Mercedes-Benz G 500 – Urgestein reloaded

Mercedes-Benz G 500

Wenn man bedenkt, dass der hier getestete Mercedes-Benz G 500 auf einer über 40 Jahre umfassenden Expertise basiert, kann man sich zumindest im Ansatz vorstellen, was dieser zu leisten im Stande ist.

Dabei genügten nahezu vierzig Jahre lang leichte Modellpflegen, um der G-Klasse der fortschreitenden Modernisierung im automobilen Bereich mehr oder eher weniger zu entsprechen.

Leicht ist hier gegebenenfalls auch leicht übertrieben, denn frei nach dem Motto „Never touch a running system“ bewährte sich das Modell in erster Linie für den Einsatz im Off und dem wurde es bis zuletzt mehr als gerecht.

Ob sich dies alles mit dem im Jahre 2018 vollzogenen ersten Generationswechsel geändert hat, soll dieser Fahrbericht klären.





Exterieur – Extrem verkannt(et)

Er mimt immer noch den kantigen Kastenwagen, der er auch schon vor über 40 Jahren war und bleibt so seiner Linie treu. Ursprünglich erblickte die G-Klasse das Licht der Welt für militärische Einsatzzwecke und den damit einhergehenden Einsatz im extremen Gelände.


Mercedes-Benz G 500 Front
Next Generation –  Die G-Klasse ist als solche immer noch sofort zu erkennen.



Auch in zweiter Generation und mit gewachsenen Abmessungen ringsum zählt er als einer der letzten, echten Geländewagen neben Wrangler und Lada 4×4. Der Kastenwagen mit Leiterrahmen blieb bestehen und die Karosserie blieb entsprechend kantig und vor allem dem Einsatzzweck entsprechend. Optisch macht er aber klar mehr her als sein Vorgänger und so findet man an der massiven Front mit hoher Haube nun runde LED-Scheinwerfer mit moderner Tagfahrlichtsignatur.


Tagfahrlicht
Zwei LED-Bögen setzen sich zu einem Ring zusammen und bilden je Scheinwerfer das Tagfahrlicht.



Die bullige Stoßstange sitzt weit oben und verschafft eine Ahnung auf die enorme Bodenfreiheit dieser G-Klasse. Schaut man noch genauer hin, finden sich weitere Details der Einzug gehaltenen Moderne: So sitzt über dem Mercedes-Stern im Kühlergrill eine kleine Kamera, und die aufgesetzten Blinker besitzen nun LED-Technik, sehen dabei aber immer noch so aus wie früher.

Wichtig: Der Fußgängerschutz findet auch bei der G-Klasse größtmögliche Beachtung und so werden diese Blinklichter bei einem Zusammenprall nach unten in die Karosserie gedrückt, was durch entsprechende Sollbruchstellen sichergestellt wurde.


Blinker
Nostalgisch – Die auf Kotflügeln aufgesetzten Blinker ähneln denen von 40 Jahre alten Modellen.



Seitlich betrachtet, zeigt sich der Mecedes-Benz G 500 extrem kantig und nur leicht geglättet. Lackierte Türgriffe? Fehlanzeige! Dafür gibt’s ein V8-Badge an den Flanken und wer den Schwaben ent- oder verriegelt, könnte bei Passanten den Gedanken hervorrufen, dass soeben jemand mit einem Kleinkaliber-Gewehr geschossen hat, so laut knallt die elektrisch waltende Verrieglungsmechanik. Die Türscharniere liegen weiterhin sichtbar außen und die extrem steil stehende Windschutzscheibe sorgt für beste Sicht im Gelände.


Mercedes-Benz G 500 Seite
Böse Zungen vergleichen das G-Modell mit einem Brotkasten – Kenner wissen es besser.



Etwas moderner in ihrer Form zeigen sich die Außenspiegel, welche auch kleine Kameras für die digitale Rundumsicht beherbergen. Die 18-Zoll-Räder wirken hier recht klein, problemlos könnten hier auch 22-Zöller in die Radhäuser einziehen. Doch für den Geländeeinsatz wäre dieser optische Pep vollkommen unnütz und würde obendrein Federwege begrenzen.




