Audi RS3 Sportback Test – Der Fünfzylinder-Berserker

Audi RS3 Sportback
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Seit seiner Premiere im Jahr 2011 steht der Audi RS3 Sportback für puristische Fahrleidenschaft im Kompaktformat. Was einst als sportliche Krönung der 3er-Reihe aus Ingolstadt begann, hat sich längst zu einer Ikone der Hot-Hatch-Szene entwickelt. 

Die Limousine folgte in zweiter Generation ab 2017. Der legendäre Fünfzylinder-Turbomotor, das Markenzeichen aller RS3-Generationen, blieb über die Jahre erhalten – und leistet heute in dritter Generation seit 2021satte 400 PS. Mit dem jüngsten Facelift erhielt der Kompaktsportler vor allem optische Feinarbeiten, während seine technische Seele unverändert temperamentvoll blieb. 

Grund genug, dem RS3 erneut auf den Zahn zu fühlen – und zwar gründlich. Unser Testprotagonist rollte grimmig brabbelnd in einer extrovertierten, giftgrünen Außenfarbe namens „Kyalamigrün“ auf unser Testgelände.

Das Wichtigste im Überblick

  • Enorm fahraktiver Hot Hatch mit hervorragendem Fünfzylinder und breitbandiger Fahrcharakteristik.
  • Ausstattung und Verarbeitung befinden sich auf Premiumniveau und auch der Alltag ist sein Metier.
  • Der sehr hohe Preis für Auto und Extras relativiert sich zumindest etwas durch den Fahrspaß und die vielen Annehmlichkeiten.


Exterieur – Kohlegefaserte grüne Mamba

Auf den ersten Blick wirkt der aktuelle Audi RS3 Sportback wie eine Mixtur aus grüner Mamba, Alligator und einem Predator – böse und alles andere als unauffällig. Das Facelift brachte ein geschärftes Scheinwerferdesign, das nicht nur moderner aussieht, sondern mit vier individuell einstellbaren Tagfahrlichtsignaturen sogar einen Hauch Personalisierung bietet. 

Dazu gesellen sich markante Frontflics aus Karbon, ein tiefgezogener Frontsplitter, sportliche Schwellerleisten, Spiegelkappen und ein diffusorbetontes Heck, das mit den charakteristischen ovalen Endrohrblenden unmissverständlich klarstellt, wem hier die Straße gehört.

Die 19-Zoll-Leichtmetallräder mit Mischbereifung sind eine technische Besonderheit: Entgegen der üblichen Logik sind die Hinterräder schmaler als die Vorderen – ein Kniff, um die leichte Kopflastigkeit des Allradlers zu kompensieren und die Fahrbalance zu verbessern. Das alles verpackt Audi in eine kompakte, muskulöse Karosserie, die in Kyalamigrün – übrigens ohne Aufpreis – so auffällig strahlt, dass man sie kaum übersehen kann.

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Interieur – Athletik mit Stil

Auch innen bleibt der RS3 kompromisslos sportlich, ohne auf Alltagstauglichkeit zu verzichten und ohne an Stil einzubüßen. Besonders gelungen: das Designpaket Grün Plus für 900 Euro. Hier ziehen feine Akzente in „Micrommatagrün“ ein – von Ziernähten bis zu Dekorleisten –, was dem Innenraum einen eigenständigen, fast giftigen Charakter verleiht. 

Die Sportsitze mit gestepptem Nappaleder sehe nicht nur hinreißend aus, sie überzeugen auch durch zangenartigen Seitenhalt und viel Komfort gleichermaßen – ein idealer Kompromiss zwischen Rennstrecke und Langstrecke. Optional bietet Audi Sportschalensitze für 2.000 Euro an, doch in der Praxis zeigen die Standardsitze so viel Qualität, dass man sich den Aufpreis getrost sparen kann. 

Das Cockpit ist modern, klar strukturiert und fahrerzentriert. Digitales Kombiinstrument, Head-up-Display und hochwertige Materialien schaffen ein Ambiente, das sowohl emotional als auch ergonomisch überzeugt. 

Das Platzangebot für Insassen ist der Kompaktklasse entsprechend und genügt in adäquater Alltagskonformität. In den Kofferraum passen überschaubare 282 Liter, die durch Lehnen umklappen auf 1.104 Liter erweitert werden können. Keine Voraussetzung für IKEA-Kaufzüge, aber dafür ist dieses Auto sowieso nicht gedacht.

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Antrieb und Fahreigenschaften – Von anschmiegsam bis giftig

Das Herzstück des RS3 ist und bleibt sein legendärer 2,5-Liter-Reihenfünfzylinder-Turbobenziner. Mit 400 PS und 500 Nm Drehmoment trifft er auf ein Leergewicht von 1.640 Kilogramm – eine Kombination, die in jeder Fahrsituation pure Energie freisetzt. 

