Deutschlands Automarkt – September 2026

Deutschlands Automarkt September 2026

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Im vergangenen September hat Deutschlands Automarkt spürbar Fahrt aufgenommen. 256.774 neue Personenkraftwagen kamen im vergangenen Monat auf die Straßen.

Gegenüber September 2025 entspricht das einem Plus von 9,0 Prozent. Besonders auffällig ist dabei die Entwicklung bei den privaten Käufern: Ihre Neuzulassungen kletterten um 28,5 Prozent. Damit entfielen 40,3 Prozent aller neuen Pkw auf private Halter.

Der gewerbliche Markt entwickelte sich dagegen leicht rückläufig und lag 1,2 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats. Der September zeigt damit ein etwas anderes Bild als so mancher Vormonat: Der private Kunde meldet sich zurück und macht einen größeren Teil des Neuwagengeschäfts aus.


Der September 2026 im Überblick

KennzahlSeptember 2026Veränderung
Pkw-Neuzulassungen256.774+9,0 %
Private ZulassungenAnteil 40,3 %+28,5 %
Gewerbliche ZulassungenAnteil 59,7 %-1,2 %
Elektroautos (BEV)88.599+28,5 %
Plug-in-Hybride27.861±0,0 %
Hybride insgesamt98.871+1,7 %
Benziner44.632-29,2 %
Diesel23.058-20,1 %
Flüssiggas1.602+79,8 %
Durchschnittlicher CO₂-Ausstoß82,7 g/km-19,6 %
Alle Kfz-Neuzulassungen306.292+8,1 %
Kfz-Anhänger20.215-10,2 %

Damit setzt sich der Wandel des deutschen Pkw-Marktes eindrucksvoll fort. 154.504 der 212.563 neu zugelassenen Pkw verfügten über einen alternativen Antrieb. Das entspricht 72,7 Prozent.


Privatmarkt gibt deutlich Gas

Besonders bemerkenswert ist die Verschiebung zwischen privaten und gewerblichen Zulassungen. Während das gesamte Pkw-Geschäft um 9,0 Prozent wuchs, legten die privaten Neuzulassungen gleich um 28,5 Prozent zu.

Neuzulassungen nach Haltergruppe

Privat       40,3 %  ████████████████████
Gewerblich   59,7 %  ██████████████████████████████

Der gewerbliche Anteil bleibt damit zwar klar größer, doch der kräftige Zuwachs bei den Privatkunden dürfte den September besonders geprägt haben. Das Wachstum des Gesamtmarktes wird jedenfalls nicht allein von Flotten und Dienstwagen getragen.


Deutsche Marken – Gewinner und Verlierer

Bei den deutschen Herstellern gab es im September eine recht gemischte Bilanz. Den spektakulärsten Zuwachs verzeichnete Smart: Die Marke steigerte ihre Zulassungen um 138,0 Prozent und kam auf einen Marktanteil von 0,4 Prozent.

Auch MINI konnte kräftig zulegen. Mit einem Plus von 34,1 Prozent erreichte die Marke einen Anteil von 1,6 Prozent. Dahinter folgten MAN mit +9,8 Prozent, Mercedes mit +6,2 Prozent, Opel mit +6,0 Prozent und Audi mit +4,0 Prozent.

Auf der anderen Seite der Bilanz standen Porsche mit -18,8 Prozent, Ford mit -13,4 Prozent, VW mit -6,1 Prozent und BMW mit -2,4 Prozent.

Trotz des Rückgangs bleibt Volkswagen der Platzhirsch unter den deutschen Marken. 16,5 Prozent aller neu zugelassenen Pkw trugen im September das VW-Logo.

Smart       +138,0 %  ████████████████████████████
MINI         +34,1 %  ███████
MAN           +9,8 %  ██
Mercedes      +6,2 %  █
Opel          +6,0 %  █
Audi          +4,0 %  █
BMW           -2,4 %  ▏
VW            -6,1 %  █
Ford         -13,4 %  ███
Porsche      -18,8 %  ████

Interessant ist dabei weniger die reine Reihenfolge als die Spreizung der Ergebnisse. Zwischen Smart und Porsche liegen satte 156,8 Prozentpunkte. Der deutsche Markenmarkt präsentiert sich damit ausgesprochen uneinheitlich.


