Porsche Panamera Turbo – Gene der Perfektion

Porsche Panamera Turbo Front

Wir schreiben das Jahr 2009, als der erste Porsche Panamera das Licht der Welt erblickte. Der wohl umstrittenste Porsche, der je gebaut wurde, spielte schon in seiner ersten Generation in einer ganz eigenen Liga.

Die zweite Generation des viertürigen Gran Turismo wartet mit einer optisch hoch appetitlichen Karosserie sowie mit bärenstarken und zugleich effizienten Triebwerken auf.

Wir haben den neuen Porsche Panamera Turbo mit 550 PS starkem V8-Biturbo einem ausgiebigen Test unterzogen – der Fahrbericht zeigt die Stärken und Schwächen des in Leipzig gebauten Zuffenhausener Über-GT.

 

 

Exterieur – Dynamisches Muskelspiel im Maßanzug

Bedenkt man die sage und schreibe 550 Pferdestärken, die unter dem in Vulkangraumetallic lackierten Gran Turismo schlummern, so präsentiert sich der Sportler fast schon in einer Art Tarndress. Oder, anders formuliert, im Outfit einer grauen Maus, die im Understatement ihr Seelenheil sucht und findet.

Nach den klassischen Regeln der Untersuchung eines Exterieurs sollte man bei der Front beginnen und am Quartett der Endrohre schließen – in Anbetracht der Mannigfaltigkeit an optischen Genüssen der Seitenlinie, darf man hier jedoch auch anders vorgehen.

 

Porsche Panamera Turbo Seite
Typisch Porsche – Schlicht, aber mit Sicken konturierte Seitenlinie

 

Ein zentraler Blickfang ist die bereits angesprochene graue Lackfarbe, deren satte Nuance eine besonders intensive Kühle und Tiefe ausstrahlt, als sei die Verschmelzung des Porsche Panamera Turbo mit der urbanen Betonkulisse einer postmodern skizzierten Stadtvilla der vom Farbdesigner imaginierte und somit auch absolut perfekte Stellplatz für dieses Fahrzeug.

Die Seitenlinie präsentiert sich porschetypisch schlicht und wird durch dezent konturierte Schweller nebst einer markanten Sicke am Türabschluss, der dominanten Chromumrandung der Fenster und den stark gezeichneten Linien des Luftauslasses geformt. Besagte Sicken formen die ausströmende, heiße Luft sinnbildlich nach und offerieren dem performanceaffinen Betrachter einen optischen Appetizer auf das, was dort einer so starken Kühlung bedarf.

 

Porsche Panamera Turbo Front
Tanz auf dem Vulkan – Die Lackfarbe scheint mit dem Asphalt zu verschmelzen

 

Nach ebendieser Maxime warten die serienmäßigen 20-Zoll-Leichtmetallräder im Turbo-Design mit grazilen, schmal gezeichneten Speichen auf und gewähren einen nahezu uneingeschränkten Blick auf die gelben Bremssättel.
Die Bremsscheiben der Porsche Ceramic Composite Brake – kurz PCCB – zeigen sich besonders vorne formatfüllend und werden von insgesamt zehn (!) Kolben in die Zange genommen.

 

Porsche Panamera Turbo Bremse Keramikbremse
Brachial ohnegleichen – Die Zehnkolben-Keramikbremse sorgt für extreme Verzögerung

 

Auch wenn der Fahrer der großen Show keinen Wert beimisst, so wird dem kundigen Betrachter seine Performanceaffinität dennoch offengelegt, sofern die PCCB geordert wurde und in so abenteuerlichen Dimensionen daherkommt, dass sie kaum unter die Felgen passt.

Die Stichwörter „Schnelligkeit“ und „Leistung“ werden unter dem Deckmantel eines stilecht reduzierten Designs niemals völlig offen präsentiert, wie es beim einfahrbaren Heckspoiler in mustergültiger Art und Weise sichtbar wird.

