Mini Countryman Cooper SD – Fescher Jung vom Lande

Mini Countryman Cooper SD

Nicht ganz ein Jahr ist es her, als der Mini Countryman Cooper eine Modellpflege erhielt, eine Erfrischungskur für die SUV-Version des Klassikers.

Immerhin ist der Countryman bereits im vierten Jahr seiner zweiten Generation – da kann ein Facelift sicherlich nicht schaden.

Wir fuhren daher für diesen Fahrbericht die große Version des Mini als SD, den größten verfügbaren Diesel mit Allradantrieb All4.


 




 

Außenansichten – Big Boy anstatt Mini

Mini ist als Bezeichnung hier nicht unbedingt zielführend, eher Maxi. Denn gegenüber dem Ur-Mini ist dieser hier fast schon ein Monstrum. Der Countryman ist der aktuell größte Mini im Portfolio und das sieht man auch.


Mini Countryman Cooper SD Front
No Mini – Für den Countryman klingt die Bezeichnung Mini nahezu paradox.



Vorn gibt’s keine gänzlich runden Leuchten, sondern leicht ellipsoide Scheinwerfer, aus denen Hightech-Dioden ihr Licht emittieren. Der Kühlergrill wirkt dabei recht markant und das S in den Lamellen erklärt das stärkere Modell.


Mini Countryman Cooper SD Seite
Long Vehicle – Der Countryman verkörpert ein wenig SUV, Kombi und etwas Klassik.



Von der Seite in Augenschein genommen, wirkt der Mini zwar ambitioniert für das Off, rollt aber nicht sonderlich hochbeinig daher, das gefällt optisch sogleich. Entfernt erinnert die Silhouette an die alten Londoner Taxis, genannt Black Cabs. Jedenfalls wird hier designtechnisch Bezug auf die britische Herkunft genommen, was uns wirklich verzückt hat.


Mini Countryman Cooper SD Heck
Der Heckabschluss lässt die Analogien zum klassischen Mini am stärksten erkennen.



Am Heck kommen dann wieder die Union-Jack-Leuchten zum Einsatz, welche wir auch von anderen Minis kennen. Der Rest bleibt hingegen recht unspektakulär, lediglich die beiden Endrohre weisen dezent auf etwas mehr Power hin.


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Innenraum – Maxi-Cabine im Mini-Car

Beim Öffnen der Tür erwartet den Betrachter ein schickes Lounge-Flair mit Mini-typischen kleinen Insignien, welche auch sofort ins Auge fallen und nicht nur bei Fans ein Lächeln auslösen. Schaut man sich den üppig dimensionierten Innenraum näher an, wundert es nicht, dass der Countryman die gleiche Plattform nutzt, wie der BMW X1.


Interier Countryman
Runde Sache – Das zentrale Infotainment bewahrt in seiner Form die Mini-Tugenden.



Sehr bequeme Sitze, die trotz ihrer etwas knappen Polsterdicke überraschend gut auch für längere Strecken geeignet sind, weisen tolle Lederbezüge vor. Der Einsatz von viel Softtouch-Oberflächen und einer tadellosen Verarbeitung würdigt den Premium-Anspruch dieses Autos.




Der einem Bullauge nicht unähnliche Zentralbildschirm sichert die traditionelle Formgebung einer Mini-Armatur, wenngleich hier mittels Cockpit-Display und ebendiesem Centerscreen auch deutlich sichtbar die Digitalisierung Einzug hielt.




Das Raumgefühl ist erwartungsgemäß sehr gut und auch im Fond finden Insassen genug Platz. Dank der für einen Mini nahezu üppigen Abmessungen besitzt der Countryman auch den voluminösesten Kofferraum der Riege. 450 Liter passen hier rein und wer die Rückenlehnen gen Boden befehligt, erntet ein Ladeabteil mit 1.390 Litern.


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Motor und Fahreigenschaften – Kein Jung von Traurigkeit

Mit 190 PS und 400 Newtonmetern maximales Drehmoment erwies sich der Selbstzünder mit vier Zylindern und zwei Litern Hubraum als kraftvoll und spurtstark, ohne dabei eine gewisse Laufkultur vermissen zu lassen. Im Kaltstart noch sonor vor sich hin nagelnd, wird der Turbodiesel nach Erreichen der Betriebstemperatur zum echten Leisetreter.


Motorraum SD
Lebensfroh – Der Dieselmotor zeigte sich im Test als sehr dynamisch und kultiviert.



Das Fahrwerk wurde grundsätzlich straff abgestimmt, immerhin soll er nach wie vor ein echter Mini sein. Drei Fahrprogramme fächern die Fahrwerkscharakteristik zusätzlich auf. Doch gleichgültig, ob man nun „Mid“ für die ausgewogene Abstimmung, „Green“ für das effiziente Vorankommen oder „Sport“ für das forcierte Fahren wählt – die Grundabstimmung ist stets straff. Ob man daher zusätzlich die „sportliche Fahrwerkabstimmung“ wählen sollte, bleibt jedem selbst überlassen – wir würden dies beim Countryman nicht unbedingt in Erwägung ziehen.