Audi RS3 Sportback Motor
Stimmgewaltig und leistungsstark – der aufgeladene Fünfzylinder ist nach wie vor ein echtes Meisterstück.

Wer es drauf anlegt, erlebt beim Gewaltstart eine 3,8 Sekunden andauernde Verkrallung aller vier Räder im Asphalt, bis Landstraßentempo anliegt. Normalerweise wird bei 250 km/h dem Vortrieb elektronisch Einhalt geboten. Doch gegen Aufpreis rennt der Audi RS3 Sportback bis zu 290 km/h – und selbst das ist eine elektronische Begrenzung.

Audi RS3 Sportback schräg hinten links
Von null auf 100 km/h in 3,8 Sekunden und bis zu 290 km/h als Maximum machen den RS3 zum echten Sportler.

Der serienmäßige Quattro-Allradantrieb arbeitet mit einem variablen Torque Vectoring-System, das die Kraftverteilung blitzschnell anpasst. In Kurven vermittelt der RS3 eine Präzision, die fast schon übernatürlich wirkt. Zudem kann der Audi auch zum Driften genutzt werden, für das ein eigenes Programm namens „Torque Rear“ zur Verfügung steht. Natürlich sollte dies nie auf öffentlicher Straße benutzt werden.

Die Lenkung ist direkt, aber nicht nervös – sie gibt ein sofortiges Gefühl der Kontrolle, das Vertrauen schafft. Unterstützt wird das Ganze vom 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das blitzschnell reagiert. Sechs Fahrmodi machen den Audi enorm wandlungsfähig. Zwei davon, die RS Performance-Programme, sind frei konfigurierbar und verwandeln den Charakter des Autos vom kultivierten Cruiser bis zum Rennstrecken-Biest. Daher sollten diese auch besser nur auf Tracks aktiviert werden.

Es ist im Test immer wieder beeindruckend, wie brav und anschmiegsam sich der Audi RS3 geben kann, um mittels Knopfdrucks zu einem giftspuckenden Höllenhund zu mutieren, der am liebsten den Asphalt unter den Pneus in Brand stecken will. Akustisch liefert der RS3 das volle Spektrum: vom sonoren Blubbern im Komfortmodus bis zum infernalischen Kreischen unter Volllast. Kein Wunder, dass er den Rundenrekord für Kompaktklasse-Fahrzeuge auf der Nordschleife wiederholt für sich beansprucht.

Besonders erfreulich waren obendrein die Ergebnisse bezüglich des Verbrauchsverhaltens. Tatsächlich kamen wir im Test trotz so mancher Leistungsabrufe beim Überholen oder auf freien Autobahnstücken auf einen Drittelmix-Schnitt von lediglich 9,8 Liter auf 100 Kilometer. Damit waren wir erstaunlich nah an der Werksangabe von 9,3 Litern.

Dass noch mehr Sparpotenzial in dieser giftgrünen Rakete steckt, zeigte unsere Sparrunde, auf der dem Ingolstädter lediglich 5,9 Liter auf hochgerechnet 100 Kilometer durch die fünf Brennräume sickerten. Für eine Kampfmaschine mit 400 PS ist das eine hervorragende Vorstellung. Wer clever mit Gas und Fahrmodi umgeht, kann den Fünfzylinder also zu erstaunlicher Effizienz bewegen.

Wer dagegen auf dem Track unterwegs ist oder auf freier Bahn Dauervollgas pflegt, liegt verbrauchstechnisch weit über 20 Liter. Kraft kommt in diesem Fall nun mal vom Kraftstoff. Doch bereits ein wenig Zurückhaltung spiegelt sich in den Verbräuchen wider. Eine Autobahnetappe mit 140 bis 160 km/h und der Verbrauch pendelte sich bei reichlich elf Litern ein.

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Ausstattung, Komfort & Technik im Audi RS3 Sportback

Der Audi RS3 Sportback ist serienmäßig gut bestückt, doch die Liste an Optionen ist lang und verführerisch. Ganze 15 Außenfarben, darunter neun Exklusivlackierungen und matte Töne, lassen kaum Wünsche offen. Wer maximale Performance sucht, greift zum Performance-Paket Plus (6.500 Euro) – damit steigt die Höchstgeschwindigkeit auf 290 km/h, während Carbon-Keramikbremsen für kompromisslose Verzögerung sorgen.

Etwas günstiger ist die 280-km/h-Option (1.500 Euro), die die serienmäßige Abriegelung bei 250 km/h umgeht. Hinzu kommen im Testwagen Matrix-LED-Scheinwerfer (700 Euro) mit hervorragendem Lichtbild und sehr zuverlässiger Ausblendung anderer Verkehrsteilnehmer, das Klimapaket mit Sitzheizung und 3-Zonen-Klima (980 Euro), das Navi-Paket mit Head-up-Display und SONOS Premium-Soundsystem (3.400 Euro). Letzteres genießt ja seit Jahren große Bekanntheit im Bereich Home-Entertainment und entsprechend groß waren hier die Erwartungen. Diese wurden im Großen und Ganzen gut erfüllt, blieben aber unter anderen High-End-Systemen wie beispielsweise B&W.

