Citroen C3 Facelift – Behutsame Vitalisierung

Citroen C4 Facelift

Das Citroen C3 Facelift gehört zur sogenannten Polo-Klasse, also zu den Kleinwagen und nach drei Jahren erhielt er letzten Sommer eine Modellpflege.

Diese möchten wir in diesem Test näher beleuchten und fuhren für unseren Fahrbericht einen 110 PS starken Benziner in einem feurig leuchtenden Elixier-Rot und der Feel Pack Ausführung.




Exterieur – Schau besser zweimal hin

Denn auf den ersten Blick erkennt man nicht sofort die Änderungen am Citroen C3 Facelift. Erst beim genaueren Betrachten erkennt man beispielsweise die horizontal verlaufende, nun bis an die Scheinwerfer heranreichende Chromleiste an der Fahrzeugfront.


Citroen C4 Facelift Front
Drei Etagen – Die Anordnung der Lichteinheiten des C3 sind im Vergleich zum Wettbewerb einzigartig.



Seitlich fallen dann die neu designten Air Bumps auf, welche statt sieben nur noch drei die Seitenpartie in Szene setzen. Der erste trägt nach wie vor die vorab gewählte Akzentfarbe – im Fall unseres Testwagens ein Weiß.

Dazu gibt es ein Dachdekor – eines von drei Wahlmöglichkeiten – auf dem schwarzen Dach. Insgesamt werden sieben Außenfaben, vier Dachfarben und vier Style-Pakete angeboten. Das bedeutet in Summe bis zu 97 Kombinationen im Außendesign.




Am Heck erwarten die Augen des Betrachters markante Heckleuchten mit ihrer eindringlichen Ringlicht-Signatur, durch die das Air-Bump-Thema wiederaufgenommen wird und ein ansonsten clean erscheinender Abschluss.

Die Heckschürze ist zweigeteilt, die Unterseite ist aus schwarzem Kunststoff und erinnert entfernt an einen Unterfahrschutz, da diese an den Enden jeweils in den lackierten Bereich hineinragt. Ein Endrohr der Abgasanlage bleibt hier unsichtbar unter dem Fahrzeugboden verborgen.


Zum Seitenanfang

Interieur – Komfortabel alles beim Alten

Die größte Änderung im Innenraum vermitteln die nun stärker gepolsterten Sitze des Citroen C3 Facelift. Dadurch wird der Kleinwagen vor allem auf längeren Strecken komfortabler für die Insassen.


Interieur C3
Bleib, wie du bist – Das Facelift brachte kaum Neuerungen im Innenraum.



Beim Rest hielt man sich dagegen stark zurück, was nicht unbedingt ein Kritikpunkt darstellt. Wenngleich eine analoge Tachoeinheit vielleicht nicht mehr als topmodern gilt, so erfüllt sie ihre Aufgabe ebenso und für Freunde der Digitalisierung gibt’s ja den bekannten Zentralbildschirm.




Die Akzentuierungen im Innenraum werden in drei Varianten angeboten und mit den Kontrastfarben des Exterieurs abgestimmt. Hier finden sich daher viele Bereiche in Weiß wieder. Die eingesetzten Materialien sind solide, nicht unbedingt hochwertig, aber auch nicht billig erscheinend.

Das Platzangebot geht vorne vollkommen in Ordnung, im Fond müssen großgewachsene Passagiere mit Defiziten in puncto Bein- und Kopffreiheit rechnen. Auch für den Zustieg ist durch die schmalen Türen etwas Gelenkigkeit erforderlich. Recht opulent ausgeführte C-Säulen beeinträchtigen die ansonsten gute Rundumsicht etwas.


Kofferraum C3
Tiefer Laderaum, hohe Ladekante – Der Kofferraum fasst 300 Liter.



Der Kofferraum bietet unverändert 300 Liter Fassungsvermögen und kann bei Bedarf auch durch das Umklappen der Rückenlehnen vergrößert werden. Nur die recht hohe Abstufung durch ebendiese Rückenlehnen und die etwas hohe Ladekante stören bei der Benutzung des Ladeabteils ein wenig.


Zum Seitenanfang

Motor und Fahreigenschaften – Flink und mit weichem Gemüt

Der 1.2-Liter Dreizylinder Benzinmotor wird mittels Turbolader unter Druck gesetzt und liefert dadurch bis zu 110 PS sowie 205 Newtonmeter maximales Drehmoment, welches bereits ab 1.500 Touren zur Verfügung steht.


Motorraum Citroen
Unverändert – Der flotte 1.2-Liter Turbobenziner leistet unverändert 110 PS.



Der Dreizylinder ist akustisch als solcher sofort identifiziert, wenngleich die moderate Dämmung im Innenraum das Gros davon draußen lässt, dafür aber Fahrgeräusche ab Autobahntempi nur eingeschränkt vermeiden kann.