An den Trittbrettern könnte man etwas Kritik üben, denn sie könnten gegebenenfalls gerne etwas üppiger ausfallen. Hier rutscht man bei Feuchtigkeit schnell mal ab. Doch hat die Bodenfreiheit und der Geländeeinsatz an sich den Vorrang und dieser Umstand bleibt dem geschuldet.


Rückleuchte G-Klasse
Glühlampentechnik adé: Die Rückleuchten emittieren komplett das Licht aus Dioden.



Am Heck der G-Klasse gibt’s traditionell immer noch das große Reserverad außen an der Hecktür. Neue LED-Heckleuchten halten Einzug und die Rückfahrkamera bleibt versteckt.


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Interieur – Unerwartete Moderne

Hier zeigt sich die neue Generation der G-Klasse deutlich jünger, weil sehr modern und nur mit ein paar Überbleibseln aus vergangenen Tagen, wie zum Beispiel der massive Haltegriff auf der Beifahrerseite.


Interieur G-Klasse
Alte Welt in völlig neuem Glanz – Der luxuriöse Innenraum der G-Klasse.



Auch das digitale Zeitalter fand Einzug und so besitzt der getestete G 500 auch das große, aus anderen Mercedes-Benz bekannte Infotainment mit zwei großen Screens mit gestochen scharfer Auflösung. Auf den sehr bequemen Sitzen nimmt man auf weichem perforierten Leder Platz. Hier wird beheizt und belüftet, ja sogar eine Massagefunktion hält die Muskeln und Faszien des Fahrers geschmeidig. Dazu kommen wir noch.




Eine Ambientebeleuchtung sorgt auch auf der zweiten Sitzreihe für eine Art Lounge-Flair – alles Dinge, die man so erstmalig in einer G-Klasse findet. Es gibt sogar ein Glas-Schiebedach, das wirkt allerdings extrem weit weg und irgendwie eher wie eine Dachluke. Denn die Kopffreiheit im G ist exorbitant und das Dach so weit weg, dass man offenbar nie unter Platzangst leiden kann.




Auch im Fond auf zweiter Reihe reist es sich zu zweit gut, zu dritt wird´s schon spürbar enger. Dennoch ist das Raumgefühl einen oder gar zwei Daumen nach oben wert. Der Kofferraum zeigt dafür ein ordentliches Fassungsvermögen, doch ist dieser recht stark zerklüftet, wodurch die Nutzung entsprechend eingeschränkt wird. Zudem gibt es in maximierter Konfiguration eine große Abstufung im Boden. Im Vergleich zum Vorgänger profitieren von den dazugewonnenen Abmessungen augenscheinlich vor allem die Insassen auf der ersten Reihe.


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Motor und Fahreigenschaften – Im Gelände und auf der Straße toll

Fangen wir in diesem Kapitel mit dem Antrieb an. Der Vierliter-V8 leistet dank zweier Turbolader 422 PS und bleibt akustisch trotz verborgener Sidepipes auf der linken Fahrzeugseite recht zurückhaltend im Klang. Nur bei beherztem Einsatz des Gaspedals erwacht der Achtender mit grimmigem Bollern. V8-Sound-Fans aufgepasst: Dies hört sich besonders bei heruntergelassenem Seitenfenster gut an.


V8 Bi-Turbo
Hab Acht – Der Achtzylinder wird mit zwei Turboladern unter Druck gesetzt und leistet 422 PS.



Die 500er-Modelle standen und stehen bei Mercedes-Benz seit jeher für höchste Laufkultur und sind auch heutzutage eine echte Instanz. Wenngleich ebendiese teilweise nun mit Sechszylinder-Motoren bestückt wurden, blieb man bei der G-Klasse ganz klassisch beim Achtender.

Doch auch hier hat sich einiges getan, denn der Motor verfügt „nur noch“ über vier Liter Hubraum und generiert in diesem Modell 422 Pferdestärken – in dem von uns gefahrenen S 560 mit gleichem Motor waren es immerhin 469 PS.