 

Porsche Panamera Turbo Heckspoiler
Getarnt – Der Heckspoiler garantiert Abtrieb und wertet die Heckansicht deutlich auf

 

Apropos Heck: Dieses wartet nun – im Falle des Porsche Panamera Turbo – unter dem Schutz des Spoilers mit einer durchgehenden LED-Leiste auf, was für hohen Wiedererkennungswert sorgt. Zwar gibt es mittlerweile auch andere Hersteller, die auf derartige Lichtleisten setzen, im Falle des Panamera ist diese Illumination jedoch wesentlich schmale, ja fast schon filigran ausgeführt und kommuniziert den längst abgehängten Mitstreitern auf der Fastlane unmissverständlich, dass dieser Porsche nicht zu Spielen aufgelegt ist.

 

Porsche Panamera Turbo Heck
Kontrastierende Dynamik – Das Muskelspiel des Panamera trifft auf filigrane Details

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Interieur – Modern classic

Ob man nun den in der Silhouette eines Mini-Porsche gezeichneten Schlüssel nimmt oder zum ausgesprochen dezent platzierten Feld des Keyless-Systems greift – nach dem Öffnen der Tür erwartet den Fahrer und die Passagiere ein luxuriös-sportliches Ambiente.

Durch die Aufmachung im Bi-Color-Style scheint es, als würden der Glanz und die Leuchtstärke des Kreideweiß nochmals maximiert. Besagter Farbton präsentiert sich ausgesprochen dominant und setzt selbst den Einstieg und die Seitenteile der Mittelkonsole in Szene, sodass eine harmonische Gesamtkomposition der Nichtfarben entsteht.

 

Porsche Panamera Turbo Interieur
Dynamisch-luxuriös – Der Innenraum ist eine Gesamtkomposition aus Nichtfarben

 

Die Sitze zeigen einen sportiven Schnitt und wecken unweigerlich Assoziationen an Schalensitze von Rennsportlern, ohne dass die Passagiere Einbußen in puncto Komfort erdulden müssten – ganz im Gegenteil: Die beiden Reisenden der zweiten Reihe führen Gespräche oder nutzen die Zeit für berufliche Aufgaben, während sie in den Einzelsitzen bei sportiven Kurvenfahrten genügend Seitenhalt finden und bei jeder artgerechten Beschleunigung nicht umhin kommen, süffisant zu grinsen.

 

Porsche Panamera Turbo Schlüssel
Zu schade für Keyless – Der Schlüssel des Panamera ist flacher und breiter als die Vorgänger-Variante

 

Das Ambiente besticht durch eine markant-harmonische Linienführung, deren Betonung der technischen Komponenten besonders designaffine Männer erfreuen dürfte, die einen Blick für Details innehaben. Kleine Finessen wie die Fortführung aller Handgriffe in einer metallisch-silbernen Linie, die das Holz zu durchbrechen scheint und in horizontaler Ausdehnung den Blick durch das Interieur des gesamten Fahrzeugs leitet.

Das Zentrum bilden der schwarze, schmale Becherhalter, dessen Carbontüren stilecht beim Aufklappen in den Seiten verschwinden sowie der glasüberbaute Bildschirm samt Touch-Bedienfeldern und edel anmutenden Tasten aus geriffeltem Metall. Über diesen können die Reisenden nicht nur die musikalische Untermalung steuern, sondern auch die Klimatisierung, deren funktionale Elemente mustergültig ins Design des Innenraumes integriert werden.

 

Porsche Panamera Turbo Infotainment
Glasüberbaut – Der 12-Zoll-Touchscreen lässt sich intuitiv bedienen

 

Haben Sie jemals Lüftungsdüsen gesehen, die so formvollendet in die B-Säule eingelassen und von glänzendem Metall flankiert sind? Düsen, deren Linienführung in den Lautsprechern der Türen fortgeführt wird? Wo andere Modelle der Oberklasse mit Prunk und einem technischem Beinahe-Overkill aufwarten, bewegt sich der Porsche Panamera Turbo eher in der Sphäre, wo Performance und ein deutlich maskuliner Stil im Zentrum stehen.

