Seit 2017 ist der T-Roc mehr als nur ein weiterer Crossover: Er hat sich vom urbanen Freigeist zum echten Bestseller gemausert – jetzt kommt der VW T-Roc 2.
Über zwei Millionen mal wurde das SUV bisher in Summe verkauft, und er ist nun nach dem Tiguan das erfolgreichste SUV von VW.
Jetzt hebt sich der Vorhang für die zweite Generation – und wir sprechen nicht von einem einfachen Generationswechsel, sondern von einem echten Reboot mit neuen Tricks im Gepäck.
Wir waren bereits bei der Premiere dabei und durften dabei den Verkaufsschlager in zweiter Generation dabei begutachten. Doch nun hatten wir die Gelegenheit, den VW T-Roc 2 erstmals bei einer Ausfahrt unter portugiesischer Sonne in Aktion kennenzulernen. Erstkontakt!

- Exterieur & Interieur
- Der Antrieb
- Vergleich VW T-Roc 2 mit seinem Vorgänger
- Der VW T-Roc R kommt zurück!
- Smarte Assistenzsysteme
- Varianten und Preise
- Fazit
Innen und Außen – Vorbildlich gemausert
Es kommt einem tatsächlich vor, wie die Metamorphose einer zweifellos bildschönen Raupe zum noch schöneren Schmetterling! Der neue T-Roc ist kräftiger, moderner und deutlich erwachsener geworden – 12 Zentimeter länger, mit noch klarerer Linienführung und einem Design, das die typische T-Roc-DNA bewahrt (ja, das berühmte „Hockey-Stick“-Dachband ist weiterhin da), aber zugleich in die Zukunft blickt.




Am Front- und Heckbereich setzt Volkswagen auf neue, beleuchtete Logos – ein kleiner Lichtzauber, der gleich beim Einsteigen zeigt: Hier ist eine neue Ära angebrochen. Damit wirkt das SUV sogleich harmonischer, deutlich moderner und hat jeglichen Ansatz von Biederkeit weit, sehr weit hinter sich gelassen.




Im Innenraum hat sich der Kleine ebenfall ganz groß angefühlt. Das neue Cockpit kommt mit Lounge-Atmosphäre, Stoffpaneelen, sanfter Ambientebeleuchtung und einem Infotainment-Display, das bis zu 33 Zentimeter misst – fast wie Heimkino auf Rädern. Auch Features von „größeren Brüdern“ wie Tiguan und Tayron finden ihren Weg in den T-Roc – darunter etwa ein Head-up-Display und die neueste Generation des Travel Assist.
Der Antrieb des VW T-Roc 2
Unter der Haube des neuen T-Roc arbeitet ein moderner 1.5-Liter-Vierzylinder-Turbo, der nicht einfach nur als Benzinmotor durchgeht. Er ist ein 48-Volt-Mild-Hybrid, bei VW als „eTSI“ bekannt und es gibt ihn hier in zwei Leistungsstufen: 115 und 150 PS. Letzterer war unter der Haube unseres Testkandidaten.

Der kleine Strom-Partner wirkt wie ein cleverer Helfer. Der Riemen-Starter-Generator liefert kurzfristig zusätzlich bis zu 14 kW und 56 Nm Drehmoment, vor allem beim Anfahren, und unterstützt das Aggregat durch Rekuperation beim Bremsen. Das funktioniert in der Praxis butterweich und insbesondere das Start-Stopp-Prozedere verkrümelt sich dadurch in den Hintergrund. Hat das SUV genügend Schwung, sorgt diese Technik dafür, dass der Verbrenner ganz abgeschaltet werden kann – ideal zum „Coasten“.

