BMW 730d xDrive – Das BMW Laserlicht

Dauertest BMW 730d xDrive

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30.11.2018 – km-Stand: 30.084 – Das BMW Laserlicht

Die dunkle Jahreszeit ist nunmehr allgegenwärtig und so haben wir uns vor dem Start des dunkelsten Monats des Jahres dazu entschlossen, das optionale BMW Laserlicht unseres Dauertesters einem ausgiebigen Test zu unterziehen.

 

LED ist im BMW 7er immer Serie

Wir schreiben das Jahr 1991, als der erste BMW 7er optional mit Xenon-Scheinwerfern erhältlich war. Diese zum damaligen Zeitpunkt noch sehr exklusive, gar revolutionäre Lichtquelle mauserte sich im Laufe der Jahre zu einem enormen Sicherheitsplus, welches sich seinen Weg bis hin zum Kleinwagensegment bahnte. Mitte 2012 hielten dann erstmals optional Voll-LED-Scheinwerfer Einzug im Facelift des BMW 7er der Baureihe F01.

Im neuen 7er BMW, dem Modell G11/G12 sind Voll-LED-Scheinwerfer bereits ab Werk serienmäßig verbaut, das BMW Laserlicht ist optional erhältlich. Grundsätzlich verrichten hier die sogenannten BMW Adaptive LED Scheinwerfer ihre Arbeit, die sich unter anderem durch folgende Funktionsumfänge qualifizieren:

  • LED-Abblendlicht
  • LED-Fernlicht
  • Adaptives Kurvenlicht
  • Abbiegelicht
  • Tagfahrlicht in LED-Technik

 

Das Abblendlicht

Das Abblendlicht unseres BMW 730d xDrive zeigte sich bis dato als sehr hell und homogen. Eine angenehm weiche Hell-Dunkel-Grenze schont die Augen und macht Fahrten bei Nacht sehr entspannt. Wir haben hierzu diverse Bordbucheinträge, wie beispielsweise: „Mit die besten LED-Leuchten aktuell am Markt; erhebliche Steigerung gegenüber den Xenon-Brennern vom Vorgänger!“

 

BMW 7er Abblendlicht
Breit & hell – Das Abblendlicht des BMW 7er.

 

Dieser Aussage können wir uns vollumfänglich anschließen. Das Abblendlicht vermag es, selbst bei regennasser Fahrbahn eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne Flecken zu gewährleisten. Die enorme Helligkeit spielt hier ebenfalls eine wichtige Rolle und offeriert auch bei rabenschwarzen Pisten noch immer die Helligkeit der Xenon-Scheinwerfer des Vorgängermodells.

 

Das LED-Fernlicht

Das LED-Fernlicht konnte im Test ebenfalls keine Kritik für sich verbuchen. Der Lichtteppich ist sehr breit und leuchtet weit in die Ferne, ohne dabei in den relevanten Bereichen die Helligkeit zu vernachlässigen. Dies liegt nicht zuletzt an der adaptiven Lichtverteilung. Bei aktiviertem Fernlicht, wird der Kegel für das Abblendlicht geschmälert, sodass der Blick nicht abschweift.

 

BMW 7er Fernlicht LED
Schmal & weitläufig – Das (LED-) Fernlicht des BMW 7er.

 

Ebenfalls bemerkenswert ist die gleichmäßige Lichtfarbe, die sich auch an den Rändern nicht ändert. Einzig die Tatsache, dass der BMW 7er im Vergleich beispielsweise zum neuen VW Touareg nicht über eine Schilderentblendung verfügt, ließ uns in manchen Situation aufgrund der starken Reflexion das Fernlicht manuell abblenden.

 

Das adaptive Kurvenlicht

Das adaptive Kurvenlicht fungiert derweil bereits in unteren Geschwindigkeitsbereichen und bewegt den Lichtkegel in Abhängigkeit des Lenkeinschlages. Das sehr flüssige Schwenken beruhigt aus Sicht der Tester regelrecht die Augen und wird gar nicht als Kurvenlicht wahrgenommen. Nur, wenn man sich wirklich darauf konzentriert, kann man den asymmetrischen Lichtkegel bei seiner Arbeit beobachten. Dass das Kurvenlicht bereits in anderen Modellen die Sicherheit des Fahrers nicht unbeträchtlich erhöht, konnten wir bereits festhalten.

