RAM 1500 TRX – Tyrannisierendes Stahlgewitter

RAM 1500 TRX

Achtung und in Deckung gehen: Hier kommt der RAM 1500 TRX – der weltweit stärkste Pick-up und ein Sammelsurium der Superlative.

Wer bislang glaubte, ein Bentley Bentayga sei groß oder nur ein Porsche Macan sei schnell auf Tempo 100, der dürfte durch dieses Monstrum hier in seinen Grundfesten erschüttert werden.

Das TRX steht für Tyrannosaurus Rex und soll als Antwort auf den Ford F-150 Raptor gelten. Schließlich wurde ebendieser Raptor ja vom T-Rex besiegt – zumindest in einem Film der Jurassic-Park-Reihe.

Wir fuhren den TRX für diesen Fahrbericht in einem Rot namens „Flame Red“, dessen Signalwirkung auf der riesigen Fläche des Pick-ups fast einem Feuerball gleichkam.


 



 

Der RAM 1500 TRX von außen

Dieser TRX ist bereits auf den ersten Blick als der Alpha unter den Pick-Ups zu erkennen – gleichgültig, in welcher Lackierung er letztendlich vorfährt. Diese respekteinfordernde Erscheinung des großen Amis fiel uns bereits im Erstkontakt auf – damals noch im Tarndress. Von vorn erkennt man sofort, dass der TRX deutlich breiter ist – 20 Zentimeter mehr als zum herkömmlichen RAM 1500 und 15 Zentimeter mehr Spurbreite sind es am Ende in Zahlen.


RAM 1500 TRX Front
Martial Arts – Die Front des gut zwei Meter hohen TRX wirkt nahezu erdrückend, wenn man davor steht.



Die Front erscheint außerdem dermaßen hoch und massiv, dass man meinen könnte, man hätte es mit einem LKW zu tun. Dabei scheint hier alles als Superlativ kreiert worden zu sein: So kommen hier unter anderem ein brachialer Unterfahrschutz in XXL zum Einsatz – sichtbar am Bug ist es einer der optischen Natur, doch direkt dahinter sorgen insgesamt fünf Unterfahrschutzplatten für einen optimalen Schutz der Vorderachse samt Verteilergetriebe sowie der Getriebewanne und des Kraftstofftanks bei jeder Geländefahrt.


Powerdome
Diese Lufthutze versorgt den Motor zusätzlich mit Luft; die drei gelben LEDs leuchten nur im Stand.



Weiterhin gibt es einen extrem breiten Frontgrill (viel Luft wird eh gebraucht) und ein Powerdome mit dicker Lufthutze auf der Haube, die allein die Hälfte der Luftzufuhr für den bärenstarken V8 absichert. Dieses Powerdome plus Lüftungsöffnung wurde übrigens auch supersized definiert und mit drei zusätzlichen Positionsleuchten versehen, die hierzulande allerdings nur bei stillstehendem Saurier, pardon, Pick-up leuchten dürfen. Durch die vielen schwarzen Applikationen kommt der TRX richtig böse und teilweise angsteinflößend zur Geltung.


RAM 1500 TRX Seite
Ready for Takeoff – Das rund sechs Meter lange Gefährt ist überall ein enormer Blickfang.



Ein Blick auf die Fahrzeugseite verrät schnell, dass es sich hier um einen sehr hohen Pick-up handelt. Seine Herkunft ist dabei leicht zu erraten, denn im Vergleich zu den Standard-Pick-ups wie Navara, L200 und Co. kommt er erheblich massiver daher. Ein Blick zwischen die grobstolligen Reifen – die von Good Year exklusiv für den TRX entwickelt wurden – und der hochbeinigen Karosserie zeigt das adaptive Bilstein-Fahrwerk.


Good Year
Good Year hat diese Reifen eigens für den TRX entwickelt.