Touchsensor
Wahlknauf? Fehlanzeige. Die Automatik wird per Hebel rechts am Lenkrad bedient.



Beim Fahrverhalten werfen wir zunächst einen Blick auf befestigte Straßen. Der größte Anachronist der G-Klasse nach wie vor: Die Aerodynamik. Der Mercedes-Benz G 500 ist genau das „G-egenteil“ von schnittigen Sportwagen und daher in etwa so aerodynamisch wie Tante Trude´s Eichenholz-Schrankwand aus den späten 1970ern. Zugegeben, dieser Vergleich wird oft angewendet, doch ist er eben auch gerechtfertigt.

Dies bringt zum einen spürbare Windgeräusche ab ungefähr 150 km/h mit sich und wirkt sich zum anderen auch auf den Verbrauch aus, dazu später mehr. Spitze laut Tacho 217 km/h und die Verbrauchswerte sind sicherlich einer der Gründe, warum man den Top Speed auf 210 km/h festgelegt hat.


Mercedes-Benz G 500 schräg vorn links
Ob unbefestigt oder nicht – Der neue „G“ macht fahrtechnisch nun überall eine richtig gute Figur.



Aber: Noch nie zuvor fuhr sich eine G-Klasse so handzahm und sicher auf Asphalt – auch bei derart hohen Geschwindigkeiten. Massive Eingriffe im Fahrwerk machen es möglich – die Starrachse vorn musste beispielsweise einer Einzelradaufhängung weichen. Die Lenkung wurde durch den Wechsel von Kugelumlauf auf Zahnstange spürbar feinfühliger sowie leichtgängiger als im Vorgänger und vermittelt doch tatsächlich auch ordentlich Feedback, auch wenn man zügig auf der Autobahn unterwegs ist.


V8 Badge
Zeigt gern, was er hat: Die V8-Badges an den Seiten des Geländefahrzeugs.



Einem SUV ist das in einzelnen Punkten vielleicht nicht unähnlich, aber irgendwie ist der Charakter der aktuellen G-Klasse immer noch vollkommen eigen, den man schwer beschreiben kann und „erfahren“ muss, um es in Gänze zu verstehen.

Die 9-Stufen-Automatik schaltet butterweich, ohne Verzögerung und bleibt meistens im Hintergrund – ein echtes Sahnestück. Der Wahlhebel befindet sich übrigens rechts an der Lenksäule, auf der Mittelkonsole liegt dafür der mit Sensorpad und Tasten belegte Knauf für die Bedienung des Infotainments.




Diverse Fahrmodi ändern bestimmte Facetten des Mercedes-Benz G 500 und so kann man beispielsweise im Eco-Modus segeln, während man im Sportmodus die 422 putzmunteren Pferde deutlicher spürt. In urbanen Bereichen ist der Mercedes-Benz G 500 durch seine massive Erscheinung zwar etwas fremdelnd, doch wirklich deplatziert ist man dank Kameras und Parksensoren nicht.


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Der Mercedes-Benz G 500 im Gelände

Nun, hier ist nach wie vor das Wohlfühl-Metier der G-Klasse. Mit Untersetzung und drei Sperren – je Achse eine plus Längssperre – sowie obszön großer Böschungs- und Rampenwinkel meistert der Mercedes-Benz G 500 ganz in alter Bestform auch schwere Offroad-Passagen mit Leichtigkeit. Außerdem wurde die Untersetzung nochmals vergrößert: Mit 2,93:1 – früher war es eine Untersetzung von 2,1:1 – gelingen steilste Bergabfahrten nun noch einfacher.

Jedes Modell der G-Klasse muss nach Österreich auf den 1.445 Meter hohen Berg Schöckl, um auf einem 5,6 Kilometer langen Parcours Gefälle von 60 Prozent und Seitenneigungen bis zu 40 Prozent zu bewältigen. Am Ende gibt es bei erfolgreicher Bewältigung die Schöckl-Plakette auf die B-Säule.