 

BMW 7er LED Abbiegelicht
Versteckt im Scheinwerferkorpus befindet sich das Abbiegelicht…

 

Im BMW 7er zeigt sich jedoch die gesamte Lichteinheit flüssig und auch hier kommt den Scheinwerfer die xenonartige Charakteristik zugute, die vor allem darin besteht, einen flächendeckenden, homogenen Lichtkegel auf die Straße zu werfen.

 

Das Abbiegelicht

Als „Hidden Champion“ erwies sich in diversen Szenarien das Abbiegelicht unseres BMW 730d xDrive. Versteckt im Hauptscheinwerfer und anfangs völlig unbemerkt, verrichten winzig kleine LEDs ihre Arbeit und leuchten in sehr niedrigen Geschwindigkeitsbereichen immer die Fläche aus, die kurz darauf befahren wird.

 

BMW 7er LED Abbiegelicht
…welches in der Praxis trotz kleiner Ausmaße einen hervorragenden Job macht.

 

Dies rettete bereits zwei Katzen sowie diversen Igeln das Leben, die von den hellen Dioden wahrnehmbar illuminiert wurden.

 

Die BMW Lichtsignatur

Natürlich kommt ein BMW nicht ohne seine markante Lichtsignatur aus. Im Falle unseres BMW 7er sind dies die aktuellen Corona-Ringe, die in zartem Blauton sowohl als Tagfahr- wie auch als Standlicht fungieren. Ist das BMW Laserlicht an Bord, so zieren die Signatur zusätzlich zwei markante blaue Stege pro Scheinwerfer.

 

BMW 7er Scheinwerfer Blinker
Bayrische CI – Die Corona-Ringe gehören seit langer Zeit zur BMW-DNA.

 

Dazu gesellen sich LED-Blinker an Front und Heck, die im Vergleich zu manchen Konkurrenten jedoch nicht dynamisch akzentuiert sind. Dafür gibt es beinahe organisch wirkende, gestreckte LED-Heckleuchten, welche die Breite der Oberklasse-Limousine angemessen betonen.

 

Die LED-Nebelscheinwerfer

Damit die diodenträchtige Einheit nicht etwa von gelbstichigen Halogenleuchten aufgebrochen wird, offeriert BMW für sein Flaggschiff bereits ab Werk Nebelscheinwerfer in LED-Technik. Diese bestehen aus drei kleinen LEDs, horizontal angeordnet und harmonisch in der Front integriert. Die Ausleuchtung ist in Ordnung, aber nicht überragend.

 

BMW 7er LED Nebelscheinwerfer
Ton in Ton – Im BMW 7er sind auch die Nebelleuchten in LED-Technik ausgeführt.

 

Für eine stimmige Optik sorgen sie jedoch allemal. Die Nebelleuchten fungieren im 7er BMW auch nur als solche, da das Abbiegelicht im Hauptscheinwerfer integriert ist. Wir möchten an dieser Stelle erwähnen, dass bei eingeschaltetem Nebellicht der Fernlichtassistent seine Adaptiv-Arbeit niederlegt und nur noch auf- und abblendet. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass etwaiges Ausklammern von Flächen im Leuchtfeld und Umleiten der Lichtstrahlen durch die besagte Tätigkeit bei Nebel zu Blendeffekten führen könnte, was der Hersteller bereits im Ansatz unterbinden möchte.

 

Das BMW Laserlicht

Für den neuen BMW 7er ist auf Wunsch auch das sogenannte BMW Laserlight verfügbar. Diese Lichtquelle, die erstmals im BMW i8 zum Einsatz kam, ergänzt nun die serienmäßigen, adaptiven LED-Scheinwerfer des bayrischen Flaggschiffs. Hierbei ist zu erwähnen, dass es sich entgegen vieler Meinungen nicht um ein „Voll-Laserlicht“ handelt. Ein Lasermodul fungiert hier lediglich als eine Art Zusatz-Fernlicht.