 

Porsche Panamera Turbo Rücksitze
Seitenhalt ist Serie – Auch die hinteren Einzelsitze warten mit ordentlich Komfort und Seitenhalt auf

 

Der Fahrer der zweiten Generation hegt keinerlei Faible für Verspieltes und weiß die Reduktion der Bedienelemente zu Gunsten von groß dimensionierten Bildschirmen und Touchscreens zu schätzen. Denn so präsentiert sich der Innenraum technisch-clean und futuristisch, jedoch ohne die gewisse Prise Gediegenheit zu verlieren.

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Technik & Assistenz – Performante Business Class

Widmen wir uns an dieser Stelle zunächst dem Entertainment-Zentrum des neuen Porsche Panamera Turbo. Serienmäßig rollt der Zuffenhausener GT mit dem Porsche Communication Management – kurz PCM – vor und wartet zudem mit diversen Audio-Schnittstellen sowie Bluetooth und Apple CarPlay auf. Optional ist derweil der DAB+ Radioempfang, der mit knapp 480 Euro in der Preisliste steht. Bei einem Fahrzeug mit einem Grundpreis von über 155.000 Euro sollte dieses Feature aus unserer Sicht bereits zur Serienausstattung gehören.

 

Porsche Panamera Turbo Kombiinstrument
Analog meets digital – Der analoge Drehzahlmesser wird von zwei frei konfigurierbaren Displays umgeben

 

Die musikalische Untermalung übernimmt standardmäßig ein Bose Surround Soundsystem mit 14 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 710 Watt. In der Praxis erweist sich dieses System wider Erwarten als nicht allzu basslastig, ja geradezu neutral abgestimmt. Während die Mitten und Tiefen in diversen Musikstücken adäquat zur Geltung kommen, fehlt es den Höhen ein klein wenig an Klarheit.

Zudem fehlt es insbesondere bei klassischen Stücken etwas an Feindynamik. Insgesamt ist es jedoch eine gelungene Klangkulisse für den täglichen Gebrauch, gravierende Schwächen konnten wir nicht feststellen.
Einer ausgeprägt audiophilen Klientel raten wir zum optionalen Burmester 3D High-End Surround Soundsystem, welches zwar mit gut 5.300 Euro zu Buche schlägt, sich aber den Namenszusatz „High-End“ redlich verdient hat.

Bereits im Porsche 911 Targa 4 GTS durften wir das Burmester-System – ohne 3D Sound und mit weniger Leistung – ausgiebig testen und attestierten diesem bereits dort einen nahezu perfekten Klang. Im Panamera leistet dieses System statt 821 stattliche 1.455 Watt, während die Anzahl der Lautsprecher von zwölf auf 21 wächst.

 

Porsche Panamera Turbo Navigationssystem
Große Klasse – Das übersichtliche Navigationssystem leistete sich im Test keine Schwächen

 

Recht innovativ und vor allem zeitgemäß sind die beiden USB Ladebuchsen für die hinteren Plätze.

Aber nicht nur das Entertainment, sondern auch die zahlreichen Assistenzsysteme sind im neuen Porsche Panamera Turbo ausgeprägt performanceorientiert.

Der optional erhältliche Spurhalteassistent inklusive Verkehrszeichenerkennung ist ein sehr empfehlenswertes Extra. Verkehrsschilder werden mit nahezu einhundertprozentiger Genauigkeit erkennt und rasch im Cockpit angezeigt, während der sanft gegenlenkende Spurhalteassistent ohne Bedenken das Prädikat „hervorragend“ verliehen bekommen darf.