So grundgestrafft durcheilt auch die SUV-Version des Minis quietschfidel jede Kurve auf sich durch die Landschaft schlängelnder „Country-Roads“. Dem Selbstzünder bleibt kein Gasbefehl verborgen und er zeigt sich darüber hinaus sehr drehfreudig. Die 8-Gang-Automatik erwies sich als BMW-typisch tadellos und überaus vorbildlich im Schaltverhalten.


Steptronic Wahlhebel
Ist über jeden Zweifel erhaben: Die Steptronic Automatik schaltet stets passend und schnell.



Die Lenkung ist – das kennt man auch von BMW – angenehm direkt und geizt zu keiner Zeit mit Feedback. Das heißt im Endeffekt, dass auch im Mini Countryman Cooper Fahrfreude und sogar ein bisschen Go-Kart-Feeling aufkommen.


Vorderrad Countryman
Alles im Griff – Das Bremssystem des Countryman konnte bei Bedarf konsequent verzögern.



Auch die Bremsen erwiesen sich als standfest und ohne Fehl und Tadel – ein wichtiger Punkt bezüglich Sicherheit aber auch dem Fahrspaß ungemein zuträglich.


Endrohr Mini SD
In echt – Die Endrohre mit Chromblenden wurden in die Abgasanlage einbezogen.



Beim Verbrauch konnte der Diesel vollends überzeugen. Die Motoren unterliegen, wie auch bei jedem BMW der „Efficient Dynamics“ und dass dies keine Marketing-Worthülse ist, haben schon einige Protagonisten aus München bewiesen.


All4
Dank dem Allradantrieb gab es zu keinem Zeitpunkt Traktionsdefizite im Mini.



Nun konnte ebenso der Mini Countryman Cooper als SD in diesem Kapitel punkten, genehmigte sich im Drittelmix nur 6,8 Liter auf 100 Kilometer. Die Verbrauchsrunde erledigte der Pseudo-Brite mit nur 4,4 Litern und das Maximum bei Vollgasfahrten über nächtliche freie Autobahnen lag bei 9,6 Litern.


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Ausstattung, Technik und Komfort

Unser Testwagen besaß unter anderem sehr gute Voll-LED-Scheinwerfer mit homogenem Lichtbild und ausreichender Helligkeit. Damit macht eine Fahrt bei Dunkelheit keinerlei Probleme. Der Fernlichtassistent arbeitete zudem sehr zügig und während des Tests fehlerfrei.


Scheinwerfer Voll-LED
Ellipsoid statt rund – Die LED-Augen warfen im Test einen stattlichen Lichtkegel.



Das als angenehm klingende Harman/Kardon Soundsystem im Mini mochten alle Testfahrer und Insassen auf Anhieb. Daher darf dieses als Empfehlung der Redaktion gelten. Das Keyless-System funktionierte fehlerfrei; allerdings klappt der Mini die Spiegel nicht beim Verriegeln an, sondern nur auf Knopfdruck.




Das Navigationssystem funktionierte reibungslos und auch die Echtzeit-Stauumfahrung leistete sich keinerlei Fehler. Der DAB-Empfang erwies sich als überdurchschnittlich gut und eine schnelle Smartphone-Integration sorgt für ein hohes Maß an Konnektivität. Das Bedienkonzept des Infotainments bedarf insgesamt einer kurzen Eingewöhnung.


Sportanzeigen
Die Sportanzeigen sind immer an das Fahrprogramm SPORT geknüpft.



Das „Black Panel“ Design der Tachoeinheit zeigt sich in einer matt erscheinenden Darstellung. Am Aussehen scheiden sich die Geister. Fans von Minimalismus mögen dies, Freunde der typischen Digital-Cockpits finden es hingegen „underdressed“. Einig waren sich allerdings alle Tester, dass die fehlenden Konfigurationsmöglichkeiten bedauerlich sind. Es gibt hieran so gut wie nichts zu individualisieren.


Ambientelicht Countryman
Minimalistisch – Das Ambientelicht besteht aus nur einem Streifen in den vorderen Türen .



Die Ambientebeleuchtung sorgt für etwas Atmosphäre, könnte aber gern etwas umfangreicher ausfallen. Leider gibt es hier noch keine Lenkradheizung, erst mit dem neuen Modelljahr ist diese auch für die Minis verfügbar.


HUD Mini
Das HUD wird auf eine kleine Plastikscheibe anstatt direkt auf die Frontscheibe projiziert.



Das Head-up Display wird auf eine Plexischeibe projiziert. Diese Lösung ist beim Blick auf den Gesamtpreis des Autos nicht unbedingt die beste – hier hätten wir uns eine vollwertige Version, wie in einem BMW gewünscht.