 

BMW 7er BMW Laserlight Schriftzug
BMW Laserlight – Dieser Schriftzug thront auf dem Scheinwerferkorpus.

 

Optisch lässt sich das Laserlicht am 7er BMW recht einfach erkennen: In den Scheinwerfern befinden sich jeweils zwei blaue Stege, die bei eingeschaltetem Licht mit einem zierlichen, blauen Streifen illuminiert sind. Darüber hinaus weist ein „BMW Laserlight“ Schriftzug bei entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen auf die Technologie hin. Bei Fahrzeugen ohne dieser Option lautet der Schriftzug „BMW Adaptive LED“.

Das Laserlicht wird in der Praxis erst ab 60 km/h aktiviert und steht zudem nur bei „vollem“ Fernlicht zur Verfügung. Das heißt, sobald der Fernlichtassistent BMW Selective Beam entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge detektiert, wird der Laser-Fernlichtmodus deaktiviert und auf konventionelles LED-Fernlicht zurückgegriffen, welches dann entsprechende Verkehrsteilnehmer ausspart.

 

BMW 7er Laserlicht Scheinwerfer Detail
Schmuckstück – Das Innere des Laser-Scheinwerfers ist mit Liebe zum Detail designt.

 

Die diversen Praxistests konnten unsere Testfahrer allesamt überzeugen; vor allem bei Nachtfahrten über Land oder auf Autobahnen mit entsprechend hohen Mittelleitplanken/Schutzwänden können die Scheinwerfer einen extrem hellen und weiten Lichtkegel in die Ferne projizieren. Doch nicht nur die Reichweite von rund 600 Metern ist entscheidend. Bewegt man sich ständig zwischen 50 und 70 km/h, kann man den sanften Wechsel zwischen LED- und Laserfernlicht beobachten. Der Helligkeitsunterschied ist enorm, trägt zu mehr Sicherheit bei und der gleitende Übergang schont die Augen des Fahrers. Insbesondere Menschen, Tiere, Bau- und Unfallstellen werden erheblich früher erkannt.

 

BMW 7er Laserlicht blauer Steg beleuchtet
Zart illuminiert – Der dünne Leuchtstreifen ist ein Erkennungszeichen des Laserlichts.

 

Im Übrigen lässt sich das Laser-Fernlicht auch manuell zuschalten, ohne Zuhilfenahme des BMW Selective Beam. Allerdings sei an dieser Stelle gesagt, dass die Benutzung der Lichthupe lediglich das LED-Fernlicht aktiviert, das Laserlicht bleibt aus verständlichen Gründen bei dieser Aktion ausgeschaltet.

 

BMW 7er Laserlicht während der Fahrt
Light it up! – Schmal und schier unendlich weit leuchten die Laser in die Ferne.

 

Der Preis ist mit 1.200 Euro hoch angesetzt, der Kunde erhält hier jedoch eine der exklusivsten und hellsten Scheinwerfersysteme auf dem Markt. Dass BMW die Exklusivität dieser Leuchten wichtig ist, zeigt das sehr überschaubare Portfolio: Nur der BMW 7er und der neue BMW 8er sowie der BMW i8 erhalten optional die Leuchten mit den blauen Stegen.

Erst künftig wird das Laserlicht auch in anderen Modellen Einzug halten, wie jüngst beim BMW X7 und beim neuen BMW 3er. Während die optionalen Scheinwerfer beim X7 mit rund 1.490 Euro zu Buche schlagen und in der Leuchtweite deckungsgleich mit dem aktuellen BMW 7er sind, kostet das Laserlicht beim 3er derzeit 1.990 Euro und wartet mit einer Reichweite von 530 Metern auf.

 

BMW 7er Scheinwerfer Volllicht
Feuer frei! – Der Laser-LED-Scheinwerfer des 7er bei Volllicht.

