Audi Q7 S line TDI quattro Test – Gütezeichen “Q”

Audi Q7 s line TDI
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Der Audi Q7 gehört seit Jahren zur Oberliga der Fullsize-Premium-SUVs – und dort steht er nicht nur herum, sondern posiert selbstbewusst wie ein Gentleman im Maßanzug. 

Nach dem jüngsten Facelift hat der Ingolstädter seine Rolle als rollende Ansage perfektioniert: freundlich im Auftritt, aber jederzeit bereit, auf der linken Spur seinen Standpunkt klarzumachen. Ein Auto, das viel Platz braucht – aber nicht weniger davon bietet.

Für unseren Test fuhren wir einen Audi Q7 als Turbodiesel in der Ausstattung S line sowie in der 1.050 Euro teuren Sonderfarbe „Waitomoblau Metallic“.

Das Wichtigste im Überblick

  • Auch nach zehn Jahren Generationslaufbahn kann der Audi Q7 immer noch ganz vorn mitspielen.
  • Als TDI erwies sich das komfortable Premium-SUV extrem sparsam und manifestierte sich als echter Langstreckenmeister.
  • Kritik gibt’s für das leicht angestaubte Infotainment und die extraordinäre Aufpreispolitik.


Exterieur – XXL mit Understatement

Audi hat dem Q7 jene feinen optischen Retuschen verpasst, die man in Ingolstadt offenbar im Halbschlaf beherrscht. Der Singleframe-Grill zeigt sich markanter denn je – so zerklüftet, dass er fast ein eigenes Postleitzahlengebiet benötigt, aber dennoch beeindruckend, wenn auch durchaus polarisierend. Einem gefällts extrem, dem anderen gar nicht. 

Dazu kommen im Fall des Testwagens scharf dreinblickende Matrix-LED-Scheinwerfer mit frischen Lichtsignaturen und die S line-Frontschürze, die dem SUV den selbstbewussten Blick eines Privatjets verleihen möchte.

Serienmäßige 20-Zöller füllen die Radhäuser ordentlich aus, doch wie es sich für einen Q7 gehört, sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Außenkappen, Leisten und Anbauteile glänzen im S line-Paket edel, ohne übertrieben zu wirken – Understatement a la „s line“.

Die leicht gedrungen wirkende Heckansicht ist fast schon ein Erkennungsmerkmal für den Q7. Wenngleich hier nicht die Eleganz eines Q8 zur Wirkung kommt, so zeigt dieses SUV hier massive Entschlossenheit mit einem leicht konservativem Touch.

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Interieur – Wohlfühloase mit leichter Patina

Im Innenraum zeigt der Q7, was man in Ingolstadt unter Premium versteht. Er empfängt seine Passagiere wie eine großzügige Suite auf Rädern. Sportsitze, viel Leder, Aluminium- oder Carbon-Dekor und ein insgesamt luftiges Raumgefühl schaffen eine Atmosphäre, in der Vielfahrer und Familien gleichermaßen aufblühen.

Materialauswahl und Verarbeitung bewegen sich auf absolutem Topniveau. Allerdings zeigt unter anderem der zentrale Bildschirm allein durch seine mittlerweile kleine Erscheinung, dass die zweite Generation trotz zweier Facelifts bereits ein Jahrzehnt auf dem Buckel trägt. Im Vergleich mit den digitalen Arealen anderer Modelle, die ihre Diagonalen fast schon in Hektar angeben können, wirkt dieses hier doch etwas patiniert.

Die optionale dritte Sitzreihe macht den Q7 zum Siebensitzer und damit zur Allzweckwaffe für große Familien oder Menschen, die einfach gerne viele Freunde mitnehmen. Auch wenn die Sitze in Reihe drei sicherlich nicht für die Spieler der Basketball-Nationalmannschaft taugen, ergänzen sie doch die Einsatzszenarien dieses SUVs nicht unerheblich, wenn darauf beispielsweise die Kinder platziert werden.

