Oder im Café, während das Auto lädt.
Am 21. Januar feiert der Volvo EX60 seine Weltpremiere.
NewCarz meint dazu:
Unterm Strich eröffnet der Volvo EX60 fast eine neue Art der Fortbewegung: elektrisch, komfortabel und mit der beruhigenden Gewissheit, dass die nächste Ladung nicht mehr Aufmerksamkeit erfordert wie eine Tanksäule für einen Verbrenner. Die vollelektrische Zukunft wirkt damit nicht mehr wie ein Experiment, sondern wie ein ziemlich gut organisierter Alltag. Wie es scheint, könnte der EX60 nicht nur ein renommierter Nachfolger des Volvo XC60 werden, Sonden diesen sogar in Vergessenheit geraten lassen.
Quelle & Foto: Volvo / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
