VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice Test – Frostige Flamme

VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice
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Der hier getestete VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice ist ein ganz spezielles Sondermodell, und diese Modellbezeichnung verleiht dem Auto eine Patina, wie sie eine gut gereifte Flasche Rotwein trägt. 

„Fire & Ice“ wurde Anfang der 90er ins Leben gerufen. Damals ließ Volkswagen mit einer Sonderedition des Volkswagen Golf II Fire and Ice die Farbpalette explodieren und die Popkultur gleich mit. Neon-Vibes, extravagante Kontraste, ein Hauch Après-Ski trifft Großstadtclub. Bogner war im Spiel und es gab sogar einen Kinofilm: „Feuer, Eis & Dynamit“.

Jahrzehnte später wird diese Idee elektrifiziert und landet im Volkswagen ID.3 Performance Fire & Ice. Nostalgie ja, aber mit Lithium-Ionen-Akku statt Kassettenradio.


Das Wichtigste im Überblick

  • Das vor rund 35 Jahren ins Leben gerufene Sondermodell „Fire & Ice“ wird hier vollelektrisch wiederbelebt.
  • Als GTX Performance handelt es sich um die leistungsstärkste Variante der Modellreihe.
  • Der E-Mobilität wird durch die besonderen Ausstattungsmerkmale eine gewisse Extravaganz verliehen.



Exterieur – Violette Verführung

Der erste Blick auf das Sondermodell zeigt eine Sonderfarbe, die ihren Ursprung ebenso im Jahre 1991 findet – damals als Dark Violet Perleffekt“. Heute neu interpretiert als „Ultra Violet Metallic“ erzeugt sie ein Farbspiel, das sich nicht entscheiden will und genau darin seinen Reiz findet.

Je nach Licht wirkt der Lack wie ein fast schwarzes, tiefes Purple, das im Schatten fast verschwindet. Dann tritt die Sonne auf die Bühne und plötzlich schimmert alles in einem satten, lebendigen Violett. Ein Chamäleon auf Rädern, das sich nicht versteckt, sondern mit jeder Wolkenlücke kokettieren möchte.

Fire & Ice zeigt sich aber nicht nur im Lack. Kontrastierende Akzente setzen visuelle Ausrufezeichen: rote Details treffen auf kühle Blautöne, Logos und Zierleisten spielen das namensgebende Duell aus Feuer und Eis. Die speziellen Felgen im 20 Zoll-Format wirken wie Designobjekte, die zufällig auch rollen können.

Insgesamt wirkt der ID.3 hier weniger wie ein nüchterner Stromer und mehr wie ein Konzeptfahrzeug, das sich aus Versehen in die Serie verirrt hat. Diese Farbgebung wird sicherlich nicht nur Fans haben und ja, es ist am Ende immer eine Geschmackssache. Wer aber Fire & Ice kennt und schon immer mag, wird auch hier so manches Lächeln schenken können.

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Interieur – Lounge mit Temperaturschwankungen

Innen geht das Spiel weiter, nur subtiler und gleichzeitig mutiger. Sitze mit farblich abgestimmten Nähten und Einsätzen greifen das Fire & Ice-Thema auf, ohne dabei in Karneval abzudriften. Rote Akzente blitzen auf wie Glut unter Asche, während kühle Blautöne für visuelle Frische sorgen. Alles fein symmetrisch auf rechte und linke Seite verteilt. Welche Seite dabei den Antagonisten mimt, ist dem Betrachter überlassen.

Die Materialien fühlen sich solide an, die Verarbeitung ist auf dem mittlerweile feinen Niveau der aktuellen ID-Generation. Das Lichtkonzept im Innenraum spielt ebenfalls mit Stimmungen. Ambientebeleuchtung, die zwischen warm und kühl wechseln kann, lässt den Innenraum mal wie eine Chillout-Lounge, mal wie eine futuristische Kommandozentrale wirken. Man sitzt nicht einfach in diesem Auto, man residiert darin.