Ein Zeichen dafür, dass es beim TRX längst nicht nur um optische Dinge ging. Denn das Ur-Fahrwerk des RAM 1500 zeigt sich laut Hersteller nur noch mit 25 Prozent zu diesem hier vergleichbar. Hochfeste Stähle und stärkere Träger lassen brachialste Behandlungen zu, ohne die das Fahrzeug wohl ähnliche Schicksale von Wettbewerbern erfahren müsste, indem es beim Dünenspringen einfach zerbräche. Richtig gelesen: Mit diesem TRX kann man gut und gerne auch über Sanddünen springen.




Die RAM-Bar hinter dem Fahrerhaus sieht nicht nur brachial aus, sondern dient zugleich als Überschlagschutz. Am Heck macht der RAM 1500 TRX mit schickem Modellschriftzug und vor allem richtig fetten, runden Endrohren auf sich aufmerksam. Die Durchmesser dieser Endrohre würden durchaus auch Behausungen von mittelgroßen Nagern in diesen erlauben.


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Der Innenraum – Endlose Weiten

So gewaltig der TRX von außen wirkt, so luxuriös geht’s im Innenraum zu. Hier gibt es viele Analogien zu den klassischen RAMs, am ehesten zum Top-Modell Limited. Man darf dabei nicht vergessen, dass es sich nach wie vor um ein Nutzfahrzeug handelt und an daran bemessen, ist die Ausstattung durchaus als luxuriös zu bezeichnen.


Instrumententafel TRX
Nutzfahrzeugcharakter? Fehlanzeige! Der RAM setzt auch als TRX Maßstäbe in puncto Wertigkeit.



Neben einer Unmenge an TRX-Schriftzügen samt TRX-Button rechts vom Lenkrad, ist der markanteste Unterschied wohl der konventionelle Wählhebel. Während die anderen RAMs einen kleinen Drehregler nutzen, kommt im Alphatier ein großer Wählhebel zum Einsatz, der allerdings auch deutlich besser zu diesem Monstrum passt. Wenngleich dadurch das Ablagefach der Mittelkonsole etwas kleiner ausfällt.




Achtung, Easter-Egg! Wer die Armauflage der riesigen Mittelkonsole öffnet, kann eine hübsche Grafik erspähen, die einen Raptor zeigt, welcher von einem Tyrannosaurus Rex verfolgt wird, der wiederum den RAM 1500 TRX im Nacken hat. Alles maßstabsgetreu abgebildet und schlussendlich der Mensch selbst für den obligatorischen Größenvergleich. Das ist Liebe zum Detail und ein frecher Sidekick in Richtung Ford F-150 Raptor!


Easter Egg
Versteckter Größenvergleich – Im Ablagefach der Mittelkonsole findet sich dieses „Easter Egg“.



Die Sitze sind extrem bequem und offerieren den typisch amerikanischen Lounge-Charakter. Ein bisschen mehr sportive Kontur a la Recaro hätten wir uns dann aufgrund der brachialen Motorisierung doch gewünscht. Das umfangreiche Infotainment mit dem riesigen vertikal positionierten Bildschirm ist schnell verinnerlicht.




Wer sich für weitere Details interessiert, kann gern einen Blick in die anderen Berichte der getesteten RAM-Modelle wie zum Laramie, Sport und Limited werfen.


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Motor und Fahreigenschaften – Ein T-Rex mit dem Herz der Höllenkatze

Dass man ernsthaft auf die Idee kommt, einen Hellcat-Motor in einen RAM zu verpflanzen, ist mindestens genauso verrückt, wie genial. Dank unfassbarer 711 PS steht dieser RAM weit oberhalb von seinen konventionellen 5,7er-Brüdern und ist damit zurecht das Alphatier der Baureihe.


Supercharged
Bereits auf dem Powerdome der Haube wird der Unterschied zu herkömmlichen RAMs verraten.



Der Motor besitzt 6,2 Liter Hubraum und wird durch einen mächtigen Kompressor unter Druck gesetzt, stemmt devastatorische 881 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Wir kennen dieses Aggregat bereits aus dem Dodge Charger SRT Hellcat sowie aus dem noch stärkeren Dodge Challenger SRT Hellcat XR.


