Der Peugeot 3008 ist seit seinem Debüt ein Verkaufsschlager im C-SUV-Kosmos und in Europa eine der wichtigsten Säulen von Peugeot-Absatz und Image – in diesem Test ist das Facelift als Hybrid 145 unser Testobjekt.
Der aktualisierte 3008 baut auf der modernen STLA-Medium-Plattform auf, die auch Platz für vollelektrische Varianten lässt, aber für viele Kunden im Alltag die Hybrid-Version mit 145 PS (mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe) die pragmatischere Wahl ist. In Deutschland spielt der Hybrid-145 zwischen kompaktem SUV und komfortabler Alltagsmaschine – technisch kein Feuerwerk, aber funktional meist solide.
Der 3008 gehört seit Jahren zu den Top-SUV-Verkäufen im Segment, was für Peugeot ein absolutes Brot-und-Butter-Modell darstellt. Ob er dem als Facelift auch gerecht wird, klärt dieser Fahrbericht.
Hauptakteur in diesem Autotest: der 3008 Hybrid 145 in der Basisausstattung „Allure“ und der bezaubernden Außenfarbe „Obsession Blue“, welche erstaunlicherweise und als einzige Farbe ohne Aufpreis erhältlich ist.
Das Wichtigste im Überblick
- Gelungener Feinschliff an Optik und Technologie machen das Facelift spürbar.
- Als Mild-Hybrid etabliert sich das SUV zu einem effizienten Alltagsbegleiter.
- Softwarefehler und das Bedienkonzept trüben den Gesamteindruck etwas.
- Exterieur
- Interieur
- Antrieb und Fahreigenschaften
- Ausstattung, Komfort & Technik
- Varianten und Preise
- Fazit
- Pro & Contra
- Technische Daten
Exterieur & Interieur – Feinjustierung mit Chic
Außen hat das Peugeot 3008 Facelift ein feineres Gesicht bekommen, ein bisschen eleganter, ein bisschen schärfer im Design, als hätte jemand dem alten Modell eine frische Frisur verpasst. Die neue Karosserie wirkt kantiger, präziser, fast schon architektonisch.





Die Front mit rahmenlosem Kühlergrill und den markanten LED-Tagfahrlichtern in Krallenform zieht Blicke auf sich, ohne aggressiv aufzutreten. Gerade im Allure-Trimm bleibt der Auftritt elegant statt martialisch. Die Seitenlinie erscheint straffgezogen, das Heck aufgeräumt, die Proportionen stimmen.
Interieur – Zwischen Berg und tiefem Digital
Innen bleibt Peugeot seiner eigenen Philosophie weitestgehend treu. Das i-Cockpit mit dem kleinen Lenkrad polarisiert weiterhin. Entweder man schließt es ins Herz oder man braucht eine kurze Eingewöhnungsphase. Inzwischen ist das Konzept jedoch spürbar gereift. Das kompakte Lenkrad liegt gut in der Hand, und die inzwischen eingezogene, sehr effektive Lenkradheizung entwickelt sich an kalten Tagen schnell zur heimlichen Lieblingsausstattung.





Weniger charmant zeigt sich die Ergonomie der Klimabedienung. Sitz- und Lenkradheizung sind tief in Untermenüs vergraben, als hätten sie sich absichtlich versteckt. Daran ändern auch die i-Toggles nicht, mit deren Hilfe erst das Hauptmenü der Klimatisierung aufgerufen wird. Per Sprachsteuerung lässt sich immerhin die Sitzheizung ein- und ausschalten, die Lenkradheizung hingegen nicht. Warum, bleibt eines dieser digitalen Rätsel, die man irgendwann akzeptiert, aber nie wirklich versteht.