Sowohl Platzangebot als auch Praktikabilität sind bereits bekannt und wurden hier in unseren Tests ausführlich beleuchtet.

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Antrieb und Fahreigenschaften – Heiß und Kalt

Unter der violetten Hülle arbeitet direkt an der Hinterachse das elektrische Herz des ID.3 GTX Performance. Das bedeutet Heckantrieb mit 326 PS und 545 Newtonmeter Drehmoment von der ersten Radumdrehung abrufbar. Also keine Änderung an der Leistung für das Sondermodell.

Durch diese Power liefert der Elektromotor ordentlich Druck, der sich nicht nur, aber besonders im Stadtverkehr, wie ein Katapult anfühlt. Ein Tritt aufs Pedal und der Wagen schnellt los, als hätte jemand den Startknopf eines Flippers gedrückt.

VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice Motorraum
Kein Motor und auch kein Frunk, sondern Peripherietechnik findet sich unter der vorderen Haube.

Im Vergleich zum Volkswagen ID.3 GTX ohne Performance-Zusatz (286 PS stark) zeigt sich dieser Fire & Ice spürbar bissiger. Die Leistungscharakteristik wirkt direkter, der Antritt spontaner, ja heißer. Im Sprint auf Landstraßentempo nimmt der „Performance“ dem „normalen“ GTX zwei Zehntelsekunden ab und erreicht diese in 5,7 Sekunden. Noch größer wird der Unterschied bei der Höchstgeschwindigkeit. Als Performance liegt diese bei 200 km/h anstatt bei 180 km/h beim GTX ohne Performance-Zusatz.

VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice schräg hinten
Bis zu 200 km/h schnell ist der VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice und in 5,7 Sekunden von null auf Tempo 100.

Während der normale GTX also bereits flott ist, legt die Performance-Version noch eine Schippe drauf und vermittelt noch mehr Sportlichkeit, ohne dabei die Alltagstauglichkeit zu opfern. Eiskalt bleiben die Bremsen, wenn es um das Ausradieren von kinetischer Energie geht. Sehr gut dosierbar und auch im harten Einsatz bissfest bis zum Schluss, machten diese eine sehr gute Figur im Test.

Das Fahrwerk ist angenehm straff abgestimmt, ohne unbequem zu werden. Kurven nimmt der ID.3 souverän, wobei das niedrige Gewicht des Akkus im Fahrzeugboden für einen stabilen Schwerpunkt sorgt. Die Lenkung gibt sich präzise, wenn auch nicht so kommunikativ, wie in einem aktuellen Golf GTI oder Golf R. Kurz gesagt: kein Kurvenräuber alter Schule, aber ein sehr kompetenter Allrounder mit sportlicher Ader, woran der Heckantrieb einen nicht unbeträchtlichen Teil hat.

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Verbrauch, Aufladen & Reichweite im VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice

Beim Thema Verbrauch stellten wir fest, dass die Werksangabe schwer einzuhalten ist. Statt der 16,5 kWh auf 100 Kilometer im kombinierten Durchschnitt, kamen wir auf 18,9 kWh. Aber Vorsicht, wer den GTX fliegen lässt, klettert schnell auf weit über 30 kWh.

VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice Sparrunde Verbrauch
Dieses sehr gute Verbrauchsergebnis erreichte der getestete E-Flitzer auf unserer Sparrunde.

Auf der Sparrunde validierte der Wolfsburger dann wieder sein Effizienzvermögen: 11,9 kWh auf hochgerechnet 100 Kilometer sind ein sehr guter Wert.

Auch beim Aufladen zeigte sich der VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice von seiner effizienten Seite. Der Ladevorgang von 14 auf 80 Prozent Batteriestand dauerte im Test 24 Minuten. Dabei wurde ein maximaler Ladestrom von 188 kW erreicht – mehr als der vom Hersteller angegebene Spitzenwert von 185 kW. Das ist ein kleiner Rekord und nebenbei sehr nah an der Idealvorstellung für den Einsatz auf der Langstrecke. Ein Kaffee, ein kurzer Spaziergang und der Akku ist wieder bereit für die nächste Etappe.