Tesla meldet sich eindrucksvoll zurück

Noch auffälliger fällt die Entwicklung bei einigen Importmarken aus. Tesla erzielte mit einem Plus von 268,7 Prozent den größten Zuwachs unter den volumenstärkeren Importeuren. Mit 4,9 Prozent Marktanteil spielt die Marke inzwischen auch beim Gesamtvolumen eine beachtliche Rolle.

BYD legte um 85,6 Prozent zu und kam auf 2,4 Prozent Marktanteil. MG Roewe wuchs um 60,8 Prozent auf 1,6 Prozent. Ebenfalls deutlich nach oben ging es für Mazda (+32,0 Prozent), Dacia (+25,7 Prozent), Renault (+20,9 Prozent) und Kia (+17,6 Prozent).

Fiat (+9,4 Prozent), Peugeot (+8,5 Prozent) und Skoda (+5,4 Prozent) vervollständigten die Gruppe der wachsenden volumenstarken Importmarken.

Skoda bleibt dabei die unangefochtene Nummer eins unter den Importeuren. 7,7 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen entfielen auf die tschechische Marke.

Rückgänge mussten Toyota (-24,2 Prozent), Hyundai (-6,8 Prozent), Citroen (-2,4 Prozent) und Seat (-0,4 Prozent) hinnehmen.

Tesla       +268,7 %  ██████████████████████████████
BYD          +85,6 %  █████████
MG Roewe     +60,8 %  ██████
Mazda        +32,0 %  ███
Dacia        +25,7 %  ███
Renault      +20,9 %  ██
Kia          +17,6 %  ██
Fiat          +9,4 %  █
Peugeot       +8,5 %  █
Skoda         +5,4 %  █


SUVs bauen ihre Spitzenposition weiter aus

Beim Blick auf die Fahrzeugklassen führt weiterhin kein Weg am SUV vorbei. Im September erreichten die Hochbeiner einen Marktanteil von 39,6 Prozent und damit fast zwei von fünf Pkw-Neuzulassungen.

Noch bemerkenswerter ist das Wachstum: Gegenüber September 2025 legte das Segment um 28,5 Prozent zu. Damit war es zugleich die am stärksten gewachsene größere Fahrzeugklasse.

Die Mittelklasse folgte mit einem Plus von 26,0 Prozent und einem Anteil von 9,2 Prozent. Auch Kleinwagen (+13,2 Prozent), Minis (+12,5 Prozent) und Utilities (+10,0 Prozent) konnten zweistellig zulegen. Die Obere Mittelklasse kam immerhin noch auf +7,3 Prozent.

Deutlich schwieriger war die Lage in anderen Segmenten. Besonders stark verloren die Sportwagen mit -34,7 Prozent. Auch Wohnmobile (-29,8 Prozent), Kompaktwagen (-21,6 Prozent) und Mini-Vans (-20,0 Prozent) mussten kräftige Einbußen hinnehmen.

SUVs             39,6 %  ████████████████████
Kleinwagen       14,0 %  ███████
Kompaktklasse    12,0 %  ██████
Geländewagen      9,5 %  █████
Mittelklasse      9,2 %  █████
Obere Mittelkl.   4,2 %  ██
Utilities         4,2 %  ██
Minis             2,9 %  █
Wohnmobile        1,3 %  ▋
Großraum-Vans     1,2 %  ▋

Das Kräfteverhältnis ist damit ziemlich eindeutig: Der SUV dominiert den Markt, während klassische Karosserieformen weiter an Boden verlieren. Wer im September einen Neuwagen kaufte, entschied sich besonders häufig für eine erhöhte Sitzposition und reichlich Blech um die Passagiere.


Elektroautos überschreiten die 34-Prozent-Marke

Noch stärker als die reine Zahl der Neuzulassungen verändert sich die Zusammensetzung des Marktes. 88.599 batterieelektrische Fahrzeuge wurden im September neu zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,5 Prozent.

Damit war mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto ein reines Elektrofahrzeug.

Zusammen mit den Plug-in-Hybriden kamen die elektrifizierten Antriebe auf einen beträchtlichen Teil des Gesamtmarktes. Allein die 27.861 Plug-in-Hybride erreichten 10,8 Prozent. Ihre Zahl blieb exakt auf dem Niveau des Vorjahresmonats.

Hybride insgesamt kamen auf 98.871 Fahrzeuge und damit auf einen Marktanteil von 38,5 Prozent. Gegenüber September 2025 entspricht dies einem Plus von 1,7 Prozent.