 

Tipp der Redaktion: Wer seinen BMW 7er ohnehin mit dem umfangreichen Fahrassistenz-Paket Driving Assistant Plus sowie dem Head-Up-Display ausstatten möchte, der kann für 3.900 Euro das sogenannte Innovationspaket buchen. Hierin ist das BMW Laserlicht ebenfalls enthalten.

 

Der BMW Selective Beam

Der adaptive Fernlichtassistent trägt bei den Bayern den Namen BMW Selective Beam und ist ebenfalls in der Serienausstattung des BMW 7er enthalten. Durch gezielte Dreh- und Schwenkmechanismen werden entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge ausgeblendet, sodass man quasi mit „Dauerfernlicht“ fahren kann. Das System nutzt verschiedenen Daten – unter anderem GPS-Daten vom Navigationssystem – sodass beispielsweise innerorts selten das Fernlicht aktiviert wird.

 

BMW 7er Fernlichtassistent
Smart Beam – Der adaptive Fernlichtassistent wird über einen Knopf am Blinkhebel aktiviert.

 

In der Praxis stieß dieses System innerhalb der Redaktion auf durchweg positive Resonanz. Mit sehr hoher Trefferquote und sehr exakter Ausblendung gibt es hier wenig Kritik für den smarten Assistenten. Einzig entgegenkommende LKW auf Autobahnen werden aufgrund ihrer tief angebrachten und so meist von der Leitplanke verdeckten Scheinwerfer meist sehr spät erkannt, sodass es hier oftmals zu entsprechenden Gegenreaktionen in Form von Lichthupen kommt.

Bedenkt man jedoch, dass es sich hier nicht um ein Matrix-System, sondern um eine mechanische Lösung handelt, so ist die Umsetzung bemerkenswert. Die Lichtverteilung ist stets dort, wo man sie benötigt und eine etwaige Ablenkung durch das schwenkende Licht konnte von keinem Redakteur bestätigt werden.

 

Die Scheinwerfer-Waschanlage

Für den BMW 7er gibt es optional eine Scheinwerfer-Waschanlage, auch Scheinwerferreinigungsanlage genannt. Diese reinigt bei eingeschaltetem Fahrlicht in regelmäßigen Abständen die Oberfläche der Scheinwerfer. Gekoppelt ist die SRA an die Scheibenwaschanlage und bei jedem dritten Sprühstoß mit aktiviertem Abblendlicht wird auch die Scheinwerfer-Reinigung aktiviert.

 

BMW 7er Scheinwerfer-Waschanlage
Quick´n´clean – Die Reinigungsanlage sorgt im Winter für klare Sicht.

 

In der Praxis ist die Investition durchaus sinnvoll, da vor allem im Winter abgesetztes Streusalz und Gischt die Sicht nicht unerheblich trüben können. Da der Wischwasserbehälter des BMW 7er üppig dimensioniert ist, muss niemand übermäßigen Wischwasserverbrauch befürchten. Wir haben seit Beginn des Dauertestes circa alle zwei Monate Wischwasser nachgefüllt.

Die Scheinwerfer-Waschanlage schlägt auf der Optionsliste mit 320 Euro zu Buche.

 

Fazit – Lohnt sich das BMW Laserlicht?

Diese Frage kann aus Sicht der Redaktion nicht pauschal beantwortet werden. Wir möchten dennoch eine vernünftige Bilanz ziehen und beurteilen das BMW Laserlight als eine gelungene Erweiterung der bereits sehr guten, adaptiven LED-Scheinwerfern.

Für alle, deren Nachtfahranteil höher als 20% ist, lohnt sich aus unserer Sicht die Investition in das BMW Laserlicht. Das enorme Plus an Helligkeit sowie die extrem hohe Leuchtdichte der Laserdioden offerieren einen bemerkenswerten Lichtteppich, der beinahe den Nachtsichtassistenten BMW Night Vision obsolet erscheinen lässt.

 

BMW 7er BMW Laserlicht
Fazit: Empfehlenswert. – Das Laserlicht des neuen BMW 7er.

 

Bedenkt man dazu die Langlebigkeit sowie den dezenten Prestige-Zuwachs, so darf der künftige 7er-Fahrer als Pionier in die Ferne leuchten.

Text / Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

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