Volkswagen verspricht beim ID.3 eine recht großzügige Reichweite und auf dem Papier klingt das nach sorgenfreiem Dahingleiten. In der Praxis zeigt sich ein realistischeres Bild. Von den von VW versprochenen 537 Kilometern beziehungsweise den vom Bordcomputer bei vollem Akku angezeigten 527 Kilometern Reichweite konnten im Drittelmix lediglich 432 Kilometer erreicht werden. Das ist kein Wunderwert, aber solide genug, um im Alltag zu bestehen. 

VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice Reichweite
Die vom Bordcomputer errechnete Reichweite wurde in unserem Test nicht erreicht.

Wer den anfangs erwähnten „Flugmodus“ bevorzugt und stets mit Bleifuß auch noch auf der Bahn unterwegs ist, muss bereits nach deutlich unter 300 Kilometern wieder an die Ladesäule.

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Ausstattung, Komfort & Technik

Der ID.3 Fire & Ice kommt nicht nur mit auffälligem Design, sondern auch mit einem ganzen Arsenal an Komfort- und Assistenzsystemen. Das Infotainment ist modern, reagiert inzwischen noch flüssiger als in frühen ID-Modellen und integriert Smartphone-Funktionen problemlos.

Assistenzsysteme übernehmen auf Wunsch einen großen Teil der Arbeit. Adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und Parkassistent greifen ineinander wie ein gut eingespieltes Orchester. Besonders im Stadtverkehr und auf langen Autobahnetappen reduziert das den Stress spürbar. Dank IQ.Drive für 1.400 Euro gibt’s auch Car2X an Bord – dabei kommuniziert der ID.3 mit anderen Autos über aktuelles Verkehrsgeschehen und warnt dadurch deutlich eher vor Gefahren wie beispielsweise eein Stauende oder ein Pannenfahrzeug am Straßenrand.

Dazu kommen Annehmlichkeiten wie Lenkrad- und Sitzheizungen, ein sehr angenehm klingendes Harman/Kardon Soundsystem mit 480 Watt und eine Klimaautomatik, die sich nicht nur um Temperatur, sondern auch um Wohlfühlatmosphäre kümmert. Der ID.3 zeigt hier, dass Elektromobilität längst nicht mehr Verzicht bedeutet, sondern eher eine neue Art von Komfort.

VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice Scheinwerfer
Klassenprimus: Das IQ.Light-Schweinwerferlicht des ID.3 bleibt frei von jeder Kritik.

Noch ein Paradebeispiel hierfür ist das in diesem Modell serienmäßig zum Einsatz kommende IQ.Light LED-Matrix-Scheinwerferlicht, welches die Nacht in der Tat zum Tage macht.

Einen Kritikpunkt gibt es aber auch: Der ID.3 darf weiterhin keine Dachlast tragen und keinen Anhänger ziehen. Allerdings gibt es für 415 Euro eine Vorrichtung zum Befestigen eines Fahrradträgers. Diese darf mit 75 kg belastet werden.

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Was kostet der VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice?

Auf dem deutschen Markt positioniert sich der ID.3 Fire & Ice als höchste Sonderedition. Er liegt preislich über den regulären ID.3-Varianten und auch über dem Standard-GTX. Die Performance-Version setzt dem Ganzen noch einmal die Krone auf.

Die zwei Versionen kosten wie folgt:

  • GTX Fire and Ice – ab 56.020 Euro
  • GTX Performance Fire and Ice – ab 57.520 Euro

VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice schräg vorne links
Als „Fire & Ice“ gibt es den ID.3 nur als GTX und GTX Performance.

Je nach Ausstattung und Optionen (aber ohne Zubehör und Garantieerweiterungen) erreicht das Modell einen Endpreis bei rund 61.500 Euro. Dafür bekommt man jedoch auch ein Fahrzeug, das sich optisch und fahrdynamisch deutlich von der Masse abhebt.

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Was sagen die Kunden?