BEV                 34,5 %  █████████████████
Hybride gesamt      38,5 %  ███████████████████
Plug-in-Hybrid      10,8 %  █████
Benzin              17,4 %  ████████
Diesel               9,0 %  ████
Flüssiggas           0,6 %  ▎

Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die klassischen Verbrenner. 44.632 Benziner wurden im September neu zugelassen. Das waren 29,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ihr Marktanteil schrumpfte auf 17,4 Prozent.

Beim Diesel fiel der Rückgang mit 20,1 Prozent ebenfalls deutlich aus. 23.058 neue Diesel-Pkw entsprechen noch einem Anteil von 9,0 Prozent.

Eine kleine Renaissance erlebte dagegen Flüssiggas: 1.602 LPG-Fahrzeuge wurden neu zugelassen, 79,8 Prozent mehr als im September 2025. Am Gesamtmarkt bleibt LPG mit 0,6 Prozent allerdings eine Nischenerscheinung.


CO₂-Ausstoß sinkt deutlich

Die Verschiebung bei den Antriebsarten schlägt sich unmittelbar in der CO₂-Bilanz nieder. Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw sank um 19,6 Prozent auf 82,7 Gramm pro Kilometer.

CO₂-Ausstoß
September 2025   █████████████████████
September 2026   █████████████████
                 82,7 g/km
                 -19,6 %

Damit setzt sich der Trend zu einem deutlich niedrigeren durchschnittlichen Emissionswert fort. Der zunehmende Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge trägt ebenso dazu bei wie die wachsende Bedeutung elektrifizierter Antriebe insgesamt.


Nutzfahrzeuge und Motorräder ebenfalls im Plus

Auch jenseits des Pkw-Marktes gab es im September überwiegend Bewegung nach oben. Bei den Zugmaschinen insgesamt stiegen die Neuzulassungen um 1,6 Prozent. Sattelzugmaschinen entwickelten sich mit +8,5 Prozent noch deutlich dynamischer.

Die Kraftomnibusse legten um 1,5 Prozent zu. Noch kräftiger fiel das Wachstum bei den sonstigen Kraftfahrzeugen aus: Hier verzeichnete das KBA ein Plus von 12,6 Prozent.

Bei den Krafträdern ging es ebenfalls aufwärts. 17,9 Prozent mehr Neuzulassungen zeigen, dass auch Zweiräder im September von der besseren Marktentwicklung profitierten.

Insgesamt wurden im September 306.292 Kraftfahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 8,1 Prozent. Bei den Kfz-Anhängern sah die Bilanz dagegen anders aus: 20.215 neue Anhänger bedeuten einen Rückgang von 10,2 Prozent.


Gebrauchtmarkt bleibt schwächer

Auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt ist von der Dynamik des Neuwagengeschäfts wenig zu spüren. Im September wechselten 620.366 Kraftfahrzeuge den Halter. Gegenüber September 2025 entspricht das einem Rückgang von 4,9 Prozent.

Auch bei den Kfz-Anhängern ging die Zahl der Besitzumschreibungen zurück. 36.195 Halterwechsel bedeuten ein Minus von 4,5 Prozent.

Damit entwickelten sich Neu- und Gebrauchtmarkt im September erneut in unterschiedliche Richtungen: Während die Neuzulassungen kräftig anzogen, schrumpfte der Handel mit gebrauchten Fahrzeugen über sämtliche Fahrzeugklassen hinweg.


NewCarz meint dazu:

Den Unkenrufen entgegen: Der September bringt dem deutschen Automarkt ein ordentliches Wachstum von 9,0 Prozent. Besonders auffällig ist die Rückkehr der privaten Käufer, deren Zulassungen um mehr als ein Viertel zulegten. Gleichzeitig setzt sich die Verschiebung bei den Antrieben ungebremst fort: 34,5 Prozent Elektroanteil, sinkende Benzin- und Dieselzulassungen und ein durchschnittlicher CO₂-Ausstoß von nur noch 82,7 g/km sprechen eine ziemlich deutliche Sprache. Die eigentliche Überraschung des Septembers ist aber unserer Meinung nach weniger das Wachstum des Gesamtmarktes als dessen Zusammensetzung: Mehr Privatkunden, mehr Elektroautos und ein SUV-Anteil von fast 40 Prozent verändern das Gesicht des Neuwagenmarktes schneller, als es die nackte Zulassungszahl von 256.774 zunächst vermuten lässt.

Quelle : Kraftfahrt-Bundesamt / Fotos: NewCarz

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