Endrohre G-Klasse
Die Abgasanlage endet links unter dem Fahrzeugboden noch vor der Hinterachse.



Doch darf man dabei nicht vergessen, dass die Straßenbereifung und das hohe Gewicht auch Grenzen setzt. In unserem Test hat tagelanger Dauerregen für komplett durchgeweichte Böden gesorgt und da braucht es nur eine 10-Prozent-Steigung auf einer Wiese, um die Reifenprofile mit Schlamm zu füllen und den Vortrieb trotz aktiver Sperren auf Null zu dezimieren. Den Rest erledigte das Eigengewicht von immerhin zweieinhalb Tonnen und es ging rückwärts die Steigung hinunter.




Wer jetzt die Nerven verliert und auf die Bremse eilt, verliert die Kontrolle über das Fahrzeug. Stattdessen sollte man mit gelöster Bremse versuchen, mit ruhigen Lenkmanövern das Fahrzeug rückwärts auf dem bereits gefahrenen Kurs zu halten. Wir empfehlen grundsätzlich ungeübten Fahrern vor dem ersten Abstecher ins echte Gelände so etwas auf einem Offroad-Parcours unter Anleitung zu erlernen und zu üben.


Hinterachse G-Klasse
Ein Blick auf die Hinterachse mit ihrem Differenzial; davor sieht man die Anhängerkupplung.



Die G-Klasse kann extrem viel im Gelände, doch ohne versierten Fahrer kann man auch damit schnell Fehler machen. Daran ändern auch drei 100-Prozent-Sperren und eine Wattiefe von 70 Zentimetern nichts. 

Übrigens ging man bei der Längssperre von der klassischen Klauensperre ab, diese findet man aber bei den Quersperren weiterhin. Längssperrend setzt man nun auf eine Lamellenkupplung, der man aber zur Sicherheit zusätzlich einen elektrisch betriebenen Halter – Aktuator genannt – spendiert hat, damit die 100-prozentige Schlusswirkung auch dann sichergestellt ist, wenn die Lamellenkupplung stark erhitzt sein sollte.


Sparrunde G 500 Verbrauch
Mit aktivem Eco-Modus und sensitivem Gasfuß kommt man fast an einstellige Verbrauchswerte.



Der Verbrauch des Mercedes-Benz G 500 belief sich im Drittelmix auf 14 Liter auf 100 Kilometer. Im Gelände oder bei Bleifußorgien geht es jedoch schnell über 20 Liter. Vor allem bei hohen Geschwindigkeiten fordert der hohe Luftwiderstand seinen Tribut. Die Sparrunde absolvierte der Achtzylinder dafür mit einem Durchschnitt von nur 10,1 Litern auf 100 Kilometer.


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Assistenz, Technik und Komfort im Mercedes-Benz G 500

Trotz aller Burschikosität die eine G-Klasse immer noch vorweist, gibt es in der zweiten Generation recht viele Annehmlichkeiten für die Insassen. Warum burschikos? Nun, es gibt keinen schlüssellosen Zugang zur G-Klasse und auch Softclose – wodurch die angelehnten Türen elektrisch ins Schloss gezogen werden – ist weder für Geld noch gute Worte erhältlich.


Türgriff G-Klasse
Yesterday – Die G-Klasse besitzt Türgriffe, wie von einem MAN-Laster aus den Achtzigern.



Stattdessen müssen die Türen mit richtig Schwung ins Schloss geworfen werden und per Druckknopf an äußeren Türgriffen geöffnet werden, die auch gut und gerne von einem älteren LKW stammen könnten. Daher kam es stets und ständig zu folgenden Vorkommnissen: Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion schlugen die Türen mit viel zu wenig Schwung zu, um kurz darauf einen erneuten Versuch zu unternehmen – teilweise sogar mehrfach. Das geschah ohne Ausnahme immer im Erstkontakt zur G-Klasse.


Vorfeldbeleuchtung G 500
Willkommensgruß – Die Vorfeldbeleuchtung projiziert zusätzlich einen Stern aufs „Parkett“.



