Citroen e Test –C4X – Der leise Komfort-Stromer

Citroen e-C4X
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Als Citroen e-C4X haben die Franzosen einen interessanten Crossover ins Leben gerufen, den wir hier genau unter die Lupe nehmen.

Das „X“ im Namen des Modells, welches in diesem Jahr auf die Straßen kam, bedeutet eine höhere Karosserie für eine Limousine mit Schrägheck – so gesehen ein bisschen von allem, was wiederum typisch für einen waschechten Crossover gilt.

Anfangs sollte dieser Crossover ausschließlich als vollelektrische Version zu haben sein. Diesel und Benziner gibt es hierzulande aber mittlerweile auch. In anderen Ländern wird das Modell nur vollelektrisch angeboten.

Als Grundlage für diesen Fahrbericht stand uns eine vollelektrische Variante des Citroen e-C4X in der Ausstattung Shine Pack zur Verfügung und war in ein leuchtendes Elexir-Rot gekleidet.

Exterieur und Interieur – Limousine trifft SUV trifft Coupé

Stufenheck oder einfach Limousinen sind in Europa nicht unbedingt „Everybody’s Darling“ – in anderen Gebieten allerdings schon. Hiermit ist den Franzosen der Spagat zwischen einer Limo und etwas anderem allerdings gut gelungen. Zunächst finden sich viele Analogien zum klassischen e-C4, mit dem der Crossover vieles teilt. Dazu gehört auch die elegante Dachlinie, die zum Heck geschmeidig abfällt und dem Ganzen auch eine Coupé-Note verleiht. 



Dem Heck gestand Citroen etwas mehr Eigenständigkeit zu und der Kofferraum ist tatsächlich ganz limousinenkonform mit einem kleinen Heckdeckel zu erreichen. Das Volumen ist mit stattlichen 510 Litern ordentlich – das sind rund 130 Liter mehr, als der normale C4 vorweisen kann. Allerdings kostet die kleine Öffnung einiges an Praktikabilität. Wer den Laderaum ausnutzen möchte, muss mit dem Ladegut nahezu jonglieren, um alles durch diese kleine Öffnung zu bekommen.

Zudem werden auch hier die Ladekabel stiefmütterlich in Taschen verpackt in den Kofferraum verfrachtet und klauen diesem entsprechend einen Teil seines Platzes. Das Platzangebot für die Insassen ist derweil als üppig zu bezeichnen. Das gilt für vorne und auch für den Fondbereich, der zum Erstaunen der Tester trotz identischen Radstands zum C4 zumindest subjektiv mehr Platz für die Beine bietet und fast dem des C5X ähneln möchte.

Der Materialeinsatz ist dem des C4 ebenbürtig und auch hier mit Liebe zum Detail ausgeführt. Das Zurechtfinden ist für Citroen-Kenner innerhalb eines Augenblicks erledigt, wohingegen Novizen eine Einführungsrunde in Form eines Viertelstündchens einplanen sollten.

Gut finden wir zudem, dass trotz Digitalisierung nicht wenige physische Bedienelemente im Fahrzeug verbleiben durften und die Bedienbarkeit somit deutlich erleichtern.

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Motor und Fahreigenschaften – Der französische E-Standard

Wenig verwundernd griff Citroen beim Antrieb auf bewährte Technik aus dem Stellantis-Konzern zurück. Der 100 kW starke E-Motor ist kein Unbekannter und trieb diverse Derivate aus dem Konzern an. Einige erhielten mittlerweile aber den Nachfolger, was diesen Antrieb zum Auslaufmodell macht, aber längst nicht zum alten Eisen degradiert: Der e-C4X ist ab diesem Monat auch mit dem neuen 156 PS starken E-Antrieb erhältlich.

Motorraum
Sieht aus wie ein klassischer Motorraum, aber hier arbeitet kein Verbrenner.

Typisch für einen E-Antrieb steht die Leistung unmittelbar und verzögerungsfrei zur Verfügung. Neben den 136 PS schieben 260 Newtonmeter den Franzosen adäquat an. Die Abstimmung ist extrem komfortbetont. Was sich bereits durch die Sitzpolsterung abzeichnen wollte, führt das weich abgestimmte Fahrwerk fort. Hier ist alles auf Komfort getrimmt. Dämpfer oder Federung werden sich dabei stets selbst überlassen und kommen ohne elektronische Regulierung aus.

Die Bedienung der Fahrautomatik erfolgt mittels Wippschalter „shift by wire“.

Dennoch gibt es Fahrmodi und im Modus Sport reagiert der Antrieb spürbar bissiger und schärfer in der Gasannahme. Wer nun den Citroen e-C4X sportlich bewegt, wird sogleich das federweiche Fahrwerk spüren, welches jeder Art von G-Kräften – ob Verzögerung, Beschleunigung oder auch Fliehkräfte – mit tiefem Eintauchen oder Ausheben aus den Federn quittiert. Nichts davon ist in irgendeiner Art gefährlich und nichts ist dabei, was den Franzosen aus dem Konzept bringt. Doch es sorgt für ein sofortiges Umdenken und erzieht den Fahrer quasi zum komfortablen Cruisen. Das macht auch aufgrund der sehr zurückhaltenden Fahrgeräusche viel Freude – im Citroen bleibt es sehr leise.