In sozialen Netzwerken und Foren wird der Fire & Ice überwiegend emotional diskutiert. Viele feiern die Rückkehr des Namens und die mutige Farbgestaltung. Besonders der changierende Lack sorgt regelmäßig für Begeisterungsposts und Fotostrecken.

VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice Seite links
Die besondere Optik des Sondermodells ist das Hauptthema in den sozialen Netzwerken.

Kritik gibt es vor allem an zwei Punkten: dem Preis und kleineren Softwarethemen, die bei manchen Nutzern noch immer für Stirnrunzeln sorgen. Gleichzeitig berichten viele Fahrer positiv über die reale Reichweite und die Ladeleistung, die im Alltag gut funktioniert. Auch die Fahrdynamik wird häufig als deutlich lebendiger beschrieben als bei den weniger starken ID.3-Versionen.

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Fazit – Dem Namen gerecht werdend

Der ID.3 Performance Fire & Ice ist ein pfiffiges Auto, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verknüpft. Optisch auffällig, technisch ausgereift und im Alltag erstaunlich vernünftig. Ein Elektroauto mit Charakter und genau das macht ihn so spannend.

Sein Abgrenzungspotenzial als Sondermodell machen ihn begehrenswert und die Zielgruppe besteht aus E-Mobilisten, die neben der Effizienz auch Wert auf Sportlichkeit und optische Präsenz legen. Wenn auch der Preis für warmkalte Schauer über dem Rücken sorgen könnten, so ist der GTX Performance der Stärkste seiner Modellreihe und das mit einem fast schon legendären Sondermodellnamen.

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Pro & Contra

Pro:

  • auffälliges, einzigartiges Design mit starkem Wiedererkennungswert
  • solide reale Reichweite im Alltag
  • schnelle Ladeleistung und adäquate Langstreckentauglichkeit
  • als „Performance“ spürbar sportlichere Fahrleistungen

Contra:

  • hoher Preis im Vergleich zu anderen ID.3-Varianten
  • Infotainment nicht in jeder Situation perfekt
  • keine Anhänge- und Dachlast
  • Design polarisiert und gefällt nicht jedem

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Konkurrenz: Cupra Born VZ, BMW iX1 xDrive30, Ford Explorer EV Extended Range

Technische Daten: VW ID.3 GTX Performance Fire & Ice

  • Farbe: Ultra Violet Metallic 
  • Fahrzeugklasse: untere Mittelklasse (Kompaktklasse)  / 5-Türer
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,26 x 1,81 (2,07 mit Außenspiegel) x 1,56
  • Radstand (mm): 2.770
  • Antrieb: 1x E-Motor PSM
  • max. Leistung: 240 kW (326 PS)
  • Dauerleistung: 89 kW (121 PS)
  • Drehmoment (Nm): 545
  • Akku Kapazität brutto/netto (kWh): 84/79
  • Ladeanschluss: CCS/Typ 2 kombiniert (hinten rechts)
  • Ladezeit von 10 bis 80 % DC mit max. 185 kW Werksangabe/gemessen (min): 26/25
  • Ladezeit von 10 bis 100 % AC mit max. 11 kW Werksangabe (min): 510
  • Reichweite Werksangabe/NewCarz (km): 537/432
  • Getriebe: stufenloses Reduktionsgetriebe
  • Antriebsart: Hinterachse 
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 16,5 kWh/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 18,9 kWh/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 0 g/km
  • Abgasnorm: Elektroauto
  • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (sec): 5,7
  • max. Bodenfreiheit (mm): k. A.
  • Wendekreis (m): 10,5
  • Kofferraum (l): 385 bis 1.267
  • Leergewicht (kg): 1.993
  • Zuladung (kg): 437
  • max. Anhängelast ungebremst/gebremst (kg): –
  • max. Stützlast (kg): –
  • max. Dachlast (kg): – 
  • Kraftstoffart: elektrische Energie
  • Neupreis des Testwagens: 60.685 Euro
  • Basispreis GTX Performance Fire & Ice: 57.520 Euro

 

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