Volkswagen elektrifiziert jetzt einen seiner prominentesten Modellnamen: Nach ID. Polo und ID. Cross folgt Anfang 2027 der VW ID. Tiguan.
Der Name ist dabei keineswegs bloß Etikettenschwindel mit Steckdose: Der neue Elektro-SUV soll die Rolle von ID.4 und ID.5 übernehmen und künftig gemeinsam mit dem weiterhin angebotenen Tiguan mit Verbrenner- und Hybridantrieben antreten.
Mehr als 8,3 Millionen Tiguan wurden bislang produziert. Volkswagen schickt damit keinen unbeschriebenen Modellnamen ins Elektrozeitalter, sondern einen ausgewachsenen Bestseller. Die Botschaft aus Wolfsburg ist entsprechend klar: Der elektrische Tiguan soll sich nicht wie ein Experiment anfühlen, sondern wie ein ganz normaler Volkswagen. Nur eben ohne Auspuff.
VW ID. Tiguan – Optisch eine Klasse größer
Noch trägt der neue VW ID. Tiguan Tarnfolie, doch schon darunter zeichnet sich ein deutlich selbstbewussterer Auftritt ab. Volkswagen spricht von einem vollkommen neuen Design und einer Präsenz, die optisch an die nächsthöhere Fahrzeugklasse erinnert.


Damit verabschiedet sich der Elektro-Tiguan vom eher rundlichen Auftritt des bisherigen ID.4. Die neue Formensprache wirkt geradliniger und erwachsener. Der ID. Tiguan soll dabei nicht futuristisch aussehen und das ist vermutlich auch ganz gut so. Schließlich hat Volkswagen inzwischen verstanden, dass ein Auto auch dann modern wirken kann, wenn es nicht aussieht, als wäre es gerade aus einem Science-Fiction-Film gefallen.
Mehr als ein neuer Name
Technisch bleibt Volkswagen der MEB-Familie treu. Gleichzeitig wurde die elektrische Architektur weiterentwickelt. Erste Fahrten mit noch getarnten Fahrzeugen zeigen bereits ein Allrad-Topmodell mit 220 kW beziehungsweise 299 PS. Je nach Antrieb sind Reichweiten im Bereich von etwa 450 bis 600 Kilometern vorgesehen, die maximale DC-Ladeleistung soll bei rund 160 kW liegen. Diese Werte sind noch nicht als vollständiges Serienprogramm zu verstehen, geben aber eine erste Richtung vor.

Der Schwerpunkt liegt ohnehin nicht allein auf möglichst großen Zahlen. Volkswagen will vor allem Komfort, Qualität und Bedienung verbessern. Gerade beim bisherigen ID.4 gab es an diesen Punkten durchaus Luft nach oben.
Innenraum des VW ID. Tiguan soll erwachsener werden
Auch im Cockpit wird der VW ID. Tiguan einen deutlichen Schritt nach vorn machen. Volkswagen verspricht intuitive Bedienung und hochwertige Materialien. Dazu kommt eine überarbeitete digitale Welt, die stärker auf einfache Bedienlogik ausgelegt ist.
Auch bei der Geräuschdämmung und beim Fahrkomfort soll der neue Stromer zulegen. Erste Fahrerlebnisse mit dem noch getarnten Fahrzeug deuten auf eine komfortorientierte Abstimmung und ein insgesamt deutlich ruhigeres Fahrerlebnis hin.
Zwei Tiguan, zwei Welten
Besonders interessant ist die Doppelstrategie. Der klassische Tiguan bleibt mit Benzin-, Diesel- und Hybridantrieben im Programm, während der VW ID. Tiguan ausschließlich elektrisch fährt.
Damit muss Volkswagen nicht sämtliche Kunden in ein einziges Antriebskonzept pressen. Wer weiterhin lange Strecken mit Verbrennungsmotor oder Plug-in-Hybrid absolvieren möchte, bekommt den etablierten Tiguan. Wer elektrisch fahren will, erhält künftig dasselbe Grundrezept mit Batterie.
Das könnte dem Namen Tiguan sogar eine ungewöhnliche Stärke verleihen: Er wird zur Modellfamilie, in der die Antriebsart nicht mehr über das Fahrzeugkonzept entscheidet.
Erfolgreiche Vorgänger, große Erwartungen
Die Fußstapfen sind allerdings gewaltig. Tiguan und Tayron kamen im vergangenen Jahr zusammen auf deutlich mehr als eine Million Auslieferungen. Gleichzeitig haben ID.4 und ID.5 seit ihrem Start 2021 mehr als 950.000 Exemplare erreicht.
Der ID. Tiguan soll nun beide Welten zusammenführen. Anfang Oktober steht die Weltpremiere an, der Marktstart ist für Anfang 2027 vorgesehen. Bis dahin darf er noch mit Tarnfolie durch die Gegend fahren. Lange wird das Geheimnis allerdings nicht mehr halten.
NewCarz meint dazu:
Wir glauben fest daran: der ID. Tiguan wird für Volkswagen ein wichtiger Schritt sein, weil hier nicht irgendein neues Elektroauto auf den Markt kommt, sondern ein etablierter Modellname die elektrische Zukunft übernehmen soll. Wenn Design, Bedienung und Komfort das versprochene Niveau erreichen, dürfte der ID. Tiguan jedenfalls wesentlich stärker nach Volkswagen aussehen und sich auch so anfühlen als manche seiner elektrischen Vorgänger. Und das ist vermutlich genau der Sinn hinter dem neuen – Pardon, dem alten Namen.
Quelle & Fotos: Volkswagen / Text: NewCarz

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