Da es keine Abgasanlage gibt, konnte der Unterboden aerodynamisch vorteilhaft verkleidet werden.

Dies und der Wechsel in den Eco-Modus wiederum kommt dann wieder auch der Reichweite zugute, zu der wir noch kommen. Die leichtgängige Lenkung mit akzeptabler Rückmeldung passt derweil gut zur gesamten Abstimmung und die Bremsen gewährleisten sicheres und gut dosierbares Verzögern.

Die Beschleunigung von null auf 100 km/h ist in 9,5 Sekunden erledigt und bei 150 km/h wird der vollelektrische Crossover elektrisch abgeregelt.

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Verbrauch, Aufladen, Reichweite

Der Verbrauch des E-Autos wird von Citroen im Schnitt mit 15 kWh auf 100 Kilometer angegeben. Wir erreichten im Drittelmix 17,3 kWh auf 100 Kilometer, was erwartungsgemäß in etwa dem Verbrauch des e-C4 ohne „X“ im Namen ähnelt.

Als Minimalverbrauch erreichten wir auf der Sparrunde mit 9,6 kWh auf 100 Kilometern ein sehr gutes Ergebnis.

Die Sparrunde durchfuhren wir mit einem Wert von 9,6 kWh pro 100 Kilometer, was ebenfalls nahezu exakt dem Wert des e-C4 entsprach. Auch hier gilt: Auf der Autobahn schmilzt der Akkustand wie ein Schneeball auf sommerlichem Asphalt.

Dank des CCS-Ladeanschlusses kann der 50-kWh-Akku in rund 30 Minuten von zehn wieder auf 80 Prozent gebracht werden. Für die restlichen 20 Prozent vergeht noch einmal fast eine Stunde, was ein weiteres Aufladen aus unserer Sicht unrentabel macht. Die anfangs versprochenen 100 kW Ladestrom werden nur fünf Minuten gehalten, danach geht es kontinuierlich abwärts und bei 50 Prozent beträgt der Ladestrom weniger als 40 kW. Bei 90 Prozent Akkustand wird noch mit rund 6 kW geladen.

AC-Laden ist auch möglich, doch dies sollte nur in Notfällen oder wenn Zeit keine Rolle spielt durchgeführt werden, da bei 7,4 kW Ladestrom rund 12 Stunden vergehen, bis der Akku wieder komplett gefüllt ist. Der 11-kW-Onboard-Loader – ab der Ausstattung Feel Pack serienmäßig – dauert der Ladevorgang 4:40 Stunden. Der Ladevorgang kann auch per Zeitvorwahl individuell geplant werden.

Nach dem Aufladen suggerierte uns der Bordcomputer eine Reichweite von 360 Kilometern bei Nutzung des Fahrmodus Normal. Schaltet der Fahrer auf Eco, steigt die erwartete Reichweite um 16 Kilometer und wählt er den Modus Sport, werden vom ursprünglichen Wert 18 Kilometer abgezogen. Im Praxistest reichte die Ladung dann bei moderater Fahrweise und überwiegendem Stadtanteil für 310 Kilometer. Auf der Autobahn ist selbst die 200-Kilometer-Marke nicht zu erreichen, wenn nicht gerade hinter einem LKW hinterhergezuckelt wird.

Ist der Citroen e-C4X ausschließlich im Eco-Modus und innerstädtisch unterwegs, sind Reichweiten von um die 350 Kilometer kein Hexenwerk. Allerdings sollten elektrische Verbraucher wie Heizung, Klima und andere Annehmlichkeiten dabei besser deaktiviert bleiben.

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Ausstattung, Komfort, Sicherheit im Citroen e-C4X

Ausgestattet als „Shine Pack“ besitzt der Crossover ab Werk eine gute Ausstattung. Mittlerweile gibt es diese Variante nicht mehr; die am ehesten vergleichbare Version ist „Shine“, die unter anderem 18-Zoll-Räder, LED-Nebelleuchten, eine Rückfahrkamera mit Parksensoren vorne und hinten, ein Head-up Display mit Projektion auf ein Plexiglas vor dem Lenkrad, einen automatisch abblendenden Innenspiegel, digitales Radio DAB+ und eine extrem wirkungsvolle Klimaautomatik mit zwei Zonen und Wärmepumpe beinhaltet.

Die im 550 Euro teuren Kälte-Paket inkludierten Sitzheizungen arbeiten dezent und langsam, die Lenkradheizung dagegen schnell und wirksam. Das elektrische Schiebedach schlägt mit 800 Euro zu Buche. Die serienmäßige Soundanlage erreicht durchschnittliche Klangergebnisse und genügt einfachen Anforderungen.

Das Keyless-System inklusive Annäherungssensorik erhöht den Komfort nochmals und ein adaptiver Tempomat kostet im „Highway Driver Assist“ 200 Euro extra. Das Navigationssystem Connect Navigation Plus ist serienmäßig in dieser Ausstattung dabei. Dank permanenter Onlineverbindung werden auch Ladestationen auf dem Weg angezeigt; inklusive, ob diese aktuell frei oder belegt sind. Ebenso zuverlässig funktionierte die Berücksichtigung von Verkehrsstörungen im Praxistest.