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Varianten und Preise des Mini Countryman Cooper

  • Der Spaß eines Countryman Cooper beginnt mit einem 136 PS starken Dreizylinder-Benziner mit Schaltgetriebe und Frontantrieb ab 29.500 Euro und liegt somit um 2.600 Euro über dem Countryman One, der mit einem 102 PS starken Dreizylinder die Basis für das Mini-SUV darstellt. Als Allradmodell wird zusätzlich die Automatik inkludiert; der Preis liegt dann bei mindestens 33.500 Euro.
  • Als Cooper S beginnt die Leistung mit 178 PS dank einem 2.0-Liter Vierzylinder Benziners ab 33.100 Euro. Allrad plus Automatik kostet 4.000 Euro Aufpreis.
  • Der Cooper SE ist ein Plug-in Hybrid, der mit 220 PS Systemleistung und Allrad ab 39.100 Euro angeboten wird.
  • Darüber gibt’s das Flaggschiff, den John Cooper Works, der mit 306 PS und 47.300 Euro Grundpreis die Führung übernimmt.
  • Als Diesel startet der Cooper D mit 150 PS dank 2.0-Liter Vierzylinder ab 32.500 Euro und als Allrad plus Automatik werden auch hier 4.000 Euro mehr fällig.
  • Der Cooper SD beginnt ab 37.100 Euro und inklusive Allrad und Automatik geht es ab 39.100 Euro los.



Mini Countryman Cooper SD All4
Der Testwagen mit Allrad und größtem Diesel hat einen Basispreis von 39.100 Euro.



Neben diesen Motorisierungen werden für den jeweiligen Wunschkandidaten diverse Trims – das sind Ausstattungsvarianten – angeboten und die Optionsliste ist je nach Motorisierung und Trim sehr opulent. Selbst unser Testwagen verfügte über Ausstattungen im Wert von über 20.000 Euro und damit war noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange erreicht.


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Fazit – Fahraktiver Lifestyle-Gefährte

Der Mini Countryman Cooper SD All4 bleibt auch in seiner jüngsten Erscheinung ein extrovertierter Vertreter der Kompakt-SUV-Klasse. Wobei er eigentlich gar kein echtes SUV ist. Oder doch? So wirklich einordnen lässt sich der robust-elegante Brite nicht, und das ist eigentlich auch nicht wichtig.

Sein künftiger Besitzer kauft ihn nicht als Auto, sondern als Attitüde. Kaum ein anderes Fahrzeug bringt Nutzen und Stil derart stylish auf vier Räder, offeriert on Top noch Premiumqualität und lässt in puncto Ausstattung nur wenig Wünsche offen.


Mini Countryman SD schräg vorn rechts
Der große Diesel konnte dank Power und Allradantrieb mit viel Fahrdynamik überzeugen.



Den Daumen nach oben bekommt der Countryman als SD auch für seinen fahraktiven Charakter, dessen Handlichkeit so typisch Mini rüberkommt, dass man ihn gerne für eine Extrarunde bemühen möchte. Die vielen Assistenten bilden den Garant für ein hohes Maß an Sicherheit und so vereinen sich all diese Features zu einem gar nicht so kleinen Wunschlos-Glücklich-Paket.


Mini Countryman Cooper SD schräg hinten rechts
Darüber hinaus bot das Auto viel Platz, eine facettenreiche Ausstattung und Variabilität.



Entsprechend hoch ist das Fahrzeug auch preistechnisch eingegliedert. Doch wenngleich der Preis selbstbewusst ist, dürfte so gut wie sicher sein, dass auch der überarbeitete Countryman seine Nische finden und füllen wird.




Text/Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

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Technische Daten: Mini Countryman Cooper SD All4

  • Farbe: Enigmatic Black Metallic
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,30 x 1,82 (2,01 mit Außenspiegeln) x 1,56
  • Radstand (mm): 2.670
  • Antrieb: Vierzylinder Commonrail Turbodiesel mit SCR-Kat und DPF
  • Leistung: 140 kW (190 PS) bei 4.000 bis 6.000 rpm
  • Drehmoment (Nm): 400 bei 1.750 bis 2.500 rpm
  • Hubraum: 1.995 ccm
  • Getriebe: 8-Stufen Automatik Steptronic
  • Antriebsart: Allrad All4
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 5,4 l/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 6,8 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 141 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM
  • Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 7,6 Sekunden
  • Wendekreis (m): 11,4
  • Bodenfreiheit (mm): 165.
  • Kofferraumvolumen (l): 450 bis 1.390
  • Leergewicht (kg): 1.675
  • Zuladung (kg): 495
  • max. Anhängelast ungebremst/gebremst bis 12% (kg): 750/1.800
  • max. Stützlast (kg): 75
  • max. Dachlast (kg): 75
  • Tankinhalt (l): 61
  • AdBlue Tank (l): 12,5
  • Kraftstoffart: Diesel
  • Neupreis des Testwagens: ca. 60.500 Euro (Basispreis Cooper SD All4: 39.100 Euro)

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