Als Ergebnis geht es im Citroen C3 Facelift jederzeit gut voran und über zu wenig Leistung kann man sich kaum beschweren. Der Motor ist auch der stärkste im Portfolio und wird hier mit einem gut passenden Schaltgetriebe kombiniert. Dank sauber definiertem Schleifpunkt der Kupplung und gutem Ansprechverhalten des Motors gibt es keine Anfahrschwäche.


Schalthebel
Sattes Schalten mit einem ziemlich langen Schalthebel – Etwas kürzer wäre hier besser.



Dafür gibt es aber eine andere Schwäche, nämlich die, der viel zu träge agierenden Start-Stopp-Automatik. Während unserer Testfahrten kam es immer wieder vor, dass man soeben zum Stillstand gekommen, sogleich weiterfahren musste, aber die Start-Stopp-Funktion erst einmal den Motor lahmlegt und dann eine gefühlte Ewigkeit benötigte, um ihn erneut zu starten. Das kostet Nerven – ab und an auch die der nachfolgenden Verkehrsteilnehmer.

Die Gangwechsel gelingen dafür durchgängig knackig und die Abstufungen der einzelnen Gänge erwiesen sich als sehr gut passend zu diesem Motor. Nur die unnötige Länge des Schalthebels selbst fanden wir unpassend, da sie eher an ein Nutzfahrzeug erinnert als an einen Kleinwagen.


Endrohr
Das kleine Endrohr mündet ungesehen nach unten abgewinkelt unter der Heckschürze.



Wechselt man entsprechend flink die Gänge, erreicht der Kleinwagen aus dem Stand nach 10,5 Sekunden die 100-km/h-Marke, das Ende des Vortriebs erreicht man bei 198 km/h – der Tacho verkündet dabei vollmundige 210 km/h.

Dem Fahrwerk wurde im Rahmen der Modellpflege offensichtlich nicht Beachtung geschenkt und so bleibt es weiterhin sehr weich abgestimmt und daher sehr komfortabel, vor allem auf der Geraden. Weniger gut bekommt diesem weichen Fahrwerk der sportive Einsatz in Form von schnellen Lastwechseln und abrupten Richtungskorrekturen, wie beispielsweise in schnell gefahrenen Kurven. Dann kommt es zu deutlichen Nick- und Wankbewegungen der Karosserie, die ein bisschen an ein kleines Boot bei rauer See erinnern.


Citroen C3 Facelift
Quirlig flott – Der C3 ist mit dem aufgeladenen Dreizylinder bestens motorisiert.



Selbst beim forcierten Bremsen taucht die Fahrzeugfront tief ein und bei hohen Geschwindigkeiten wird das Heck durch die plötzliche Entlastung gern auch unruhig. Daher ist man im C3 idealerweise lieber etwas zurückhaltend, aber dennoch zügig unterwegs. Dann generiert das Auto auch Freude und Gelassenheit macht sich unter den Insassen breit.


Sparrunde Citroen C3 Facelift Verbrauch
Genügsamkeit maximiert – Auf der Sparrunde glänzte der C3 mit Sparsamkeit.



Der Verbrauch des flotten Benziners betrug im Drittelmix 6,9 Liter auf 100 Kilometer, was geringfügig unter dem Ergebnis des Vorfacelifts liegt. Auf unserer obligatorischen Sparrunde konnten wir die Knausrigkeit noch verstärken und kamen auf nur 4,2 Liter auf 100 Kilometer.


Zum Seitenanfang

Ausstattung, Technik und Komfort

Mit der „Feel Pack“-Ausstattung besaß der Franzose bereits eine gut sortierte Ausstattung, die man mit einigen Optionen noch verfeinerte.

Dazu gehört beispielsweise das Navigation- und Technikpaket für 1.400 Euro extra, in dem der große 7-Zoll-Touchscreen und das hervorragende Navigationssystem inkludiert werden. Letzteres besitzt eine detaillierte Kartendarstellung und eine erstklassige Routenführung mit zuverlässiger Stauumfahrung, wie wir im Praxistest mehrfach bestätigen konnten.


Navigationssystem
Bestnoten – Diese erhielt im Test das erstklassige Navigationssystem des Citroen.



Erfreulich fanden wir, dass es weiterhin physische Bedienelemente wie einen Drehregler für die Lautstärke gibt. Die Klimatisierung muss über den Bildschirm erfolgen – das ist weniger komfortabel.

Ein Tempomat hält die gewünschte Geschwindigkeit, kann aber aufgrund eines fehlenden Radarsensors keine Abstände zum Vordermann berücksichtigen. Dessen Bedienung ist aufgrund der Anordnung des Bedienhebels mit den vielen Tasten links hinter dem Lenkrad recht umständlich, sodass man oftmals den Blick von der Straße nehmen muss, um die gewünschte Taste zu finden.




Ein großer Fortschritt ist der mit der Modellpflege erfolgte, optionale Wechsel auf LED-Scheinwerfer. Die Freireflektoren werfen das emittierte Licht nahezu fleckenfrei mit hoher Helligkeit als Lichtkegel vor das Fahrzeug – kein Vergleich mehr mit dem Halogenlicht. Vor allem die Reichweite des Fernlichts zeigt hier riesige Unterschiede zur herkömmlichen Halogentechnik.