Als 7-Sitzer im Einsatz bleiben vom Kofferraum nur 295 Liter übrig – das Wochenendgepäck ist da nicht mehr unterzubringen. Als 5-Sitzer gibt es dagegen schon üppige 780 Liter und als Transporter mit nur den Vordersitzen in Nutzung, passen 1.908 Liter in den Ingolstädter.

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Motor und Fahreigenschaften – Souverän in allen Lebenslagen

Das Herz dieses SUVs, ein 3.0-Liter-V6-TDI mit 286 PS und 600 Newtonmetern, ist ein Antrieb, der den Q7 nicht antreibt, sondern fast majestätisch mobilisiert. Dazu bleibt er sehr leise für einen Selbstzünder, der seine Arbeitsweise nicht mal im Kaltstart jedem auf die Nase bindet. Die Laufruhe eines Reihensechsers hat er zwar nicht gänzlich, doch ein angenehmes, sonores Brummen zeigt er, das kultiviert genug klingt, um die Nachbarschaft schlafen zu lassen, aber charakterstark genug, um Respekt zu erzeugen.

Audi Q7 Motorraum
Kernig im Klang, dabei sehr effizient und kräftig – Der V6-Turbodiesel ist ein echter Überzeugungstäter.

Zudem ist er mild hybridisiert und ein Riemenstartgenerator übernimmt die Start-Stopp-Wechsel voller Sanftmut und das rasend schnell. Das SUV bewegt sich aus dem Stand beeindruckend gelassen, auch wenn er deutlich über zwei Tonnen Leergewicht spazieren führt. Kein Wunder, denn das Maximum an Drehmoment liegt bereits ab 1.750 Touren an. 

Audi Q7 Wählhebel
Sanft und dennoch schnell – Die Automatik wechselt zwischen den acht Stufen nahe der Perfektion.

Der quattro-Antrieb sorgt für Grip in jeder Situation, und dank der Allradlenkung wirkt der Q7 beim Rangieren plötzlich so wendig und bei flotter Gangart so handlich wie ein Golf.

Die 8-Gang-Tiptronic sortiert die Gänge so geschmeidig, als hätte sie hellseherische Fähigkeiten, und die fünf Fahrprogramme reichen von entspanntem Dahingleiten bis zum muskulösen Autobahnläufer. „Auto“ ist ein Fahrprogramm davon und dieses passt sich wie es der Name bereits suggeriert, den aktuellen Fahraktivitäten an und verändert so die Charakteristik dynamisch je nach den Gegebenheiten.

Es verwundert auch nicht, dass der Q7 insbesondere auf der Langstrecke sein volles Potenzial ausspielt. Eine 1.000 Kilometer-Tour am Stück ist mit diesem SUV kein Problem. Auch nicht bezüglich seiner Reichweite.

Man könnte meinen, ein über fünf Meter langer Diesel-Koloss mit Allradantrieb würde flüssiges Gold durch die Leitungen jagen. Doch weit gefehlt: Rund 8,5 Liter auf 100 Kilometer im Drittelmix waren es im Test – ein halber Liter mehr als Ingolstadt verspricht, das geht mehr als in Ordnung.

Audi Q7 Sparrunde Verbrauch
Keine Blamage: Das Ergebnis auf der Sparrunde ist eines so großen SUVs mehr als würdig.

Bei defensiver Fahrweise zückt das SUV sogar den Sparfuchs-Joker, denn auf der Sparrunde genügten dem Selbstzünder nur 5,3 Liter – ein erstaunlicher Wert für ein SUV dieser Größe und Gewichtsklasse. Natürlich: Wer viel Last bewegt, schnell fährt oder Lasten an den Haken nimmt, zahlt Tribut an die Physik und darf auch mal zweistellige Werte kassieren. 