V8 Motorraum
Unter dieser – sorry, sehr verschmutzten – Abdeckung schlummern 711 Pferde…



Auch hier gibt es ein Easter Egg: Öffnet man die Motorhaube und löst die Abdeckung des V8, kommt darunter ein Bildnis des Tyrannosaurus Rex zum Vorschein.


Easter Egg Nr. 2
…sowie ein angriffslustiger T-Rex als weiteres „Easter Egg“.



Der Antrieb im TRX ist bereits auf den ersten Kilometern mehr als beeindruckend. Die Gasannahme ist sehr spontan, um nicht zu sagen aggressiv, der Pick-up jederzeit willig. Man vermutet dabei kaum, dass 2,5 Tonnen Leergewicht bewegt werden müssen, so agil stürmt der Bolide beim Druck aufs Gaspedal davon. Dabei zeigt sich dieser RAM wahlweise akustisch zurückhaltend (aber deutlich präsenter als alle anderen RAMs) oder unverhohlen bollernd bis infernal schreiend – ganz nach Gusto und gewähltem Fahrmodus.


RAM 1500 TRX schräg hinten links
In nur 4,6 Sekunden katapultiert der aufgeladene V8 das 2,5-Tonnen-Monster auf Tempo 100.



Ehrlich, wir haben noch kein derart lautes V8-Gebrüll von einem US-Car gehört. Was hier einem im Sportmodus durch die geöffneten Klappen der Sportabgasanlage akustisch um die Ohren gefeuert wird, ist mit Sicherheit ein Freudentaumel für alle Hörakustiker, die bei der etwaigen Nachbehandlung alle Hände voll zu tun haben.


Bilstein
Präzisionsarbeit – Das Bilstein-Fahrwerk entpuppt sich als wahrlich grandios.



Die Lenkung ist für ein solch großes Fahrzeug überraschend exakt und fast schon feinfühlig. Als absolut genial möchten wir das Fahrwerk beschreiben. Allein die enormen Federwege von 33 Zentimetern vorne und 36 Zentimetern hinten erlauben da einiges. Doch so richtig perfekt machen es erst die Bilstein-Dämpfer, die ihre Dämpfungstärke adaptiv und blitzschnell zwischen zehn und 990 Kilogramm ändern können. Dadurch ist der TRX sowohl auf der Straße als auch im Gelände bestens gewappnet.


RAM 1500 TRX offroad
Im Fahrmodus „Automatik“ reagiert der TRX blitzschnell auf Veränderungen des Untergrunds.



Das führt teilweise dazu, dass es kaum einen Unterschied macht, ob man auf der befestigten Straße fährt oder einfach rechts auf das angrenzende Feld wechselt. Es ist unglaublich, wie souverän das Fahrwerk mit derartigen Änderungen umgeht.

Zudem besitzt der TRX eine Sprungerkennung, bei der Sensoren registrieren, ob sich das Fahrzeug in der Luft befindet – etwa beim Sprung über Dünen – und regelt entsprechend die Dämpfungsstärke, die Gangwahl und auch die Motorleistung so, dass bei der Landung optimale Verhältnisse für ein stabiles Weiterfahren herrschen.




Der spezielle Sprungmodus wird „Baja“ genannt und ist einer von diversen Fahrprogrammen. „Baja“ kannten wir bis dato nur aus dem Ford Ranger Raptor und genau da schließt sich der Kreis: der RAM 1500 TRX versteht sich als Kampfansage zum großen Bruder des Ranger Raptor, dem Ford F-150 Raptor, der noch eine Ecke brutaler ist als der klassische F-150.

In puncto Beschleunigung haben sich so manche Fahrgäste bei uns eingangs sicher gefühlt, um kurz darauf mit brachialer Gewalt in den Sitz gedrückt zu werden.


Was ist das denn bitte für ´ne Karre? Kommt die direkt aus der Hölle!?



Dieser und ähnliche Kommentare waren dabei die Regel, denn die Ausnahme und ja, einige Analogien zu gewissen Höllenfahrzeugen sind hier nicht zu leugnen.

Für die Innenstadt ist ein TRX allerdings nicht unbedingt die erste Wahl. Parkhäuser sind passé, es sei denn, man möchte mit dem Bügel der RAM Bar reihenweise Neon-Röhren an der Betondecke absäbeln, die dann passenderweise gleich auf der Ladefläche landen.