 

Porsche Panamera Turbo Lenkrad
Hervorragende Haptik – Das Lederlenkrad liegt brillant in der Hand

 

Während andere Fahrzeuge mit diesem Assistenten zwischen 190 und 240 km/h die Segel streichen, lenkt der Panamera selbständig auch bei über 300 km/h durch langgezogene Autobahnkurven – und das mit skalpellartiger Präzision. Ob man diese Aufgabe fortan immer dem Fahrzeug überlassen sollte, ist Ansichtssache. Fakt ist, für den Fall des Falles ist gesorgt.

Apropos Sicherheit: Dank des Spurwechselassistenten, werden frühzeitig herannahende Autos im Außenspiegel angezeigt. Es kam uns vor, als würde der Panamera die Geschwindigkeitsunterschiede stets berechnen und entsprechend adaptiv warnen.

Um auch die Fondpassagiere mit den Vorzügen des Zuffenhausener Familiengeschosses vertraut zu machen, können sich diese dank 4-Zonen-Klimaautomatik ihre Wunschtemperatur einstellen – für immerhin knapp über 1.500 Euro. Eine Sitzheizung ist beim Porsche Panamera Turbo für alle vier Plätze Serie, optional gibt es eine Sitzbelüftung.

 

Porsche Panamera Turbo Fond Klima
Klima im Fond – Auf Wunsch wartet der Panamera mit einer Vierzonen-Klimaautomatik auf

 

Auf Wunsch verfügt der Porsche Panamera Turbo über einen Park Assistent samt Rückfahrkamera. In der Praxis erwies sich diese Investition als durchaus sinnvoll, ist die Sicht nach hinten doch bauartbedingt etwas eingeschränkt. Enge Parkhäuser werden damit zwar nicht gleich zum Kinderspiel, dennoch gelingt das rückwärtige Rangieren wesentlich unkomplizierter als ohne Kamera. Wem dies dennoch nicht reicht, der kann zusätzlich ein Surround View System mit 4 Kameras bestellen, die dann eine 360-Grad-Darstellung des Fahrzeugs ermöglichen.

 

Porsche Panamera Turbo LED-Scheinwerfer
Vierpunkt-Tagfahrlicht – Auch der neue Panamera bietet eine CI-konforme Lichtsignatur

 

Die optionalen Matrix-LED-Scheinwerfer schlagen mit gut 1.000 Euro zu Buche und bieten eine hervorragende Ausleuchtung unter allen Bedingungen. Selbst bei nasser Fahrbahn schaffen es die Scheinwerfer, ihre volle Leuchtkraft ohne große Einbußen auf die Straße zu bringen.

Darüber hinaus werden entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge punktgenau ausgeblendet, sodass sich in unserem Test niemand dazu aufgefordert fühlte, die Lichthupe einzusetzen. Mit einer derart superben Ausleuchtung kann derzeit nur der BMW 7er mit seinem optionalen Laserlicht mithalten.

 

Porsche Panamera Turbo Matrix LED Scheinwerfer
Matrix-LED – Die superb ausleuchtenden Scheinwerfer bieten beste Sicht bei Nacht

 

Im Übrigen bieten die Voll-LED-Scheinwerfer eine spezielle Besonderheit: eine Dimmfunktion. Werden etwa Verkehrsschilder angeleuchtet und reflektieren stark, so werden gezielt die LEDs gedimmt, die in diesem Moment das Schild beleuchten. Dies hat den Vorteil, dass das übrige Fernlicht weiterhin mit voller Helligkeit aktiv bleibt und man dennoch das entsprechende Schild ablesen kann.

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Motorisierung & Fahreigenschaften – Zuffenhausener Familiengeschoss

Den Antrieb im Porsche Panamera Turbo übernimmt ein 4,0-Liter-V8 mit Twin-Scroll Turbolader und 550 PS. Damit besitzt er die gleiche Leistung wie der Porsche Panamera Turbo S der ersten Generation. Das aberwitzige Drehmoment von 770 Newtonmeter steht bereits bei unter 2.000 und bis 4.500 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung und sorgt so bereits auf dem Papier für einen Vortrieb allererster Güte.