Die Kraftübertragung übernimmt ein 7-Gang-DSG, das serienmäßig mit dem 1,5 eTSI kombiniert ist. Und hier haben die Wolfsburger ganze Arbeit geleistet, denn die in den vergangenen Jahren immer mal wieder kritisierte Gedenksekunde bei Lastwechseln war hier während unserer ersten Ausfahrt nicht ansatzweise mehr zu erkennen – Bravo!
Wie fährt sich der neue VW T-Roc 2 im Vergleich zum Vorgänger?
Der Vorgänger-T-Roc war schon ein solider Allrounder, aber man merkte ihm an, dass er klar aus der Benziner-Ära stammt: spontan genug, aber bei niedrigen Drehzahlen manchmal etwas zögerlich, und das DSG schaltete nicht immer so seidenweich, wie man es sich wünschte.
Im Neuen gibt es mehr Souveränität im unteren Drehzahlbereich. Dank Mild-Hybrid-Unterstützung fühlt sich der neue 1.5 eTSI untenrum lebendiger an. Wo der Vorgänger gelegentlich eine Gedenksekunde einlegte, setzt der T-Roc 2 sanfter und früher in Bewegung. Das E-Assistenzmoment glättet Anfahrmomente, reduziert ein eventuelles „Turboloch“ und macht Stop-and-Go-Momente ruckelfrei.
Weil der Motor öfter und früher Lastspitzen abgeben kann, läuft der Antrieb entspannter. Besonders in der Stadt wirkt der neue T-Roc leiser und harmonischer. Der Vorgänger neigte beim Anfahren oder schnellen Beschleunigen dazu, recht deutlich aus dem Off zu tönen – der Neue macht das souveräner, fast schon gelassen.
Wie bereits erwähnt, ist die Abstimmung des 7-Gang-Automaten geschmeidiger wirkend. Schaltvorgänge laufen flotter ab, sind dennoch weniger spürbar, und das Zusammenspiel mit dem Mild-Hybrid macht das Segeln und Wiederanfahren natürlicher. Im alten Modell war das DSG eher dienstbeflissen – jetzt ist es mitdenkend.

Fahrdynamisch bleibt der VW T-Roc 2 ein Crossover, aber er wirkt agiler, weil der elektrische Assistent die ersten Meter etwas mehr Schwung bringt. Auf Landstraßen harmoniert das gut und der Motor hängt williger am Gas.
Auf der Autobahn macht das SUV einen auf entspannten Reisewagen. Die zweite Generation liegt ruhiger und filtert Unebenheiten besser heraus. Der Antrieb wirkt bei gleichbleibender Geschwindigkeit gelassener und kann häufiger in den Segelmodus wechseln – ein Bereich, den der Vorgänger nicht so ausgeprägt kannte.
Das Fahrwerk zeigte sich bei dieser ersten Ausfahrt als sehr ausgewogen und der Fokus auf dem Alltag ist allgegenwärtig spürbar. Der VW T-Roc 2 meistert dabei alles in einer fast spielerischen Art, bringt dabei aber genügend Fahrfreude mit und „Langeweile“ kann auf Fahrten in diesem Auto getrost aus dem Wortschatz verbannt werden.
Der kombinierte Verbrauch wird von Volkswagen mit 6,0 bis 5,6 l/100 km angegeben, je nach Fahrweise und Ausstattung. In den teilweise hektischen Gassen von Lissabon war das natürlich nicht zu erreichen und wir konnten am Ende nach rund 150 Kilometern einen Durchschnitt von 7,2 Litern ablesen. Doch valide ist dieses Ergebnis nicht und wird durch einen ausgiebigen Test später nachgereicht.

Selbstredend hat das 48-V-Hybridsystem seine Limitationen. Der elektrische Zusatz ist nur temporär und relativ gering dimensioniert – wer also sportlich voll aufs Gaspedal drückt oder häufig mit viel Zuladung fährt, wird vor allem den Turbo als Hauptkraftquelle erleben. Das ist nicht schlimm und der 1.5 eTSI hat sich bereits in diversen Modellen des Volkswagen-Konzerns einen Namen gemacht.
Doch zurück zu den Sportgedanken. Denn dazu hat Volkswagen während dieses Events die Katze aus dem Sack gelassen:
Der VW T-Roc R kommt zurück!
Oh ja, nun ist es amtlich: der VW T-Roc 2 wird auch als R vom Band rollen!
Der neue T-Roc R, erwartet für 2027, wird kein sanftes Crossover-Spielzeug sein, sondern ein echtes Hochleistungsmodell – ganz im Geiste der legendären „R“-Familie.
Unter der Haube brodelt ein 2,0-Liter-TSI, der nicht einfach nur Leistung liefert, sondern ein gepfeffertes Statement. Nach valider Aussage der Volkswagen-Experten vor Ort mit 325 PS gesegnet, auch wenn einige Quellen bisher von 333 PS sprachen.