Wählhebel
Statt dem klassischen Drehrad im RAM gibt’s hier einen auch besser passenden Wählhebel.



Parkplätze sind grundsätzlich be- oder besser überfahrbar und Bordsteine praktisch nicht existent für dieses Auto. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass man weder den Fußweg massiv blockiert noch halb auf der Straße steht. Rangieren ist auch so eine Sache für sich. Allerdings werden die meisten Verkehrsteilnehmer vom TRX eingeschüchtert und bleiben ganz brav stehen, sodass man sein Unterfangen in aller Ruhe zu Ende bringen kann.


Vorderrad RAM TRX
Versteckt, aber wirkungsvoll – Die Bremsanlage hat die Power des TRX erstaunlich gut im Griff.



Die Bremsen wurden an diesem Pick-up größer dimensioniert, gehören mit 15 Zoll Scheibendurchmesser an den Vorderrädern zu den größten Systemen dieser Klasse und hatten den TRX auch bei extrem harscher Behandlung bestens im Griff. Die Dosierbarkeit blieb auch nach mehreren harten Bremsmanövern aus höheren Geschwindigkeit unverändert feingranular.


Drehmomentanzeige
Diverse Parameter rund um die Leistung sind abrufbar, wie hier das aktuelle Drehmoment.



Der TRX ist übrigens auch langstreckentauglich. Zwar ist er mittlerweile bei 160 km/h elektronisch eingefangen – vorher waren es 190 km/h – doch das genügt in den meisten Fällen, was zwangsläufig zum Kapitel Verbrauch führt.


Sparrunde Verbrauch RAM 1500 TRX
Weniger war nicht drin: Die Sparrunde wurde mit gut 14 Litern auf 100 Kilometer absolviert.



Dieser ist des TRX größte Achillesferse, denn selbst unsere obligatorische Sparrunde war nicht unter 14,2 Litern auf 100 Kilometer zu befahren. Wer nur in der Innenstadt umhertingelt, muss mit Verbräuchen um die 25 Liter rechnen. Im Drittelmix ermittelten wir einen Durchschnitt von 21,1 Litern auf 100 Kilometer und können die Werksangabe bis auf ein Zehntelliter bestätigen.


Tankdeckel
Trotz 125 Liter Fassungsvermögen des Tanks, kommt man mit Bleifuß nicht weit.



Und bei Vollgasfahrten auf der Autobahn kommt es richtig dicke: 40,8 Liter genehmigte sich das bitterböse Hellcat-Herz unter der Haube – da reicht das 125-Liter-Reservoir gerade einmal für rund 300 Kilometer. Tiefschwarze Wolken ziehen da bei den aktuellen Spritpreisen über das noch eben sonnige Gemüt.


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Ausstattung, Komfort, Technik

Die reichhaltige Ausstattung des RAM 1500 TRX ist dem Fakt zu verdanken, dass dieser bereits auf der Topausstattung der RAM-Modelle basiert.

So kommen hier Voll-LED-Scheinwerfer zum Einsatz, die zwar keine Matrix-Funktion besitzen, die Fahrbahn dennoch hell und homogen ausleuchten. Durch die exorbitante Anbauhöhe konnten wir feststellen, dass Fahrer kleinerer Fahrzeuge, einschließlich Mittelklasse-Limousinen, Sportwagen, Roadster und eigentlich alles, was tiefer als ein Kompakt-SUV ist, vom gleißenden Licht des TRX gnadenlos geblendet werden.


LED-Scheinwerfer
High Beam – Die Anbauhöhe der LED-Scheinwerfer ärgerte teilweise andere Verkehrsteilnehmer.



Dies führte nicht selten dazu, dass der ein oder andere vor uns fahrende Porsche-Pilot genervt und/oder eingeschüchtert freiwillig rechts rangefahren ist und uns passieren ließ, um den Raubsaurier danach von hinten mit Photonensalven aus den bordeigenen LED-Kanonen zu befeuern. Dank der extrem hohen Sitzposition im Über-RAM verfehlte dies allerdings die gewünschte Wirkung.


