Nissan Qashqai e-POWER – 1.980 km ohne Tankwart

Nissan Qashqai e-POWER

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Nissan fährt mit dem Qashqai e-POWER quer durch Kolumbien und stellt einen Guinness-Weltrekord auf.

Doch wie beeindruckend sind 1.980 Kilometer wirklich? Ein Blick auf Technik, Rekordfahrt und unseren eigenen Verbrauchstest zeigt: Der Qashqai kann erstaunlich sparsam sein, muss dafür aber nicht einmal zum Schleicher werden.

1.980 Kilometer. Das ist eine Strecke, bei der selbst ein Dieselfahrer irgendwann nervös auf die Tankanzeige schaut. Nissan hat es mit dem Qashqai e-POWER trotzdem geschafft, diese Distanz ohne einen einzigen Tankstopp zurückzulegen. Und zwar nicht auf einer schnurgeraden Teststrecke mit konstantem Tempo, sondern einmal quer durch Kolumbien: von der Hauptstadt Bogotá bis hinunter beziehungsweise hinüber an die Karibikküste.

Damit hat der Nissan Qashqai einen neuen Guinness-Weltrekord aufgestellt: für die längste Strecke, die ein nicht extern aufladbarer elektrifizierter Crossover ohne Nachtanken zurückgelegt hat.


Mit dem Nissan Qashqai e-POWER von Bogotá bis zur Karibik

Die Rekordfahrt fand Mitte Juli statt und war alles andere als ein gemütlicher Ausflug über eine perfekt asphaltierte Autobahn. Der Qashqai musste unterschiedliche Höhenlagen, Straßenverhältnisse, Verkehrsbedingungen und Klimazonen bewältigen. Bogotá liegt auf rund 2.600 Metern Höhe, während die Route schließlich in deutlich wärmere Regionen an der Karibikküste führte.

Und genau darin liegt der Reiz des Rekords. Ein Auto kann auf einem Prüfstand beeindruckende Verbrauchswerte produzieren. Interessanter wird es, wenn es über fast 2.000 Kilometer tatsächlich unterwegs ist.

Nissan Qashqai e-POWER Guiness-Urkunde
Die Freude ist – vollkommen zu recht – riesengroß: Nissan nimmt die Guinnes-Rekordzertifizierung entgegen.

Jede Etappe wurde von unabhängigen Experten von Guinness World Records überwacht und nach einem detaillierten Prüfverfahren dokumentiert. Der Rekord ist damit nicht einfach eine Nissan-Werbeaussage, sondern offiziell bestätigt.


Das Geheimnis steckt im Antrieb

Technisch fährt der Qashqai dabei einen interessanten Sonderweg. Der aktuelle Qashqai 1.5 e-POWER verfügt über 151 kW beziehungsweise 205 PS und ist mit einem 1,5-Liter-Benziner ausgestattet. Allerdings treibt dieser Benziner die Räder nicht direkt an.

Beim e-POWER-System ist der Benzinmotor ausschließlich als Stromerzeuger tätig. Die Räder werden immer von einem Elektromotor angetrieben. Der Verbrenner produziert elektrische Energie, die entweder direkt an den Elektromotor weitergeleitet oder in der Lithium-Ionen-Batterie zwischengespeichert wird.

Das Ergebnis fühlt sich entsprechend eher nach Elektroauto als nach klassischem Hybrid an: Das Ansprechverhalten ist unmittelbar, die Beschleunigung gleichmäßig und der Antrieb arbeitet angenehm leise.

Nissan kombiniert dabei Elektromotor, Generator, Wechselrichter und weitere Komponenten in einer modularen 5-in-1-Antriebseinheit. Hinzu kommt die Rekuperation. Beim Verzögern wird Bewegungsenergie zurückgewonnen und wieder in die Batterie eingespeist.

Der Qashqai muss also nicht an die Steckdose. Er erzeugt seinen eigenen Strom.


4,3 Liter auf dem Papier, 1.980 Kilometer auf der Straße

Für den Qashqai e-POWER gibt Nissan je nach Variante einen kombinierten Verbrauch von 4,3 bis 4,5 Litern je 100 Kilometer an. Die offiziellen CO₂-Emissionen liegen bei 98 bis 101 Gramm je Kilometer. Auf dem Papier klingt das bereits ordentlich. Die Rekordfahrt zeigt allerdings, dass unter geeigneten Bedingungen noch deutlich mehr möglich ist.