Mit dieser Kraft will der T-Roc R nicht nur mit Größe, sondern mit spürbarer Wucht überzeugen. Damit diese Kraft nicht nur auf die Vorderräder losgelassen wird, kommt wieder das komplette „R“-Paket: Der 4Motion-Allradantrieb sorgt für Traktion, die Kurven grinsend hinter sich lässt, bei Nässe zuversichtlich wirkt und beim Rausbeschleunigen sofort die Kontrolle behält. VW koppelt diesen Allradantrieb mit einem modernen Siebengang-DSG, das blitzschnell schaltet – eine Kombination, die nicht nur das SUV, sondern auch den Puls beschleunigen dürfte. Einen überzeugenden Vorgeschmack darauf lieferte bereits die „Standard“-Abstimmung dieser Automatik im Testwagen.
Dank seiner MQB-Evo-Plattform, auf der die neue T-Roc-Generation basiert, wird der T-Roc R einen breiteren Spurabstand haben, was seine Lenkpräzision verschärft und in schnellen Kurven für ein überraschend stabiles, beinahe sportwagenähnliches Fahrverhalten sorgt. In jedem Fall kann vom neuen „R“ einiges erwartet werden.
Der Prototyp war zwar noch leicht getarnt und aufgrund tiefschwarz getönter Verglasung blieb ein Blick in den verschlossenen Innenraum leider verwehrt, aber wir gehen von ergonomisch ausgefeilten Sportsitzen aus, einem handschmeichelnden Sportlenkrad und einer smarten Mixtur aus Alcantara und gegebenenfalls Carbon-Dekor. Es bleibt hierbei also weiterhin spannend!




Von außen ist eine modifizierte Front klar erkennbar, ebenso eine größere Bremsanlage mit typisch blauer R-Fassade und am Hintern des neuen Flaggschiffs entern vier Endrohre das Heck. Ein R-Modell ohne knurrigen Klang? Undenkbar. Der kommende T-Roc R soll wie sein Golf-R-Pendant optional mit einer Titan-Akrapović-Abgasanlage ausgestattet sein – vier Endrohre, aggressiver Sound, ein kleiner Feuerwerk-Effekt bei Lastwechseln.
Nun stellte sich noch eine abschließende Frage: Wo wird der VW T-Roc 2 eigentlich gebaut? In Autoeuropa in Palmela – der Ort, an dem unser Erstkontakt mit dem VW T-Roc 2 begann. Zu diesem Werk, welches wir besichtigen konnten, findet sich hier ein separater, sehr interessanter Bericht.
Smarte Assistenzsysteme
Beim Thema Assistenz und Sicherheit liefert der neue T-Roc keine Experimente, sondern neben passiver Sicherheit unter anderem auch hocheffizient arbeitende Assistenzsysteme. Frei nach dem Motto „hier werden Sie geholfen“ aber auch „im Ernstfall übernehme ich“.







Varianten und Preise des VW T-Roc 2
Beim neuen T-Roc setzt Volkswagen auf ein ausgewähltes, aber modernes Modellportfolio, das intelligent mit Ausstattungslinien und Motoren kombiniert wird. Hier eine Übersicht der Varianten, Preise und charakteristischen Merkmale:
VW bietet den T-Roc 2 in Deutschland derzeit in vier Ausstattungsvarianten an:
- Trend – Basisversion mit 1.5 eTSI 116 PS ab 30.845 Euro
- Life – mit mehr Komfort und Technik; ab 34.005 Euro (115 PS) bzw. 36.755 Euro (150 PS)
- Style – besonders im Design betont; ab 38.510 Euro (115 PS) respektive 41.260 Euro (150 PS)
- R-Line – sportlicher Look, sportlichere Akzente; nur mit 150 PS-Motor ab 42.460 Euro
Fazit – T-Roc reloaded
Der VW T-Roc 2 hat bereits bei diesem Erstkontakt eines klargemacht: Er ist ein überzeugender Neustart. Er kombiniert die urbane Agilität und einen frech-frischen Charakter mit mehr Raum, moderner Technik und Effizienz durch Mild-Hybrid-Antriebe.
Das Design wirkt gereift, ohne den verspielten Crossover-Geist zu verlieren. Dank einer klugen Variantenstruktur bietet er genau die Flexibilität, die viele Käufer heute benötigen und erwarten. Wer auf der Suche nach einem kompakten SUV ist, das clever, alltagstauglich und doch emotional ist, findet im T-Roc 2 mit Sicherheit eine sehr starke Option.

Der Vorgänger war gut, der neue ist stimmiger. Mehr Kultiviertheit, mehr Leichtigkeit im Alltag, weniger Verbrauch und ein homogeneres Gesamtbild. Der zusätzliche Elektroschub macht ihn nicht zum Sportler, aber zum deutlich angenehmeren Begleiter – vor allem für Pendler und Vielfahrer eine kluge Überlegung. Richtig ins Detail gehen wir bei einem umfangreichen Test, den wir alsbald nachholen werden und Alltagstauglichkeit, Verbrauch und alle Facetten der Fahrcharakteristik auf den Prüfstand bringen werden.
Und für alle, die das rollende „R“ verehren, ist zumindest Erleichterung angeraten, denn er kommt, der neue T-Roc R. Auch wenn dafür noch einige Monate ins Land gehen. Doch 2027 klingt bereits in sechs Wochen nicht mehr so weit weg.
Text: NewCarz / Fotos: NewCarz & Volkswagen

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