Vorne Platz genommen, ist die stark geneigte Frontscheibe auffällig. Dadurch rückt die Dachkante samt Sonnenblende recht nah an den Kopf von Fahrer und Beifahrer. Kein echtes Platzproblem, eher ein ungewohntes Gefühl von Nähe, das vor allem Umsteiger sofort bemerken. Im Fond geht es luftiger zu, allerdings fiel dort eine kleine Eigenheit auf: Nach jedem Fahrzeugstart blieb die rechte Leseleuchte eingeschaltet. In der Dunkelheit wirkt das wie ein dauerhaft wachsames Auge im Rückspiegel und raubt unnötig Nerven.




Sitzergonomie und Wohlfühlfaktor siedeln sich weit oben an; der Materialeinsatz wie auch die Verarbeitung dieser offerierten keinerlei Ansatzpunkte für Kritik. Mit 520 Litern Mindestvolumen des Kofferraums sollten zudem das Gros an Alltagsanforderungen problemlos abgedeckt werden können.
Antrieb und Fahreigenschaften – Komfortable Hybridisierung
Der hier zum Einsatz kommende Hybrid-145-Antrieb kombiniert einen 1,2-Liter-Dreizylinder mit einem im Getriebegehäuse untergebrachten Elektromotor und bringt es auf 145 PS Systemleistung. Im Alltag reicht dies völlig aus; man ist flott unterwegs, ohne das Gefühl, Bäume ausreißen zu können oder zu müssen.

Das Zusammenspiel der beiden Motoren ist harmonisch abgestimmt. Nicht ganz so spiegelglatt wie bei manchen japanischen Hybrid-Spezialisten, aber angenehm ausgewogen.

Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet meist passend, gönnt sich bei Lastwechseln gelegentlich eine für diese Getriebeart immer wieder auftretende kurze Denkpause, die der spontane Elektromotor aber geschickt kaschieren kann. Ungewohnt und bei unserem Test nicht der Gewohnheit unterzuordnen war die neue Anordnung des Wählschalters für das Automatikgetriebe. Dieses lag nun im Armaturenbereich neben dem Startknopf und nicht mehr in der Mittelkonsole. Irgendwie wurde dieser bis zum Testende – vor allem bei Parkvorgängen – vergebens genau da gesucht.

Nicht nur, aber insbesondere im Stadtverkehr rollt der 3008 immer wieder kurze Strecken rein elektrisch dahin. Der Dreizylinder zeigt mit seiner für diese Bauweise leicht rauen Arbeitsakustik gern, wer er ist, meldet sich aber in unteren Drehzahlen kultivierter zu Wort als erwartet. Wirklich präsent wird er erst, wenn Leistung gefordert wird.

Das Fahrwerk ist konsequent auf Komfort getrimmt und filtert souverän Unzulänglichkeiten auf Asphalt & Co heraus. Lange Reisen meistern Fahrer und Insassen entspannt und stressfrei. Schnelle Lastwechsel erzeugen keine sportlichen Glücksgefühle, aber wirken trotz spürbarer Karosseriebewegungen nicht so, als verliere man jeden Moment die Kontrolle. Die leichtgängige Lenkung mit ihrem guten Feedback passt haargenau zum Charakter des Fahrzeugs. Der Peugeot will nicht animieren, sondern beruhigen. Ein stiller Begleiter, der Gelassenheit vermittelt, statt Adrenalin zu fordern.

Erwartungsgemäß zurückhaltend zeigt sich das Peugeot 3008 Facelift im Verbrauch. Der Durchschnitt im Drittelmix ergab 6,3 Liter auf 100 Kilometer. Bleibt das SUV im urbanen und suburbanen Gefilden, geht es auch deutlich darunter. Auf der Sparrunde lagen wir mit 3,7 Litern auf hochgerechnet 100 Kilometern klar in der Top 10 dieser Fahrzeugklasse.
Ausstattung, Komfort & Technik im Peugeot 3008 Facelift
Bereits als Einstiegsvariante „Allure“ bringt das Peugeot 3008 Facelift eine umfangreiche Serienausstattung mit. LED-Scheinwerfer, digitales i-Cockpit, großes Panorama-Display, DAB+, Bluetooth, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera und zahlreiche Assistenzsysteme sind serienmäßig an Bord. Die Materialanmutung wirkt wie bereits erwähnt hochwertig, die Sitze bieten guten Langstreckenkomfort.