 

Porsche Panamera Turbo Motor
Vier Liter – Der aufgeladene Achtzylinder wartet mit schier unerschöpflichen Kraftreserven auf

 

Ist die Sport Plus Taste mit an Bord, so stehen nach 3,6 Sekunden 100 km/h auf dem Tacho, Schluss mit Vortrieb ist erst bei 306 km/h. Unser Testwagen zeigte sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 318 km/h an.
Dieser Geschwindigkeitsrausch geschieht derart schnell, dass man es kaum realisieren kann.

Der Panamera hat definitiv keinen Hang zum Drama, bleibt immer höchst diszipliniert und bewahrt selbst in den höchsten Geschwindigkeitsbereichen eine stoische Ruhe, als sei es das Normalste der Welt. Diese „abartige Lässigkeit“ konnten wir so in noch keinem anderen Fahrzeug beobachten.

 

Porsche Panamera Turbo Luftfahrwerk
Komfortabel oder sportlich? – Dank adaptivem Luftfahrwerk deckt der Panamera eine breite Range ab

 

Die Geräuschkulisse bleibt dabei stets auf einem mehr als erträglichen Level. Bis circa 250 km/h sind Gespräche in Zimmerlautstärke kein Problem. Wird es schneller, beginnen Windgeräusche zu dominieren.

Doch der Panamera kann auch anders. Dank der adaptiven Luftfederung gibt es weder für die vorderen noch für die hinteren Passagiere einen Anlass für Kritik. Kommod federnd und absolut unaufgeregt, beherrscht der Porsche Panamera Turbo auch das Cruisen bei mittlerem Tempo.

 

Porsche Panamera Turbo
Kleiner Durst – Knapp zwölf Liter genehmigte sich der V8-GT im Test

 

Letzteres ist übrigens dem Verbrauch des Achtzylinders sehr zuträglich. Lässt man es ruhig angehen, so lassen sich problemlos Werte unter zehn Litern erreichen. Ohne einen Hauch von Kritik an Hochleistungssportwagen mitschwingen zu lassen, kann der solvente Kunde bei über 300 Sachen natürlich auch astronomische Verbrauchswerte provozieren, die wohl irgendwo zwischen Kleinlaster und Containerschiff angesiedelt sind.

Spaß beiseite – im Drittelmix fuhren wir den pfeilschnellen Über-GT mit knapp zwölf Litern, was in Anbetracht der enormen Leistungsbereitschaft und den teils zügig gefahrenen Autobahnetappen völlig in Ordnung geht.

 

Porsche Panamera Turbo Abgasanlage
Vier Rohre – Der Fahrer kann zwischen wummerndem V8-Beat oder leisem Säuseln wählen

 

In der Stadt angekommen, entdecken wir derweil eine weitere – optionale – Charaktereigenschaft des neuen Panamera, die vor allem in viel zu kleinen Parkhäusern ihren Trumpf ausspielt. Die Rede ist von der Hinterachslenkung, welche die Agilität des großen Gran Turismo erheblich steigert, während sie bei hohen Geschwindigkeiten der Fahrstabilität zuträglich ist.

Porsche spricht hier von einer virtuellen Radstandsverkürzung bei niedrigen Geschwindigkeiten beziehungsweise von einer virtuellen Radstandsverlängerung bei hohem Tempo.

 

Porsche Panamera Turbo Achtgang-PDK
Mit Sternchen – Das Achtgang-PDK macht Schaltvorgänge erst im Sportmodus spürbar

 

Einen nicht unbeträchtlichen Anteil am Fahrkomfort hat darüber hinaus die neue Achtgang-Automatik, die nach wie vor als Porsche Doppelkupplungsgetriebe – kurz PDK – deklariert wird. Diese passt sich stets dem individuellen Fahrstil des Piloten an und beherrscht diverse Abstimmungen.

Wahlweise butterweich oder knüppelhart werden die Gänge der Reihe nach durchsortiert. Ist die optionale Sportabgasanlage verbaut, wird diese Aufgabe bei schwerem Gasfuß mit donnerndem V8-Gewitter untermalt, welches nie die Klangkulisse dominiert, aber stets auf das Potential des Achtenders hinweist.

