Opel legt mit dem STX Concept den nächsten Gang ein – hier ein erster Blick auf Details des neuen Kombi aus Rüsselsheim.
SUVs haben dem klassischen Kombi in den vergangenen Jahren ordentlich zugesetzt. Opel scheint deshalb nicht daran zu denken, das Thema Sports Tourer einfach den anderen zu überlassen. Mit dem STX Concept, kurz für Sports Tourer eXperimental Concept, zeigt die Marke in Paris ihre Vorstellung davon, wie der Kombi künftig aussehen könnte.
Und die Studie macht bereits auf den ersten Bildern einen erstaunlich selbstbewussten Eindruck. Flache Karosserie, markante Proportionen, ein steil abfallendes Heck und eine deutlich weiterentwickelte Front lassen erkennen, dass Opel den klassischen Kombi nicht konservieren, sondern neu interpretieren möchte.
Der Vizor wird schärfer
Im Mittelpunkt der Front steht weiterhin der Opel Vizor. Allerdings dürfte sich künftig niemand mehr über mangelnde Präsenz beschweren. Die neue Interpretation fällt deutlich expressiver aus und kombiniert den Opel-Kompass mit einer ungewöhnlichen Lichtsignatur.

Feine, vertikal geneigte Lamellen strukturieren den beleuchteten Bereich und verleihen der Front einen fast technischen, grafischen Charakter. In der Mitte sitzt der ebenfalls illuminierte Opel Blitz. Das Markenlogo wird damit nicht einfach irgendwo auf die Motorhaube geklebt, sondern bildet weiterhin den optischen Fixpunkt des gesamten Gesichts.
Der STX markiert damit gleichzeitig den nächsten Schritt der Opel-Designphilosophie „Bold & Pure“. Nach dem eher zurückhaltenden Ansatz früherer Studien wirkt diese Interpretation deutlich emotionaler.
Opel STX Concept – Kombi, der mit der Luft arbeitet
Besonders interessant wird die Studie dort, wo Design und Ingenieurskunst ineinandergreifen. Opel hat den STX nicht einfach möglichst glatt gezeichnet, sondern mit einem aktiven Aerodynamiksystem ausgestattet.
Bewegliche Elemente am Heck können den Luftstrom abhängig von der Fahrsituation beeinflussen. Ziel ist ein geringerer Luftwiderstand bei gleichzeitig höherer Fahrstabilität. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn kann eine solche Lösung Vorteile bringen: weniger Energiebedarf, höhere Reichweite und eine bessere Spurtreue.

Damit wird Aerodynamik beim STX nicht zum unsichtbaren Rechenthema im Windkanal, sondern zu einem Teil des Fahrzeugkonzepts. Auch die dreigeteilten Leichtmetallräder sind entsprechend ausgelegt. Ihre Form soll den Luftstrom beruhigen und damit zur Effizienz beitragen. Bei einem Elektrofahrzeug ist das besonders relevant, denn jeder unnötige Luftwiderstand muss letztlich mit zusätzlicher elektrischer Energie bezahlt werden.
Die Silhouette hat es in sich
Die bisher veröffentlichten Bilder zeigen eine Karosserie mit sehr glatten, präzise ausgeführten Flächen und einem auffällig dynamischen Heckabschluss. Die stark ausgeformten hinteren Radhäuser verleihen dem Wagen eine kräftige Haltung, während die Dachlinie den klassischen Kombi-Aufbau mit einer deutlich sportlicheren Note verbindet.
Damit dürfte der STX genau jene Lücke ausloten, die zwischen praktischem Familienauto und emotionalem Designfahrzeug entsteht. Praktikabilität bleibt beim Sports Tourer traditionell wichtig, doch der STX möchte offenbar nicht aussehen, als müsse er sich dafür entschuldigen.
Der Name selbst ist übrigens Programm: Das Kürzel „ST“ verweist auf die Sports-Tourer-Tradition der Marke, die bis zum Olympia Rekord Caravan von 1953 zurückreicht. Der heutige Astra Sports Tourer führt diese Linie fort und bietet bis zu 1.634 Liter Ladevolumen.
Mehr als eine Designübung
Opel bezeichnet den STX ausdrücklich als Vision für künftige Kombis. Gleichzeitig enthält die Studie bereits Gestaltungselemente, die später bei Serienmodellen auftauchen können. Besonders der neue Vizor und die Art, wie Licht, Karosserieflächen und Aerodynamik miteinander verbunden werden, dürften einen Vorgeschmack auf die nächste Opel-Generation geben.
Ob daraus allerdings ein Serienmodell mit exakt dieser Form entsteht, bleibt zunächst offen. Auch technische Daten zum Antrieb, zur Batterie oder zur Leistung hat Opel noch nicht veröffentlicht. Sicher ist lediglich, dass die Studie elektrisch gedacht ist und Effizienz eine zentrale Rolle spielt.

Das Timing passt: Während Opel in Paris mit dem STX in die Zukunft blickt, zeigt die Marke gleichzeitig aktuelle elektrische Performance-Modelle. Dazu gehören der neue Corsa GSE, der Mokka GSE und der Grandland Electric AWD. Der STX steht damit nicht isoliert auf dem Messestand, sondern ist Teil einer breiter angelegten elektrischen Strategie.
Opel STX Concept feiert Weltpremiere in Paris
Die Weltpremiere des Opel STX Concept findet auf dem Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober 2026 statt. Dort dürfte Opel dann auch die bislang noch gut gehüteten Details zu Technik und Innenraum enthüllen.
Bis dahin bleibt vor allem eine Erkenntnis: Der Kombi ist bei Opel keineswegs abgeschrieben. Im Gegenteil. Der STX Concept zeigt, dass die Rüsselsheimer dem klassischen Lademeister offenbar zutrauen, auch im Elektrozeitalter noch ordentlich Eindruck zu machen.
NewCarz meint dazu:
Der STX Concept ist spannend, weil Opel den Kombi hier nicht als Gegenentwurf zum SUV verkauft, sondern versucht, seine Stärken neu zu definieren. Besonders das aktive Aerodynamiksystem zeigt, dass hinter der spektakulären Optik tatsächlich technische Überlegungen stecken. Wir sind in jedem Fall sehr gespannt, was Opel in Paris noch dazu enthüllt.
Quelle & Fotos: Opel / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