Harman/Kardon
Insgesamt 19 Lautsprecher verwandeln den Innenraum in einen wohligen Klangkörper.



Das Soundsystem aus dem Hause Harman/Kardon klingt dank insgesamt 19 teilweise großdimensionierter Lautspecher wirklich gut und kann den Innenraum des RAM perfekt als Resonanzkörper nutzen. Die Akustik ist warm, vollmundig und dürfte die meisten Kunden vollumfänglich zufriedenstellen.

Das Infotainment funktionierte hier sehr gut, selbst die Sprachsteuerung verstand alle getesteten Befehle bestens. Cool: Das Navigationssystem zeigt auch ohne aktiver Routenführung wichtige Anschlüsse zu Schnellstraßen in der Nähe an.


Navi
Auch ohne aktive Routenführung informiert das Navi über wichtige Knotenpunkte.



Willkommener Zuwachs: Erstmals an Bord eines RAM 1500 ist das tolle, weil sehr informative Head-up Display. In Farbe werden hier diverse Parameter direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert.

Ob nun Sitzheizung, -lüftung oder Lenkradheizung – alles arbeitet ebenfalls sehr gut, weil schnell und homogen sowie auch wirkungsvoll. Die gesamte Innenraumbeleuchtung wurde in LED-Technik ausgeführt.


HUD
Ein Novum im RAM: Das Head-up Display zeigt in Farbe extrem viele Parameter.



Extrem wichtig bei diesem Monstrum: Der TRX kann auf Knopfdruck seine (sehr großen) Außenspiegel einklappen. Besser noch wäre es, wenn er dies auch gleich beim Verriegeln in Eigenregie tun würde.




Auch beim rund sechs Meter langen TRX gilt: Die Rückfahrkamera ist Pflicht, eine 360-Grad-Kamera eine gute Aufrüstung, denn insbesondere nach hinten ist der RAM recht unübersichtlich.


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Der Preis des RAM 1500 TRX

Das riesige Plus an Technik und Leistung hat natürlich seinen Preis. Der stärkste Pick-up der Welt startet hierzulande beim Importeur AEC Europe ab 119.000 Euro und liegt somit gute 50.000 Euro über dem Einstiegsmodell des RAM 1500.


RAM 1500 TRX im Gelände
Deutlich teurer als ein konventioneller RAM – Der TRX beginnt bei knapp 120.000 Euro.



Die Nachfrage ist dennoch hoch. Wenngleich es eine limitierte Auflage ist, wird dieses Fahrzeug bei nicht einmal dreistelliger Zulassungszahl wohl sehr selten in freier Wildbahn anzutreffen sein.


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Fazit – Ein echter Tyrannosaurus Rex

Der RAM 1500 TRX ist der Über-Pick-Up schlechthin, maßlos übermotorisiert, viel zu durstig und so böse, dass er keine Feinde fürchtet. Niemand braucht so ein Fahrzeug wirklich, aber haben wollen es nicht wenige; noch mehr wenigstens einmal bewegen. Man möge seiner Zielgruppe einen gewissen Dominierungsdrang unterstellen, aber cool wirkt dieses Gefährt auf alle Fälle.


RAM 1500 TRX schräg vorne rechts
Er bleibt auf deutschen Straßen eine Rarität – Der limitierte TRX wird immer ein Exot bleiben.



Und dazu so herrlich rotzig frech, so extrem emotional und antizyklisch prescht aktuell kaum ein anderes Fahrzeug in die Diskussion um die E-Mobilität. Und genau da ist die Analogie zum Urahnen zu erkennen. Der TRX ist wie der T-Rex eine aussterbende Spezies. Noch gibt es ihn und daher ist noch Zeit, dieses Raubtier zu erfahren. Das Aussterben derartiger Boliden hat in Europa längst begonnen, weltweit wird diesen Exoten allerdings noch etwas mehr Zeit gegeben. Der Trend ist aber eindeutig.


RAM 1500 TRX Seitenansicht
Für alle, denen Superlative wichtig sind, ist dieser TRX mit Sicherheit ein Fest.