 

Porsche Panamera Turbo PCCB
Fest im Griff – Dank Porsche Ceramic Composite Brake ist brachiale Verzögerung gesichert

 

Unser Testwagen besaß die Keramikbremsanlage mit dem verheißungsvollen Namen Porsche Ceramic Composite Brake – kurz PCCB. Die rund 9.000 Euro teure Verbundbremse ist wahrlich eine Erscheinung und stellt mit ihren extrem üppig dimensionierten Scheiben so manchen reinrassigen Sportwagen in den Schatten. An der Vorderachse nehmen insgesamt zehn Kolben die 42 Zentimeter große Keramikscheibe in die Zange, hinten sind es immer noch 39 Zentimeter

Die PCCB erwies sich in unserem Test als Benchmark im Segment. Fading ist hier ebenso ein Fremdwort wie Dosierungsdefizite. Omnipotent und selbst in kaltem Zustand so bissig, wie ein schizophrener Everglades-Alligator gehört die Power-Brake zur Pflichtausstattung für Schnellfahrer und Teilzeit-Rennstreckennutzer.

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Fazit – Präzisionswaffe im Gran-Turismo-Dress

Mit einer beeindruckenden Performance und dem Fahrkomfort einer Luxuslimousine hat es das Zuffenhausener Familiengeschoss geschafft, sich unter donnerndem V8-Gewummer in die Herzen all unserer Redakteure zu fahren.

 

Porsche Panamera Turbo Heckansicht
Mehr als nur ein Kompromiss – Der neue Porsche Panamera Turbo

 

Das perfekt abgestimmte Fahrwerk, die skalpellgleiche Lenkung und die abenteuerliche Beschleunigung sind nur drei der vielen Dinge, die den Porsche Panamera Turbo schon jetzt zu einer rollenden Legende machen. Mit einem Topspeed jenseits der 300 Sachen erstickt er derweil völlig burschikos jedweden Gedanken über einen sportlichen Zweitwagen schon im Keim.

 

Porsche Panamera Turbo Front Seite
Porsche Panamera – Das vielleicht perfekte Auto?

 

Während sich das erste Modell noch mit kleinen äußerlichen Mängeln herumplagen musste, zeigt sich der Neue von seiner besten Seite. Eine leidenschaftliche Linienführung, jede Menge Porsche-DNA und das serienmäßige „Welcome-home-Gefühl“ prädestinieren ihn zudem zum idealen Begleiter auf allen Wegen – ungeachtet ob Lang- oder Rennstrecke.

Auch wenn der Zuffenhausener GT sicher kein Schnäppchen ist, so erwartet den Kunden ein nahezu perfektes Fahrzeug in allen Lebenslagen. Optisch gelungen, fahrtechnisch ausgereift und waffenscheinpflichtig. Manchmal verändert Mut tatsächlich alles. Zum Besseren.

Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

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Konkurrenz: Aston Martin Rapide S, Audi RS 7, Mercedes-Benz CLS, Maserati Quattroporte GTS

 

Technische Daten: Porsche Panamera Turbo

Länge x Breite x Höhe (m): 5,05 x 1,94 x 1,43

Motor: Achtzylinder-V-Motor mit Turboaufladung

Leistung: 404 kW (550 PS)

Hubraum: 3.996 ccm

Max. Drehmoment: 770 Nm

Getriebe: 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Antrieb: Allradantrieb

Durchschnittsverbrauch (NEFZ-Norm): 9,4 L/100 km

Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 11,7 L/100 km

CO2-Emissionen: 214 g/km

Abgasnorm: Euro 6

Höchstgeschwindigkeit: 306 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 3,6 Sekunden

Leergewicht: 1.995 kg

Kofferraumvolumen: 495 – 1.304 l

Kraftstofftank: ca. 90 Liter

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