LED-Scheinwerfer Citroen
Quantensprung – Das LED-Scheinwerferlicht ist ein enormer Sicherheitsgewinn für den C3.



Exotisch anmutend sind derweil die Warngeräusche des Spurverlassenswarners und auch das Blinkergeräusch. Auch eine Sprachsteuerung ist an Bord, die klar vorgegebene Sprachbefehle gut versteht und ausführt. Einen Totwinkelwarner gab es im Testwagen ebenso wie eine Rückfahrkamera nicht. Dafür werden die per Sensoren am Heck detektierten Abstände neben akustischen Piepser auch schematisch visualisiert.


Parksensoren
Immerhin – Keine Rückfahrkamera, aber die visualisierte Darstellung der Sensoren hilft.



Zum Seitenanfang

Varianten und Preise des Citroen C3 Facelift

Den französischen Kleinwagen kann man in fünf Ausstattungen erwerben. Der Einstieg erfolgt mit der Ausstattungslinie „Live“ ab 14.190 Euro. Danach folgen die Ausstattungen „Feel“, „Feel-Pack“, „C-Series“ und „Shine Pack“ als Topversion, die knapp unter 20.000 Euro startet.


Citroen C3 Facelift schräg vorn links
Als Feel Pack kostet der C3 mit dem Pure Tech 110 mindestens 18.740 Euro.



Drei Motoren
werden angeboten, zwei Benziner, einmal mit 83 PS kombiniert mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe und zum anderen die hier getestete 110-PS-Variante mit 6-Gang-Schaltgetriebe oder optional mit 6-Stufen-Automatik. Letztendlich gibt es einen Diesel mit 102 PS und 5-Gang-Schaltgetriebe.

Eine Hybrid- oder Elektrovariante gibt es nicht, wird aber spätestens zum Generationenwechsel dazukommen. Alle C3 fahren mit Frontantrieb.


Zum Seitenanfang

Fazit – Weniger Neues, mehr Bewährtes

Das Citroen C3 Facelift setzt auf bewährte Tugenden und seinen typisch französischen Charme. Als Trendsetter sieht er sich nicht, mit seinen vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten fürs Design wohl aber als Lifestyler, der dadurch auffallend aus der Reihe zu Tanzen vermag.


Citroen C3 Facelift Seite
Optische Eigenständigkeit und französischer Charme sprechen für den Franzosen.



Technologisch wirkt er vielleicht etwas in die Jahre gekommen und Tech-Freaks werden wohl auf den Generationswechsel warten. Außerdem erscheint das Kleinwagensegment mittlerweile als riesiges Battlefield und gegen einige der brandneuen Konkurrenten wird es sicherlich schwer sein, zu bestehen. Und dennoch.

Unser recht gut ausgestatteter Testwagen kostet gut 21.000 Euro, was aus Sicht der Redaktion angemessen ist. Im Gegenzug erhält der Kunde einen quirligen und sehr eigenständigen Protagonisten in einem Segment, das nach wie vor stark frequentiert ist. Womit wir schon bei der Zielgruppe sind.


Citroen C3 Facelift Heck
Sparsam und flott – Das Citroen C3 Facelift ist mit dem größten Benziner gut motorisiert.



Eignen tut er sich hingegen nur für eine Klientel, die seine Vorzüge zu schätzen weiß. Seine Schattenseiten sind die etwas umständliche Bedienung des Tempomats sowie der knapp bemessene Platz im Fond. Love it or hate it – das ist seine Devise. Die französische Art des Vorankommens hat er in jedem Falle verinnerlicht.




Text/Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

Zum Seitenanfang

 

 

 

Technische Daten: Citroen C3 Feel Pack PureTech 110

  • Farbe: Elixier-Rot Metallic
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,00 x 1,75 (2,01 mit Außensiegeln) x 1,47
  • Radstand (mm): 2.539
  • Antrieb: Dreizylinder mit Turbolader und OPF
  • Leistung: 81 kW (110 PS) bei 5.500 rpm
  • max. Drehmoment (Nm): 205 bei 1.500 rpm
  • Hubraum: 1.199 ccm
  • Getriebe: manuelles 6-Gang-Getriebe
  • Antriebsart: Front
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 5,4 l/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 6,9 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 122 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM
  • Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 10,5 Sekunden
  • Wendekreis (m): 10,7
  • Kofferraumvolumen (l): 300
  • Leergewicht (kg): 1.165
  • Zuladung (kg): 405
  • Anhängelast ungebremst/gebremst bis 12% (kg): 450/600
  • max Stützlast (kg): 46
  • max. Dachlast (kg): 70
  • Tankinhalt (l): 45
  • Kraftstoffart: Benzin E5/E10 mind. 95 Oktan
  • Neupreis des Testwagens: 21.310 Euro (Basispreis: 14.190 Euro)

 

Zum Seitenanfang

 

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise