Toyota GR Supra – Echt super, Supra!

Toyota GR Supra

Es ist lange her, seit es eine Supra gab – diese Toyota GR Supra schließt seit 2019 eine 18-jährige Lücke zwischen der vierten und fünften Generation.

So lange hat es gedauert, bis Toyota sich zu einer Neuauflage des Sportwagens durchgerungen hat. Diese wurde in Kooperation mit BMW durchgeführt, bei den Bavaren handelt es sich beim Gegenstück um den BMW Z4.

Bei uns heißt die Supra „die Supra“, da sie dies im Grunde aus unserer Sicht hierzulande schon immer war, auch wenn es hier verschiedene Meinungen gibt und auch „der Supra“ immer wieder zur Anwendung kommt. Korrekt wäre wahrscheinlich auch „das Supra“, weil die Namensgeber in Japan keine grammatische Geschlechtszuweisung benutzen und es daher keine Artikel gibt.

Wir fuhren für diesen Test eine Supra mit dem 258 PS starken Zweiliter Turbobenziner. Fahrbericht.




Die Außenoptik der Toyota GR Supra

Bereits optisch gesehen, macht die Supra ordentlich was her – besonders in diesem Gelb namens „Lightning Yellow“, einer Farbe, die sofort für Aufsehen sorgt und dem Sportwagen jede Menge Blicke garantiert.


Toyota GR Supra Front
Überholprestige inklusive – Die Supra fordert im Rückspiegel des Vordermanns Respekt.



Die tief beginnende Fahrzeugfront mit den markanten Scheinwerfern lässt für einen Moment vergessen, dass sich die Supra ihre Plattform mit dem neuen BMW Z4 teilt, bedient hier sogar Ähnlichkeiten zu einigen anderen Supercars wie Corvette oder in Nuancen auch McLaren & Co.


Toyota GR Supra Seite
Klassisch sportiv – Die Coupé-Linie der Supra wirkt dank langer Haube fast betörend.



Die Seitenlinie wurde leidenschaftlich gezeichnet und erinnert sofort an klassische Coupé-Modelle á la GT86 und BRZ. Wenngleich diese Protagonisten nicht unbedeutend kleiner sind, so lässt sich das Fahrzeuggenre dennoch schnell herausfiltern. Anders als bei den genannten Modellen, setzt die Supra auf eine besonders lange Haube, die das kurze Stummelheck noch stärker in Szene setzt.


Toyota GR Supra Heck, Türen offen
Rahmenlose Türen und eine Nebelschlussleuchte im Formel-1-Syle gehören auch zur Supra.



Am Heck gibt es dann eine schöne Lichtsignatur sowie zwei symmetrisch platzierte Endrohre, die von entsprechender Power zeugen und das Finish damit bestens gelungen ist.


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Der Innenraum der Toyota GR Supra

Im Innenraum wird es schnell ziemlich dynamisch, hier stellt sich Sportwagen-Flair pur ein. Platz haben die beiden Insassen mehr als genug. Die Sitze sind dabei ziemlich bequem und auch die ein oder andere längere Etappe lässt sich hier problemlos abspulen. Am Rande muss betont werden, dass die Supra ein reiner Zweisitzer ist.


Innenraum
Auf das Wesentliche reduziert: Das Fahren – Das und eine tolle Wertigkeit finden sich hier.



Das Lenkrad fasst sich sportwagentypisch gut an, könnte aber eine Spur dicker ausfallen. Das Infotainment wird jeder BMW-Fahrer kennen und lieben, wirklich viele Änderungen zum Z4 gibt es hier übrigens nicht.


Digital Cockpit
Volldigital – Übersichtlich und vielseitig zeigt sich das Cockpit der fünften Supra.



Auch die Cockpiteinheit ist selbsterklärend, selbst weniger autoaffine Novizen dürften sich bereits nach kurzer Zeit zurechtfinden. Die Verarbeitung ist in Summe auf sehr hohem Niveau, die eingesetzten Materialien wertig und zur Fahrzeugart bestens passend.




Der Kofferraum mimt mit seinen 290 Litern keinen Packesel, zumal die extrem flache Heckscheibe hier für zusätzliche Beeinträchtigungen sorgt, doch für einen Sportwagen geht das vollkommen in Ordnung. Wer Laderaum benötigt, kauft kein Coupé, sondern einen Kombi oder ein SUV.


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Motor und Fahreigenschaften – Scharf und würzig

Der Zweiliter-Vierzylinder ist kein Unbekannter, denn er kommt in allen aktuellen BMW 30i-Motoren zum Einsatz und leistet auch hier die 258 PS und 400 Newtonmeter maximales Drehmoment. Standesgemäß und wie einer Supra würdig, wird die Kraft ausschließlich an die Hinterräder geleitet.


Toyota GR Supra Motorraum
Trotz Toyota-Emblem steckt BMW drin – Der Vierzylinder ist ein erstklassiger Motor.



Dieses Aggregat ist aktuell einer der besten Vierzylinder auf dem Markt. Er läuft kultiviert, bleibt laufruhig und weich, während der Verbrauch bei einer sehr kraftvollen und hellwachen Leistungsabgabe ebenfalls im Rahmen bleibt.

Die Achtgang-Automatik von ZF hat stets den passenden Gang parat, das manuelle Schalten macht im Alltag wenig Sinn, aber dennoch Spaß, vorausgesetzt man geht der Kurvenhatz nach. Hat man das sportive Unterfangen nicht vor, darf man die Arbeit ruhig an die Automatik abgeben.


Wählhebel
Die Automatik beherrscht ihr Handwerk exzellent – liefert stets die passende Übersetzung.



Die Lenkung ist extrem spitz und direkt, wodurch das Auto einen sehr scharfen Fahrcharakter aufzeigt. Da ist es mitunter sogar etwas zu gutgemeint mit der Würze, denn es gibt praktisch auf jede kleinste Lenk-Aktion eine sofortige Reaktion, was eine Prise Nervosität auf den Plan ruft.


Endrohr
Gar nicht japanisch – Die Endrohre besitzen ihre echte Funktion; coolen Sound inklusive.



Keine Frage, dadurch wirkt die Supra extrem agil und temperamentvoll, aber beispielsweise auf der Autobahn ist man permanent mit Korrekturarbeiten konfrontiert, um das Coupé zu etwas Ruhe zu zwingen. Das Fahrwerk ist straff getrimmt und lässt dabei eine gewisse Portion Restkomfort übrig, der jedoch nicht auf dem Level eines Porsche 911 liegt, sondern eher wie ein Kompromiss erscheint, wenn das Fahrzeug mal für die Langstrecke zweckentfremdet oder als Kiddie-Shuttle genutzt wird.


Vorderrad
Sportwagenkonform – Das Bremssystem der Supra hat das Coupé souverän im Griff.



Die Bremsen haben ordentlich Biss, sind fein dosierbar und boten zu keiner Zeit Anlass für etwaige Kritik. Der Grenzbereich ist sehr weit oben angesiedelt, kommt beim Erreichen desselbigen allerdings auch urplötzlich und man muss hellwach bei der Sache sein, um das schnappartig ausbrechende Heck dabei abzufangen. Im Alltag ist das allerdings nahezu vernachlässigbar und das Fahrverhalten als sehr sicher einzustufen.


Sparrunde Verbrauch Toyota GR Supra 2.0
Minimalistisch, oder Efficient Dynamics: Der Verbrauch auf der Sparrunde überzeugt.



Zum Verbrauch: Der Durchschnitt im Test betrug 8,9 Liter auf 100 Kilometer. Die Sparrunde schaffte das Coupé mit nur 5,6 Litern pro 100 gefahrene Kilometer zu bewältigen und Vollgasfahrten resultierten in maximal 13 Litern. Alles Werte, mit denen man mehr als gut leben kann.


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Ausstattung, Komfort, Technik

Als „Dynamic“ ist die Supra recht gut ausgestattet. Dazu gehören sehr helle und auch weit ausleuchtende LED-Scheinwerfer, die in ihrer Homogenität jedoch etwas besser sein könnten.


Scheinwerfer
Die mehrteiligen LED-Scheinwerfer sorgen für eine helle, aber leicht fleckige Ausleuchtung.



Das Infotainment ist analog zum BMW-Pendant sehr intuitiv und einfach bedienbar. Allein die Routenführung des Navigationssystems gehört zurzeit zu den besten am Markt. Das gilt auch für die Assistenzsysteme, welche analog zum BMW Z4 ausnahmslos zuverlässig ihren Dienst verrichteten.




Positiv fielen uns zudem das DAB-Radio mit kaum Empfangsschwächen, eine schnell aufwärmende Sitzheizung und die hochaufgelöste Rückfahrkamera auf. Auch die Lademulde für das kabellose Aufladen von Smartphones, konnte mit ihrer Zuverlässigkeit beim Ladevorgang überzeugen.


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Varianten und Preise für die Toyota GR Supra

Den japanischen Sportwagen mit traditionsreicher, ja ikonischer Vergangenheit gibt es aktuell in fünf Ausstattungsversionen und mit zwei Motoren, dem hier getesteten Vierzylinder sowie mit einem Reihensechszylinder – ebenfalls aus dem BMW-Regal – der aus drei Litern Hubraum 340 PS generiert.


Toyota GR Supra 2.0 Dynamic
Unser Testwagen besaß die Ausstattung „Dynamic“ und kostete 56.600 Euro.