Zur Massenware wird dieser Pick-Up aus diesen Gründen sicherlich nicht, wohl aber zu einem Statement, das in der heutigen Zeit Mut und Positionierung erfordert. Allein schon deswegen wünschen wir diesem Fahrzeug und seinen Besitzern eine glückliche Zukunft.


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Zum Schluss in eigener Sache:

Ein RAM 1500 ist seit jeher eine extrovertierte Erscheinung auf europäischen Straßen und polarisiert zweifellos bereits in anderen Varianten. Dieser hier ist praktisch unüberseh- und hörbar. Vor allem in der ökofundamentalen Fraktion gibt es immer mehr Zeitgeister, die der Meinung sind, dass diese Raritäten die Hauptschuld am Untergang des Planeten tragen werden.

Man könnte jetzt den RAM 1500 TRX als provokante und sarkastische Antwort auf alle Unkenrufe bewerten. Man kann sich aber auch am Anblick dieses überaus seltenen Derivats erfreuen oder bei Nichtgefallen einfach mal mit Ignoranz glänzen, was deutlich sozialer und intellektuell reifer erscheint als phrasentriefendes Geschimpfe eines selbsternannten Messias vorzugaukeln.

Wir hatten beide Seiten während unseres Tests beobachten können: Sowohl die Neugierigen und Begeisterten als auch die Autohasser und Schubladendenkenden. Auch hier erkennt man zweifellos die wachsende Schwarz-Weiß-Mentalität, die keine Grautöne mehr zulässt. Will heißen, entweder du liebst es, oder du willst und musst es hassen. Und vor allem letzteres wird mit einer „Um-jeden-Preis“-Vehemenz an den Tag gelegt, dass man sich fragt, wie mit solch einfältiger, ja fanatischer Haltung überhaupt ein Dialog möglich werden soll, der uns tagtäglich immer mehr abhandenkommt, wie man aktuell in vielen Belangen spüren muss – Tendenz weiterhin steigend. Das finden wir nicht nur schade, sondern äußerst beängstigend.




Text/Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 5D Mark III

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Pro und Contra

Pro:

  • militant extrovertierte Erscheinung
  • Leistung im Überfluss
  • erstklassiges, sehr vielseitiges Fahrwerk
  • reichhaltige Ausstattung
  • verschwenderisches Platzangebot

Contra:

  • utopischer Verbrauch
  • abmessungsstechnisch nicht alltagskonform
  • extrem dünnes Händlernetz

 

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Konkurrenz:
Ford F-150 Raptor

 

 

Technische Daten: RAM 1500 TRX

  • Farbe: Flame Red Metallic
  • Länge x Breite x Höhe (m): 5,94 x 2,24 (ohne Außenspiegel) x 2,09
  • Radstand (mm): 3.687
  • Antrieb: V8 mit Kompressor und OPF
  • Hybridart: –
  • max. Leistung: 523 kW (712 PS) bei 6.100 rpm
  • max. Drehmoment (Nm): 881 bei 4.800 rpm
  • Hubraum: 6.166 ccm
  • Getriebe: 8-Stufen-Automatik
  • Antriebsart: Allrad permanent
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 21,0 l/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 21,1 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 506 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM
  • Höchstgeschwindigkeit Werksangabe/gemessen: 160 km/h/165 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (sec): 4,6
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 30,4°/25,0°
  • Rampenwinkel: 25,2°
  • max. Wattiefe (mm): 800
  • max. Bodenfreiheit (mm): 300
  • Ladefläche (Länge/Breite/Volumen): 1,94 m/1,69 m/1.700 l
  • Leergewicht (kg): 2.500
  • Zuladung (kg): 415
  • Anhängelast ungebremst/gebremst (kg): 750/3.500
  • max. Stützlast (kg): 155
  • max. Dachlast (kg): k.A.
  • Tankinhalt (l): 125
  • Kraftstoffart: Benzin E5/E10 mind. 91 Oktan
  • Neupreis des Testwagens: ca. 125.000 Euro (Basispreis: 119.000 Euro)

 

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