Höhere Ausstattungslinien legen mit Matrix-LED-Licht, erweiterten Assistenzsystemen, 360-Grad-Kamera, Massagesitzen, Ambientebeleuchtung und hochwertigen Audiosystemen nach. Komfort ist eindeutig eine der großen Stärken des 3008.
Apropos Matrix: Besonders positiv fällt beim Test das No-Matrix-Licht auf. Die Frontscheinwerfer des Testwagens besitzen zwar keine adaptiven Eigenschaften, liefern aber mit ihrer Reflektorentechnik ein überraschend homogenes, weit reichendes Lichtbild. Ein stiller Beweis dafür, dass gute Ausleuchtung nicht zwingend mit High-Tech erkauft werden muss.

Nicht überzeugend zeigte sich im Test allerdings die Elektronik. Zeitweise verweigerte DAB+ den Dienst, zweimal blieb das komplette Audiosystem nach dem Start stumm. Erst nach längerer Standzeit kehrte der Ton zurück. Zusätzlich wechselte das System beim Fahrzeugstart gelegentlich selbstständig von DAB+ oder Bluetooth auf FM mit entsprechendem Rauschen statt gewünschtem Sound. Der ansonsten hochwertige Eindruck leidet unter solchen Allüren – wir glauben aber nicht, dass die Ausstattungsbezeichnung damit etwas zu tun hat – und genau solche vermitteln nicht selten den Eindruck, ein Software-Experiment als Betatester bewältigen zu müssen.





Das Panorama-Navigationspaket ruft 1.280 Euro extra auf und macht das Curved Display zur Showbühne. In variablen Einstellmöglichkeiten ist eine dabei, mit der die Navigationskarte über beide Bildschirme gelegt werden kann – im linken (Cockpit) legt sich in dem Fall die Karte unter die Anzeigen. Das sieht nicht nur cool aus, sondern hilft tatsächlich, mehr Überblick zu erhalten.
Ein Drive-Assist-Paket für weitere 1.850 Euro sorgte im Testwagen für Assistenzzuwachs in Form von einer 360 Grad-Kamera mit gestochen scharfem Bild, ein Totwinkel- un deinen Ausparkassistenten, die bereits gelobte Lenkradheizung, den sehr sanft agierenden Abstandstempomaten und einen nicht immer treffsicheren Fernlichtassistenten. Ferner ist auch eine Alarmanlage in diesem Paket dabei.
Aller guten Dinge sind im Fall des Testautos drei: Ein Winterpaket für 800 Euro sorgt dank einem Trip-Control-System für bestmögliche Traktion bei winterlichen Bedingungen. Dazu gibt’s eine elektrisch beheizte Frontscheibe und dem Paketnamen weniger entsprechendes, aber dennoch praktisches Gepäckraum-Trennnetz.
Varianten und Preise des Peugeot 3008 Facelift
Der Peugeot 3008 ist als Verbrennervariante in Deutschland mit zwei verschiedenen Antrieben und vier Ausstattungslinien erhältlich. Die vollelektrische Variante wird hier nicht berücksichtigt; ein Test zum e-3008 findet sich hier.
Der hier getestete Hybrid 145 ist ein Mild-Hybrid, der Plug-in Hybrid 225 ist die Alternative und leistet, wie der Name es suggeriert, 225 PS an Systemleistung.

- Der Hybrid 145 Allure startet bei 41.150 Euro und markiert den Einstieg; für den PHEV werden 44.040 Euro aufgerufen.
- Darüber folgen Allure Business ab 42.950 Euro beziehungsweise 45.840 Euro.
- Der GT startet ab 45.100 Euro oder als PHEV ab 48.290 Euro und als
- GT Exclusive für mindestens 48.700 Euro für den Hybrid 145 oder ab 52.490 Euro als Plug-in Hybrid.
Im Vergleich zu vielen deutschen Premium-SUVs bleibt der 3008 dabei jedoch meist preislich moderater.
Fazit – Der fast makellose Schönling
Das Peugeot 3008 Facelift als Hybrid 145 ist ein SUV mit Stil, Komfort und ausgeprägter Alltagstauglichkeit. Er brilliert nicht durch Performance oder High-End-Technologien, sondern sichert mit einer umfangreichen und gut sortierten Ausstattung Ausgewogenheit mit Charakter.