Wir finden jedoch, dass dies zum Charakter des Fahrzeugs passt und auf jeden Fall gewollt ist – wenn wir beispielsweise den GLS oder den GLE zum Vergleich heranziehen, konnten beide Fahrzeuge sowohl mit Keyless als auch mit Softclose aufwarten. Das „G“ steht nun mal für den Geländeeinsatz und dieser steht hier im Vordergrund.

Dafür besitzt der Mercedes-Benz G 500 hervorragende Scheinwerfer mit formidabler Ausleuchtung, die auch Bestnoten in puncto Helligkeit, Homogenität und Reichweite einheimsen konnten. Eine hochauflösende 360-Grad-Kamera, die beim Wenden und Rangieren hilft, kann auch im Geländeeinsatz eine enorme Hilfe sein.




Überzeugend war zudem die sehr homogene Lenkradheizung sowie die Sitzheizung und -lüftung. Das Infotainment beinhaltet ein anfangs etwas Übung voraussetzendes Bedienkonzept, was aber danach problemloses Manövrieren in den Menüs sicherstellt. Das Navigationssystem mit seiner erstklassigen Routenführung hilft dabei, sein gewünschtes Ziel sicher und auch ohne Staus zu erreichen. Die Sprachsteuerung klappte darüber hinaus im Praxistest ohne Fehl und Tadel.




Die Außenspiegel klappen hier beim Verriegeln des Fahrzeugs an, was in beengten Parkräumen vorteilhaft ist. Das Burmester Surround Soundsystem klingt sehr gut – analog zum GLE Coupé – und besitzt viele Reserven, bevor man die akustischen Grenzen ausgereizt hat. In einer G-Klasse wirkt dieses System dennoch irgendwie exotisch.


Burmester
Wer hätte das gedacht: Hi-Fi-Sound und vollklimatisierte Aktivsitze in einem Geländefahrzeug.



Ein weiteres Feature, was man vor 40 Jahren sicherlich nicht in der G-Klasse vermutet hat: Die Aktivsitze, welche Fahrer und Beifahrer bei Kurvenfahrten mittels der Fliehkraft entgegenwirkenden Seitenwangen stabilisieren. Gleiches gilt für die Hot Relaxing Massage, die man damals wohl nur aus Massagesalons kannte, wohl aber nie in einem Auto vermuten würde, schon gar nicht in einem Geländefahrzeug.


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Preis des Mercedes-Benz G 500

Die aktuelle G-Klasse ist als Benziner ausschließlich mit dem V8 zu bekommen. Aus diesem Grund ist der Mercedes-Benz G 500 quasi das Benziner-Einstiegsmodell, welches ab 112.439 Euro zur Verfügung steht. Darüber steht nur noch der Mercedes-AMG G63, der mit 585 PS ab 154.309 Euro angeboten wird.


Mercedes-Benz G 500 seitlich auf Beton
Rund 112.500 Euro werden für die G-Klasse als G 500 mindestens fällig.



Doch auch zwei Selbstzünder stehen im Programm als G 350 d und G 400 d. Erstgenannter bildet mit einem 286 PS starken V6 Turbodiesel die Basisversion der G-Klasse und kostet ab 99.447 Euro. Der G 400 d besitzt ebenfalls einen V6, leistet aber 330 PS und beginnt bei 102.695 Euro.


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Fazit – Offroad-Luxus aus dem Schwabenland

Der Mercedes-Benz G 500 erwies sich im Test als einer der letzten echten Geländewagen – mit standesgemäßer Motorisierung und über jeden Zweifel erhabenem Luxus. Und genau diese zwei Eigenschaften kombiniert kein anderer Vertreter der – mittlerweile sehr überschaubaren – Geländewagen-Liga.

Das Fahrzeug scheint vor allem optisch komplett aus der Zeit gefallen, es strotzt nur so vor anachronistischen Auffälligkeiten. Doch diese wurden in der zweiten Generation mit diversen modernen Gimmicks kombiniert – eine gelungene Gratwanderung aus Tradition und Moderne. Und genau das macht den Reiz eines solchen Autos aus.