Bei 1.980 Kilometern ohne Tankstopp ergibt sich nämlich ein bemerkenswertes Bild: Selbst wenn man nicht einfach den offiziellen Normverbrauch als Grundlage nimmt, sondern die tatsächlich gefahrene Strecke betrachtet, wird deutlich, wie weit sich ein effizient abgestimmtes Hybridsystem mit einem vergleichsweise kleinen Tank bewegen kann. Der Verbrauch betrug bei diesem Test nur unglaubliche 2,78 Liter auf 100 Kilometer.

Allerdings sollte man den Guinness-Rekord nicht mit einer normalen Urlaubsfahrt gleichsetzen. Bei einer solchen Rekordfahrt steht die Effizienz naturgemäß im Mittelpunkt. Fahrweise, Geschwindigkeit, Beschleunigungen und die Ausnutzung der Topografie haben einen erheblichen Einfluss.

Und genau hier wird der Blick auf unseren eigenen Test interessant.


Unser Qashqai war ebenfalls erstaunlich genügsam

In einem bereits in unserem veröffentlichten Fahrbericht zum Nissan Qashqai 1.5 e-POWER Facelift haben wir den Wagen nicht nur im Alltag bewegt, sondern ihm auch im Sparrundentest auf den Zahn gefühlt.

Das Ergebnis: 3,8 Liter auf 100 Kilometer. Damit lag unser Qashqai sogar unterhalb der offiziellen Nissan-Angabe von 4,3 bis 4,5 Litern. Auf der normalen Testfahrt sah die Welt allerdings realistischer aus: Über die gesamte Strecke kamen wir auf durchschnittlich 5,6 Liter pro 100 Kilometer. Auch das ist für einen 205 PS starken Crossover mehr als respektabel.

Der Unterschied zwischen den beiden Werten zeigt gleichzeitig, wie stark die Fahrweise den Verbrauch beeinflusst. Die 3,8 Liter waren ein bewusst defensiv absolvierter Sparrundentest, aber auch unter realistischen Bedingungen, wie man in unserer Erklärung zur Sparrunde nachlesen kann. Die 5,6 Liter spiegelten dagegen wesentlich stärker den normalen Testbetrieb wider.

Nissan selbst nennt eine Reichweite von bis zu rund 1.200 Kilometern. Mit besonders zurückhaltender Fahrweise hatten wir bereits darauf hingewiesen, dass theoretisch auch deutlich mehr möglich sein könnte. Nun liefert Nissan mit den 1.980 Kilometern den spektakulären Beweis, wie weit das Prinzip getrieben werden kann.


Der Rekord ist mehr als eine Zahl

Natürlich darf man bei solchen Rekordfahrten ein gesundes Maß an Skepsis behalten. Kein Hersteller schickt ein Fahrzeug 1.980 Kilometer durch ein Land, ohne die Rahmenbedingungen genau zu kennen und die Fahrweise auf maximale Effizienz auszurichten. Aber genau dafür gibt es Guinness World Records und die unabhängige Kontrolle der einzelnen Etappen.

Der Rekord ist deshalb vor allem ein technischer Nachweis: Der Qashqai e-POWER besitzt das Potenzial, extrem effizient mit seinem Kraftstoff umzugehen. Wie viel davon im Alltag übrig bleibt, hängt dagegen weiterhin vom rechten Fuß, der Strecke, dem Wetter, der Beladung und der persönlichen Geduld ab.

Denn auch der sparsamste Hybrid verwandelt sich nicht plötzlich in ein Perpetuum mobile, bei dem der Tankwart gar nichts zu tun bekommt.


NewCarz meint dazu:

1.980 Kilometer ohne Nachtanken mit dem Nissan Qashqai e-POWER lohnt sich ein zweiter Blick. Unser eigener Fahrbericht hat bereits gezeigt, dass der Qashqai mit 3,8 Litern auf 100 Kilometer bei einem bewusst gefahrenen Sparrundentest erstaunlich genügsam sein kann. Im normalen Testbetrieb standen am Ende knapp zwei Liter mehr auf der Rechnung. Beides zeigt ziemlich deutlich, dass zwischen „Alltag“ und „besonders effizient“ eine Menge Spielraum liegt. Der neue Guinness-Rekord macht den damaligen Test deshalb im Nachhinein sogar interessanter. Unsere 3,8 Liter waren kein unrealistischer Laborwert, sondern ein Ergebnis aus dem Alltag auf hiesigen Straßen, das zeigt, welches Effizienzpotenzial im e-POWER-Antrieb steckt. Die 1.980 Kilometer wiederum demonstrieren, was passiert, wenn dieses Potenzial über eine extreme Langstrecke konsequent ausgeschöpft wird. Wir sind in jedem Fall schwer beeindruckt.

Quelle & Fotos: Nissan / Text: NewCarz

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