Das Facelift wirkt erwachsen, selbstbewusst und zudem hochwertiger als dessen Vorgänger.
Defizite bei der Bedienlogik und gelegentliche Software-Zicken vermasseln am Ende die weiße Weste, ändern aber nichts am grundsätzlichen Eindruck: Der 3008 zeigt mehr Eigenständigkeit und Stil in seiner Klasse als die meisten Wettbewerber. Dabei weiß er zu überzeugen, ohne Mimikry als Selbstschutz, sondern Style und Effizienz mit Selbstbewusstsein.




Text & Fotos: NewCarz
Pro & Contra
Pro:
- sehr komfortables Fahrwerk und entspannte Langstreckentauglichkeit
- eigenständiges, elegantes Design mit Wiedererkennungsgarantie
- umfangreiche Serienausstattung
- vernünftiger Verbrauch im Alltag
Contra:
- umständliche Infotainment- und Klimabedienung
- gelegentliche Software-Aussetzer
- Preise in höheren Ausstattungen ambitioniert
Konkurrenz: VW Tiguan, Mitsubishi Outlander PHEV, Citroen C5 Aircross, Opel Grandland, Hyundai Tucson, Kia Sportage, Nissan Qashqai
Technische Daten: Peugeot 3008 1.2 Hybrid 145 e-DSC6 Allure
- Farbe: Obsession Blue Metallic
- Fahrzeugklasse: untere Mittelklasse (Kompaktklasse) / SUV
- Länge x Breite x Höhe (m): 4,54 x 1,90 (2,11 mit Außenspiegel) x 1,64
- Radstand (mm): 2.739
- Antrieb: Reihenvierzylinder Turbobenziner mit OPF + E-Motor
- Hubraum (ccm): 1.199
- Hybridart: 48-Volt-Mild-Hybrid
- max. Leistung Verbrenner/E-Motor: 100 kW (136 PS) bei 5.500 rpm/16 kW (21 PS)
- max. Drehmoment Verbrenner/E-Motor (Nm): 230/51
- Getriebe: 6-Gang-Doppelkupplungsautomtik DSG (E-Motor hier integriert)
- Antriebsart: Vorderachse
- Durchschnittsverbrauch (WLTP): 5,3 l/100 km
- Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 6,3 l/100 km
- CO2-Emissionen (Werksangabe): 121 g/km
- Abgasnorm: Euro 6e
- Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
- Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (sec): 10,2
- max. Bodenfreiheit (mm): 198
- Wendekreis (m): 10,6
- Böschungswinkel vorn/hinten: 18,7°/25,7°
- Kofferraumvolumen (l): 520 bis 1.480
- Leergewicht (kg): 1.648
- Zuladung (kg): 432
- Anhängelast ungebremst/gebremst (kg): 750/1.200
- max. Stützlast (kg): 80
- max. Dachlast (kg): 80
- Tankinhalt (l): 55
- Hybridbatterie brutto/netto (kWh): 0,8/0,4
- Kraftstoffart: Benzin E5/E10 mind. 95 Oktan
- Neupreis des Testwagens: 43.030 Euro (Basispreis: 41.150 Euro)

Unser Chefredakteur erstellt seit 2015 schwerpunktmäßig Fahrberichte und testet alle Fahrzeuge akribisch – mit Liebe zum Detail – auf Herz und Nieren. Dabei entgeht ihm nichts. Seine Objektivität bewahrt er dabei kompromisslos. Robertos Spezialgebiete sind neben SUVs und Kombis die alternativen Antriebskonzepte. Sein Herz schlägt aber auch gern im V8-Takt.