  • Pure – Das Einstiegsmodell startet bei 48.900 Euro, bietet neben 18-Zoll-Rädern unter anderem ein Keyless, Sportsitze und DAB+ ab Werk.
  • Dynamic – Eine Stufe darüber beginnt der Spaß ab 53.400 Euro und serienmäßig gibt’s zusätzlich Navi, ein aktives Dämpfungssystem, Apple CarPlay und Toyota Connect für diverse Online-Dienste.
  • Fuji Speedway Limited Edition – mindestens 56.690 Euro muss man für diese Version berappen, die zusätzlich auf 19-Zoll-Schmiederädern steht, eine Alarmanlage und einen Neigungssensor besitzt.
  • Legend – einen größeren Schritt macht man bei dieser Variante, die ausschließlich mit dem Reihensechszylinder angeboten wird sowie unter anderem auch über ein aktives Sperrdifferenzial verfügt und ab 62.900 Euro angeboten wird.
  • Jarama Racetrack Edition – Bei dieser Topvariante gibt’s in Kombination mit dem Sechszylinder und einer exklusiven Sonderfarbe praktisch eine Vollausstattung für ab 64.400 Euro.



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Fazit – Sportcoupé mit Tradition

Mit der neuen Toyota Supra erhält der Kunde ein appetitliches Sportcoupé, das bereits in seinen Grundzügen die Bedürfnisse der Klientel bedienen kann. Die tiefe Sitzposition versprüht eine nahezu kompromisslose Sportlichkeit, die der Antrieb in einem gewissen Rahmen, das Fahrwerk und insbesondere die Lenkung vollumfänglich bedienen kann. So gesehen, erfüllt das Coupé alle Erwartungshaltungen an eine Supra ohne Kompromisse.


Toyota GR Supra schräg vorn links
Auch die 5. Auflage hat sich den Anforderungen an eine Supra als würdig erwiesen.



Die Frage aller Fragen ist wohl die, ob es denn ein Sechszylinder in der Supra sein muss oder ob es auch der R4 tut. Unsere Meinung: Der Vierzylinder reicht völlig aus, er bietet jede Menge Fahrspaß, wirkt dabei leichtfüßiger und agiler, hält sich verbrauchstechnisch zurück und bietet ein solides Gesamtpaket. Der Sechsender hat dafür mehr Power, was vor allem in Zwischenspurts und obenraus deutlich spürbar wird. Allerdings ist er auch eine ganze Ecke teurer.

Ab 48.900 Euro beginnt der Spaß bei Toyota mit Vierzylinder, der aus unserer Sicht das fahraktivere, weil leichtfüßigere und temperamentvollere Auto darstellt. Unser Testwagen lag mit reichlich 56.000 Euro rund 8.000 Euro darüber.


Toyota GR Supra Heck
Resümierend bleibt festzuhalten, dass die neuste Supra ein echtes Sportcoupé geblieben ist.



Zum Sechsender fehlen da immer noch rund sieben weitere Tausender. Die Konkurrenz ist obendrein nicht ohnmächtig und ein 300 PS starker Cayman startet beispielsweise ab rund 58.000 Euro und der Z4 ist mit dem 197 PS zugegeben schwächeren 20i ab 42.900 Euro zu haben.

Die Entscheidung dürfte daher sowohl emotionaler als auch monetärer Natur sein.





Text/Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

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Pro und Contra

Pro:

  • hervorragender Motor
  • gute Ausstattung
  • langstreckentauglich
  • sparsamer Verbrauch

Contra:

  • etwas nervöse Lenkung bei hohen Geschwindigkeiten
  • recht hoher Preis

 

 

 

 

 

Technische Daten: Toyota GR Supra Dynamic

  • Farbe: Lightning Yellow Metallic
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,38 x 1,85 (2,04 mit Außenspiegeln) x 1,29
  • Radstand (mm): 2.470
  • Antrieb: Reihenvierzylinder Benzinmotor mit Twinscroll-Turbo und OPF
  • Hybridart: –
  • Leistung: 190 kW (258 PS) bei 5.000 bis 6.000 rpm
  • max. Drehmoment (Nm): 400 bei 1.550 bis 4.400 rpm
  • Hubraum: 1.998 ccm
  • Getriebe: 8-Gang-Automatik von ZF
  • Antriebsart: Heck
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 7,4 l/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 8,8 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 168 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM
  • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h Werksangabe/gemessen (sec): 5,2
  • Wendekreis (m): 11,0
  • Bodenfreiheit (mm): 119
  • Kofferraum (l)): 290
  • Leergewicht (kg): 1.395
  • Zuladung (kg): 315
  • Tankinhalt (l): 52
  • Kraftstoffart: Benzin E5/E10 mind. 95 Oktan
  • Neupreis des Testwagens: 56.600 Euro (Basispreis: 48.900 Euro)

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