All diese Optionen lassen den Einstiegspreis von rund 66.000 Euro rasch auf über 90.000 Euro anwachsen. Doch dafür erhält man ein Fahrzeug, das Fahrdynamik, Technik und Exklusivität auf höchstem Niveau vereint.

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Was kostet ein Audi RS3?

Der RS3 ist als Sportback (Fünftürer) und als Limousine erhältlich. Beide Varianten teilen sich Motor, Getriebe und Antrieb, unterscheiden sich aber leicht in Gewicht und Aerodynamik. Während der Sportback als Allrounder mit Alltagsnutzen punktet, wirkt die Limousine etwas eleganter und straffer.

Basispreise:

  • RS3 Sportback: ab 66.000 Euro
  • RS3 Limousine: ab 68.000 Euro

Audi RS3 Sportback vorne
Als Sportback ist der Audi RS3 als günstigste Variante ab 66.000 Euro erhältlich.

Mit Vollausstattung und Individualisierung sind problemlos über 90.000 Euro erreichbar – ein stolzer Preis für einen Kompakten, aber RS-Modelle von Audi galten noch nie als Schnäppchen und gemessen an der Performance ist dies durchaus gerechtfertigt.

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Fazit – Das Biest für den Alltag

Der Audi RS3 bleibt das Maß der Dinge in der Kompaktklasse. Sein charakterstarker Fünfzylinder, der unvergleichliche Klang, die Präzision des Allradantriebs und die Verarbeitung auf Premium-Niveau machen ihn zu einem Fahrzeug, das Emotionen pur vermittelt. Trance-Zustände durch Endorphin-Überdosierungen nach längeren Ausfahrten nicht ausgeschlossen.

Audi RS3 Sportback seitlich
Ja, er ist wahrlich kein Schnäppchen und verschlingt auch für Extras Unmengen an Geld…

Er vereint in dieser Fahrzeugklasse Alltagstauglichkeit und Rennstreckentemperament wie kaum ein anderer. Wer bereit ist, den Preis zu zahlen, erhält nicht nur ein Auto, sondern ein Erlebnis – eines, das Gänsehaut garantiert und den Puls erhöht.

Ob zur Kita, zur Arbeit oder auf der Rennstrecke – der RS3 kann alles. Er taucht im Berufsverkehr problemlos unter, um dann auf der Bahn alles hinter sich zu lassen. Nur optisch kann er etwas nicht: unauffällig sein.

Text & Fotos: NewCarz

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Pro & Contra

Pro:

  • charakter- und emotionsgeladener Fünfzylinder
  • hervorragende Fahrleistungen
  • überragende Fahrdynamik
  • hohe Alltagstauglichkeit trotz Sportlichkeit
  • Verarbeitung und Ausstattungsmöglichkeiten auf Top-Niveau

Contra:

  • hoher Verbrauch bei sportlichem Einsatz
  • Aufpreisliste für über 60.000 Euro an Optionen
  • Multimedia-Infotainment im Konkurrenzvergleich leicht angestaubt

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Konkurrenz: Mercedes-AMG A45 S, VW Golf R, BMW M2, Cupra Leon VZ Abt

Technische Daten: Audi RS 3 Sportback S tronic

  • Farbe: Kyalamigrün Uni
  • Fahrzeugklasse: untere Mittelklasse (Kompaktklasse) / 5-Türer
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,38 x 1,85 (1,98 mit Außenspiegel) x 1,42
  • Radstand (mm): 2.631
  • Antrieb: R5 Turbo-Ottomotor mit OPF
  • Hubraum (ccm): 2.480
  • Hybridart: – 
  • max. Leistung: 294 kW (400 PS) bei 5.600 bis 7.000 rpm
  • max. Drehmoment (Nm):  500 ab 2.250 bis 5.600 rpm
  • Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik S tronic
  • Antriebsart: Allrad quattro
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 9,3 l/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 9,8 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 211 g/km
  • Abgasnorm (WLTP): 6e 36EB
  • Höchstgeschwindigkeit Standard/mit Performance Paket: 250/290 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (sec): 3,8
  • Wendekreis (m): 12
  • Bodenfreiheit (mm): k. A.
  • Kofferraumvolumen (l): 282 bis 1.104
  • Leergewicht (kg): 1.640
  • Zuladung (kg): 415
  • max. Dachlast (kg): 75
  • Tankgröße (l): 55
  • Kraftstoffart: Benzin E5/E10 mind. 95 Oktan (98 Oktan empfohlen)
  • ehem. Neupreis des Testwagens: ca. 80.000 Euro (Basispreis Sportback: 66.000 Euro)

 

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