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Ausstattung, Komfort & Technik im Audi Q7

Der Q7 startet als 286 PS-Diesel und S line mit einem stattlichen Grundpreis von über 89.000 Euro, aber Audi wäre nicht Audi, wenn der Konfigurator nicht zum luxuriösen Strudel der Möglichkeiten würde. 

Bereits das Matrix-Licht mit Laserfernlicht ist den sündhaft teuren Aufpreis von 2.350 Euro wert. Denn es macht die Nacht in der Tat zum Tage und sorgt selbst bei hohem Tempo für eine extrem weite (Laserlicht sei Dank) und helle Ausleuchtung.

Doch der Optionsmarathon beginnt damit erst. Da kommen noch 1.520 Euro für die dritte Sitzreihe, 1.150 Euro für die Allradlenkung (die man einmal ausprobiert, nicht mehr missen möchte), satte 3.390 Euro für das Assistenzpaket Plus inklusive Remote Parkassistent plus und ein sehr detailliert und natürlich klingendes Bang & Olufsen Soundsystem mit 3D-Klang für 1.150 Euro.

Keine Sorge, es geht noch weiter. Allein für die Vordersitze gibt es folgende Optionen: Individualkontursitze 2.300 Euro, perforiertes Leder 1.350 Euro, Sitzbelüftung 1.100 Euro, elektrische Verstellung plus Sitzmemory 540 Euro – macht mal eben 5.290 Euro nur für die beiden Vordersitze (okay, das Leder erhalten alle sieben Sitze).

Haben wir was vergessen? Ja, das erstklassige Head-up Display für 1.400 Euro, Keyless mit elektrischer Heckklappe und Fußgestensteuerung für 990 Euro, die zweifellos schicken OLED-Rückleuchten kosten 990 Euro, vier statt zwei Klimazonen 800 Euro, die Anhängerkupplung ruft knapp 1.200 Euro auf und so geht es munter weiter, doch wir stoppen an dieser Stelle und nennen die Gesamtsumme der Sonderausstattungen unseres Testwagens: 28.530 Euro.

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Varianten und Preise des Audi Q7

Aktuell gibt es den Audi Q7 in vier Versionen, die mit sechs Motorisierungen kombiniert werden können. Als Antriebe stehen wahlweise zwei TDI (231 und 286 PS), ein TFSI (340 PS), zwei Plug-in Hybride TFSI e (394 und 490 PS) sowie der TFSI des SQ (507 PS) zur Wahl.

Audi Q7 schräg vorn links
Nach oben ist alles offen: Dank Optionen für fast 29.000 Euro kostete unser Testwagen über 116.000 Euro.

  • Grundmodell – Ab 82.400 Euro als kleinerer Diesel; der stärkere TDI und der TFSI starten ab 85.400 Euro; der schwächere Plug-in Hybrid ab 88.800 Euro.
  • S line – Mindestens 86.100 Euro werden für diese Variante mit kleinem TDI fällig; der hier getestete 286 PS Diesel kostet wie auch der TFSI ab 89.100 Euro, die TFSI e ab 92.500 bzw. 99.300 Euro für die stärkere Variante.
  • S line Business – Das Vize-Topmodell beginnt bei 92.250 Euro als 231 PS-Diesel; der stärkere TDI und der TFSI ab 95.250 Euro, die TFSI e ab 98.650 Euro und 103.450 Euro
  • SQ7 – Die Topmotorisierung mit seinen 507 PS startet ab 115.900 Euro.

Unser Testwagen erreichte stattliche 116.130 Euro – aber dafür fährt man auch ein Auto, das fast alles kann, außer Bescheidenheit üben.

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Fazit – Teure Überzeugung auf vier Rädern

Nach der Testzeit bleibt der Eindruck eines Fahrzeugs, das kaum etwas falsch macht: luxuriös, kräftig, praktisch, souverän und als TDI erstaunlich effizient. 

Audi Q7 schräg vorn rechts
Der Audi Q7 kratzt zweifellos an der Perfektion und strotzt vor Premium und Komfort.

