Kia Vision Meta Turismo – Grand Tourer goes Digital

Kia Vision Meta Turismo

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Kia Vision Meta Turismo: Wenn die Zukunft mit Lichtgeschwindigkeit heranschnellt.

Im Dezember letztes Jahr angekündigt, darf jetzt die Öffentlichkeit maßgeblich an den Zukunftsvisionen des koreanischen teilhaben.

Auf der Mailänder Designwoche wird gewöhnlich mit Stoffen, Formen und Farben jongliert. In diesem Jahr jedoch rollt ein Objekt durch die Hallen, das eher nach Lichtgeschwindigkeit als nach Leinen wirkt: der Kia Vision Meta Turismo.

Ein Name wie ein Versprechen und ein Auftritt wie ein Science-Fiction-Held, der beschlossen hat, Realität zu werden.


Kia Vision Meta Turismo – Zwischen Riviera und Rechenleistung

Was Kia hier entfesselt, ist kein simples Konzeptfahrzeug, um Grenzen aufzuzeigen oder das Machbare zu ertasten. Der Vision Meta Turismo zitiert die goldene Ära der Grand Tourer der 1960er-Jahre, jene Zeit, in der Geschwindigkeit noch nach Lederhandschuhen und Küstenstraßen schmeckte. Doch statt Vergaserpoesie gibt es nun digitale Immersion, statt Motoröl fließt Datenstrom.

Das Spannende: Diese Mischung wirkt nicht wie ein Kompromiss, sondern wie ein perfekt temperierter Cocktail. Die Designphilosophie Opposites United liefert dabei das Rezept. Gegensätze werden hier nicht versöhnt, sondern bewusst nebeneinander gestellt, bis sie anfangen zu funkeln. Weiche, fast sinnliche Flächen treffen auf messerscharfe Geometrie. Es ist, als hätte ein Bildhauer mit Algorithmen jongliert.


Skulptur im Windkanal

Die Silhouette erscheint flach, breit und vorwärtsdrängend. Die sogenannte „Cab-forward“-Architektur schiebt die Kabine weit nach vorn, als spähe das Fahrzeug selbst neugierig in die Zukunft. Licht gleitet über die Karosserie wie Wasser über polierten Stein und offenbart dabei ein Spiel aus Spannung und Ruhe.

Die Front wirkt beinahe schwebend, mit integrierten Kameras und einem X-förmigen Lichtsignatur-Motiv, das eher an ein Spaceship als an ein Auto erinnert. Am Heck spannt sich ein ultraflacher LED-Streifen über die gesamte Breite – das macht das Auto bereits im Stand irgendwie schnell.

Ein charmantes Detail: Die Designer haben sich bei Düsenjets bedient. Kleine, canard-ähnliche Elemente an der Front verleihen dem Fahrzeug einen Hauch von Startbahnromantik. Man erwartet fast, dass gleich ein Tower die Freigabe erteilt.


Cockpit oder Kommandozentrale?

Innen wird aus Fahrgast ein Teilnehmer. Der Fahrer sitzt in einem ultraleichten, luftdurchlässigen Sitz wie ein Pilot kurz vor dem Start. Vor ihm ein minimalistisches, hochpräzises Display, das weniger ablenkt als fokussiert.

Und dann ist da der Beifahrerplatz. Während der Fahrer im Hier und Jetzt verankert bleibt, darf der Beifahrer gedanklich abheben. Lounge-Modus, zurücklehnen, AR-Inhalte genießen. Der Sitz lässt sich sogar drehen, um ein Gespräch mit Fondpassagieren „eye to eye“ fortzusetzen.

Kia Vision Meta Turismo Innenraum
Könnte auch locker aus einem Sci-Fi-Streifen stammen: der spacige Innenraum der Fahrzeugstudie.

Elektroautos sind oft verdächtig leise. Zu perfekt, zu glatt. Kia kontert mit einer Prise Theater: virtuelle Gangwechsel via Joystick, künstlich erzeugte Motorgeräusche, haptisches Feedback. Eine Inszenierung, die das Gefühl von Kontrolle und Dynamik zurückbringt, ohne einen Tropfen Benzin zu verbrennen. Diese Szenarien kennen wir bereits aus dem Hyundai IONIQ 5 N – und waren positiv überrascht, wie viel (Fahr)Spaß so etwas generieren kann.

Die „Launch Control & GT-Boost“-Funktion klingt wie ein Knopf aus einem Arcade-Spiel und dürfte sich auch genauso anfühlen. Ein kurzer Druck, und die Realität wird kurz gedehnt wie ein Gummiband.


Drei Seelen im Lenkrad des Kia Vision Meta Turismo

Das Lenkrad selbst ist keine bloße Steuerzentrale mehr, sondern eine Art emotionaler Dirigent. Drei Modi stehen zur Wahl:

  • Speedster: Geschwindigkeit wird nicht angezeigt, sondern inszeniert. Licht, Sound und AR verschmelzen zu einem Erlebnis, das eher gespürt als gemessen wird.
  • Dreamer: Die Stadt wird zur Leinwand. Digitale Ebenen legen sich über die Realität, als würde man durch eine futuristische Brille spazieren.
  • Gamer: Stillstand ist keine Pause mehr. Das Fahrzeug verwandelt sich in eine Gaming-Lounge inklusive Außenprojektion. Parkplatz wird zum Treffpunkt.

Kia Vision Meta Turismo auf Mailänder Designwoche
Ob Kia den Weg dieser Studie weiterführen wird? Falls ja, dürfte dieser unheimlich spannend werden.


NewCarz meint dazu:

Der Kia Vision Meta Turismo ist weniger Auto als ein Zustand! Das Ganze ist kein Blick in die Zukunft, sondern ein Vorschlag, wie sie sich anfühlen könnte. Hier geht es nicht mehr nur um Fortbewegung, sondern um Erfahrung, Emotion und Inszenierung. Man darf gespannt sein, ob Kia diese Fahrtrichtung so konsequent beibehält.

Quelle & Fotos: Kia / Text: NewCarz

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