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Varianten und Preise des Citroen e-C4X

Der Citroen e-C4X wird in vier Ausstattungen und mit fünf Motorisierungen angeboten.

  • Feel – Ab 25.010 Euro beginnt der Spaß als 100-PS-Benziner – ein Dreizylinder; als 136-PS-E-Auto werden 37.540 Euro fällig, also stolze 12.500 Euro Aufschlag für die E-Variante.
  • Feel Pack – Eine Stufe darüber startet mit 29.570 Euro mit dem 130-PS-Turbobenziner mit drei Zylindern; mit Vierzylinder-Turbodiesel werden für 31.850 Euro ebenfalls 130 PS mobilisiert und die E-Version kostet ab 38.200 Euro.
  • Shine – Die Vize-Topausstattung wird ab 32.210 Euro in Verbindung mit dem 130-PS-Benziner angeboten; der Diesel kostet 2.280 Euro mehr, die 136-PS-E-Variante ab 40.540 Euro und die neue 156-PS-Eletroversion startet bei 41.540 Euro – also nur 1.000 Euro mehr.
  • e-Series heißt das nur als vollelektrische Variante erhältliche Topmodell und beginnt ab 40.540 Euro als 136-PS-E-Auto; die 156-PS-Version startet wieder 1.000 Euro darüber.

Citroen e-C4X schräg vorne links
Als vollelektrische Variante startet der e-C4X ab 37.540 Euro.

Die e-C4X fahren ausschließlich mit Frontantrieb.

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Fazit – Crossover auf Französisch

Wer Kompaktwagen zu langweilig und ein SUV zu groß findet, könnte ohne Scheu mit diesem Crossover eine Liaison eingehen. Der Franzose verwöhnt mit viel Komfort, der fahrtechnisch tatsächlich ein bisschen an die legendären luftgefederten Asphaltliner á la XM oder GS erinnern möchte.

Citroen e-C4X schräg hinten rechts
Wer überwiegend in Ballungsgebieten unterwegs ist, sollte die vollelektrische Version präferieren.

Als Elektroversion ist er für urbane und suburbane Gefilde wie geschaffen und macht hier eine gute Figur. Wer Langstrecken bevorzugt, sollte lieber ein Auge auf die Verbrenner werfen, denn das ständig notwendige Aufladen ist bei einem auf Autobahnen stark steigenden Verbrauch eher lästig.

Doch bevorzugt der geneigte Besitzer die benannten Einsatzgebiete und fährt den Franzosen so, wie es auch am meisten Spaß macht – nämlich mit komfortorientierter Gelassenheit – dann bleibt neben adäquaten Fahrleistungen auch ein hohes Maß an Effizienz übrig. Sein moderater Preis und sein Platzangebot in Kombination mit jeder Menge Fahrkomfort setzen im Vergleich seine Konkurrenten schnell schachmatt.

Text/Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

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Pro & Contra

Pro:

  • komfortbetontes Fahrverhalten
  • großzügiges Platzangebot für die Insassen
  • adäquate Fahrleistungen
  • innerstädtisch geringer Verbrauch
  • sehr wirkungsvolle Klimaautomatik

Contra:

  • bei höheren Geschwindigkeiten sehr hoher Verbrauch
  • zu kleine Öffnung zum Kofferraum
  • Sitzheizungen mit langer Aufwärmzeit

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Technische Daten: Citroen e-C4X Elektro Shine Pack

  • Farbe: Elexir-rot Metallic
  • Fahrzeugklasse: Kompaktklasse / SUV
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,60 x 1,83 (2,03 mit Außenspiegel) x 1,53
  • Radstand (mm): 2.670
  • Antrieb: Stromerregte Synchronmaschine SSM
  • max. Leistung: 100 kW (136 PS)
  • max. Drehmoment (Nm): 250 ab 1 rpm
  • Batterie: Lithium-Ionen
  • Kapazität Batterie brutto/netto (kWh): 50/48,1
  • Ladeanschluss: CCS + Typ 2
  • Getriebe: 1-Gang-Reduktionsgetriebe
  • Antriebsart: Vorderrad
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 15 kWh/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 17,3 kWh/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 0 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM
  • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h (elektronisch begrenzt)
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h Werksangabe/gemessen (sec): 9,5/9,9
  • Wendekreis (m): k. A.
  • max. Bodenfreiheit (mm): k. A.
  • Ladezeiten AC 11 kW/7,4 kW (min): 305/720
  • Ladezeiten DC 100 kW bis 80 % Werksangabe/gemessen (min): 25/34
  • max. Kofferraumvolumen (l): 510 bis 1.360
  • Leergewicht (kg): 1.659
  • Zuladung (kg): 381
  • Kraftstoffart: elektrischer Strom
  • Neupreis des Testwagens: 42.340 Euro (Basispreis Elektro 136: 37.540 Euro)

 

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