Der Audi Q7 ist ein exzellentes, gut durchdachtes Premium-SUV, das Komfort, Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit in einer sehr gelungenen Mischung bietet. Für Menschen, die regelmäßig mit Familie, Freunden ODER viel Gepäck unterwegs sind — und dabei Fahrkomfort und Qualität schätzen — ist er eine starke Wahl. 

Das etwas betagte Infotainment und Optik-Feintuning hin oder her – der Audi Q7 bleibt ein Langstreckenmeister und einer der überzeugendsten Allrounder im Premium-SUV-Segment. Zumal das, was er als eine Modellgeneration mit zehnjähriger Historie offeriert, kaum woanders zu finden ist. Audi hat also ganz geschickt und immer wieder mit Erfolg modernisiert und optimiert. Das Ergebnis kann sich daher immer noch mehr als sehen lassen.

Audi Q7 Seite links
Doch die Ingolstädter lassen sich jedes (zugegeben hinreißend gutes) Detail auch fürstlich bezahlen.

Er ist im Wettbewerbsvergleich erst einmal nicht exorbitant teuer. Doch seine Aufpreispolitik macht ihn zu einem Baukasten für gut betuchte Fans der vier Ringe. Mit dem nötigen Kleingeld ist Audis Q-Modell ein Garant für allerhöchster Güte. Und somit wird das „Q“ zum Gütezeichen aus Ingolstadt.

Text & Fotos: NewCarz

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Pro & Contra

Pro:

  • hervorragende Qualitätsanmutung und Top-Verarbeitung
  • dank Luftfahrwerk und Allradlenkung sehr handliches und komfortables Fahrverhalten
  • kraftvoller, sehr effizienter Dieselmotor mit souveränem Allradantrieb
  • sehr viele und bestens arbeitende Assistenzsysteme
  • große Bandbreite an Antrieben und Ausstattungen

Contra:

  • exorbitante Aufpreisliste lässt den Gesamtpreis schnell explodieren
  • 3. Sitzreihe mit eingeschränkter Nutzung für Erwachsene
  • Kofferraum als 7-Sitzer nur noch sehr klein

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Technische Daten: Audi Q7 3.0 TDI S line quattro tiptronic (7-Sitzer)

  • Farbe: Waitomo Blau Metallic
  • Fahrzeugklasse: obere Mittelklasse / SUV
  • Länge x Breite x Höhe (m): 5,07 x 1,97 (2,21 mit Außenspiegel) x 1,73
  • Radstand (mm): 2.995
  • Antrieb: V6 Turbodiesel mit DPF, SCR-Kat und Riemenstartgenerator
  • Hubraum (ccm): 2.967
  • Hybridart: Mild-Hybrid
  • max. Leistung: 210 kW (286 PS) bei 3.500 rpm
  • max. Drehmoment (Nm): 600 bei 1.750 rpm
  • Getriebe: 8-Gang-Automatik „tiptronic“
  • Antriebsart: Allrad quattro
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 8,0 l/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 8,5 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe):  209
  • Abgasnorm (WLTP): 6e 36EA
  • Höchstgeschwindigkeit: 241 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (sec): 6,1
  • Wendekreis Standard/Allradlenkung (m): 12,5/11,4
  • Max. Bodenfreiheit (mm): 245
  • Böschungswinkel vorn/hinten: 22,1°/21,3°
  • Rampenwinkel: k. A.
  • Kofferraumvolumen 7-Sitzer/5-Sitzer/maximal (l): 295/780/1.908
  • Leergewicht (kg): 2.255
  • Zuladung (kg): 745
  • max. Anhängelast ungebremst/gebremst (kg): 750/2.800
  • max. Stützlast (kg): 115
  • max. Dachlast (kg): 100
  • Tankgröße (l): 75 (optional 85)
  • AdBlue-Tank (l): 24
  • Kraftstoffart: Diesel
  • ehem. Neupreis des Testwagens: 116.130 Euro (Basispreis 231 PS: 82.400 Euro)

 

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