Mercedes-Benz G 500 Frontansicht
Ein Klassiker mit komplett technologischer Renovierung: Die G-Klasse bleibt sich absolut treu.



Mit diesem Begleiter kann man sowohl die schlimmsten Wege des Planeten als auch die schönsten Flaniermeilen befahren und beides mit wärmender Hot-Stone-Massage im Rücken. Abstriche müssen weder beim einen noch beim anderen gemacht werden.

Ob die Scheinwerfer ihr gleißend helles LED-Licht in die Kiefernschonung werfen und dabei von dutzenden Augen eines kreuzenden Rudels Rotwild reflektiert wird oder die linke Spur der Autobahn bei Tempo 200 taghell ausleuchten spielt keine Rolle, weil beides hervorragend funktioniert.

Besonders erfreulich ist die hinzugewonnene Kultivierung des G-Modells auf befestigter Straße. Denn hier zeigt sich die neue G-Klasse nun endlich domestiziert und fährt sich deutlich zivilisierter als der Vorgänger.


Mercedes-Benz G 500 schräg oben vorne rechts
Kein anderes Auto vermag es, so viel Luxus ins Gelände zu tragen, wie die G-Klasse.



Sein größter Nachteil ist monetärer Natur. Mit 14 Litern Super pro 100 Kilometer im Schnitt und einem Testwagenpreis von über 135.000 Euro ist der G 500 alles andere als ein Schnäppchen und es drängt sich die Frage auf, wer hier denn eigentlich die Zielgruppe verkörpert.

Der örtliche Förster wird wohl kaum den jüngst geschossenen Keiler auf feinstem Nappaleder betten und dessen letzte Reise mit V8-Geboller zum Feuerspieß antreten.


Schöckl Plakette
Jede G-Modell muss zur Geländeprüfung auf den österreichischen Berg Schöckl.



In der Realität ist die Zielgruppe einer G-Klasse sehr lifestyleaffin und in der Regel gut betucht. Sie hat ein Faible für überdauernde Tugenden und setzt bei der Wahl des Fahrzeugs auf eine antizyklische Erscheinung. Die Geländeaffinität ist dabei sicher eher sekundär gesehen. Doch es beruhigt mit Sicherheit zu können, wenn man nur wollte. Entweder mit oder gegen die aktuellen Trends ist hier keine Frage – man setzt mit diesem Auto selbst welche. 




Text/Fotos: NewCarz

Kamera: Canon EOS 6D

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Technische Daten: Mercedes-Benz G 500

  • Farbe: Diamantweiß Bright
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,61 x 1,93 x 1,97
  • Radstand (mm): 2.890
  • Antrieb: Achtzylinder V-Ottomotor Bi-Turbo
  • Leistung: 310 kW (422 PS) bei 5.250 rpm
  • max. Drehmoment: 610 Nm bei 2.250 rpm
  • Hubraum: 3.982 ccm
  • Getriebe: 9-Gang-Automatik
  • Antriebsart: Allrad
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 14,9 L/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 14,0 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Herstellerangabe): 339 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d
  • Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h (elektronisch begrenzt)
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 5,9 Sekunden (gemessen)
  • Wendekreis (m): 13,6
  • Bodenfreiheit (mm): 270
  • Böschungswinkel v/h: 30,9°/29,9°
  • Rampenwinkel: 29,9°
  • Wattiefe (mm): 700
  • Kofferraumvolumen (l): 667 bis 1.941
  • Leergewicht (kg): 2.429
  • Zuladung (kg): 721
  • Anhängelast ungebremst/gebremst (kg): 750/3.500
  • Stützlast (kg): 140
  • Dachlast (kg): 200
  • Tankinhalt (l): 75 (optional 100)
  • Kraftstoffart: Super Plus E5/E10
  • Neupreis des Testwagens: 136.636,40 Euro (Einstiegspreis G500 ab 112.439 Euro)

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