Toyota Corolla Touring Sports Facelift Test – Feinjustage für Erfolgsmodell

Toyota Corolla Touring Sports Facelift
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Nachdem wir den Fünftürer als Facelift bereits ausgiebig ausprobierten, folgt hier nun der Toyota Corolla Touring Sports als Kombivariante des japanischen Verkaufsschlagers.

In nunmehr zwölfter Generation erfreut sich der Corolla weltweit ungebrochener Beliebtheit und auch wenn es eine große Pause für Europa gab, ist diese seit 2019 vorbei. Dabei wurde der Corolla auch hierzulande nicht vergessen und stieg schnell wieder zur altbekannten Stärke auf.

Kein Wunder, insbesondere die Toppositionierungen in der ADAC-Pannenstatistik in vergangenen Jahrzehnten waren noch vielen in sehr guter Erinnerung und ließen den Japaner als eines der zuverlässigsten Autos im Gedächtnis. Mittlerweile gibt es ihn neben Kombi und Fünftürer auch als SUV-Variante – den Corolla Cross.

Für diesen Test fuhren wir den Kombi als 2.0 Hybrid in der Ausstattung GR Sport und in der nur für diese Ausstattung erhältlichen Außenfarbe „Super Green Metallic“ mit schwarzem Dach. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Moderner Kombi mit ordentlich Platz und leichten optischen Retuschen sowie technischen Updates.
  • Sehr sparsamer und zugleich kräftiger Vollhybridantrieb, der nur bei Volllast gut akustisch vernehmbar wird.
  • Mit dem Facelift stiegen die Preise mit mindestens 4.000 Euro gehörig, aber auch die technologischen Updates fallen umfangreich aus.


Exterieur & Interieur – Mit Vorsicht gezeichnete i-Tüpfelchen

Erwartungsgemäß zeigt sich das Facelift auch beim Touring Sports benannten Kombi in eher dezenter Form. Neue Schürze und neue Scheinwerfer mit geänderter Lichtsignatur sind da die hauptsächlichen Änderungen.

Im Gegensatz zum getesteten Fünftürer gibt es hier allerdings LED-Scheinwerfer mit anderer Lichtsignatur und Linsentechnik anstatt Reflektoren, wodurch die Fahrzeugfront noch schnittiger und peppiger erscheint. Ansonsten zeigt sich der Touring Sports als moderner Kombi mit eigenständiger Optik.

Im Innenraum gleicht der Kombi in puncto Bedienkonzept und Armaturen dem Fünftürer bis ins Detail. Größerer Zentralbildschirm aber ohne eigene Tasten und Drehregler, eine Klimabedienung mit echten Bedienelementen und dank der GR Sport-Ausstattung überall rote Kontrastnähte, die dem soliden, durchaus wertig erscheinenden Materialmix eine sportliche Note verleihen.

Apropos sportlich: Die Sportsitze vorne bieten ordentlich Seitenhalt und sehen verdammt gut aus. Der größte und wohl wichtigste Unterschied zum Fünftürer aber, dürfte das größere Platzangebot sein. Dank längerem Radstand (ein Plus von 60 Millimetern) dürfen sich Fondpassagiere über spürbar mehr Platz im Fußraum freuen und auch die Kopffreiheit lässt mehr Luft zwischen Dachhimmel und Köpfen.

Der Kofferraum schluckt mit seinen 581 Litern ebenfalls deutlich mehr als sein fünftüriges Pendant und lässt sich auf 1.591 Liter durch Lehnen umklappen maximieren. Damit bleibt er allerdings hinter seinen Hauptkonkurrenten Golf Variant (611 bis 1.624) und Octavia Combi (640 bis 1.700).

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Antrieb und Fahreigenschaften – Benzilektrische Kombination

Benzilektrisch – klingt komisch? Passt aber. Denn für die Mobilität dieses Toyota Corolla Touring Sports Facelift ist ein 2.0-Liter-Reihenvierzylinder Benzinmotor und ein Elektromotor als Duo verantwortlich und als Vollhybrid entsprechend gemeinsame Sache machen. Der Japaner wird von den beiden mit einer Systemleistung von 179 PS versorgt.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift Energiemonitor
Als Vollhybrid setzt der Corolla auf die gemeinsame Power eines Benziners und eines E-Motors.

Seit Februar dieses Jahres wurde die ursprüngliche Leistung des Verbrenners um 18 PS zugunsten der Emissionswerte gekürzt. Fahrtechnisch ist das nicht zu spüren, was auch die identischen Beschleunigungswerte von jeweils 7,5 Sekunden von null bis zur 100 km/h-Marke beweisen. Auch weiterhin als Kraftverteiler an Bord: das stufenlose Automatikgetriebe CVT.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift Wählhebel
Alternativlos bleibt weiterhin das stufenlose Automatikgetriebe CVT als Kraftverteiler im Corolla.

Anders als im kleineren Vollhybriden mit dessen 140 PS bleibt das Drehzahlband hier etwas gelassener und das CVT zitiert den Benziner nur mit Nachdruck hinzu, wenn die Leistung voll abgerufen wird oder der Kombi auf schnellen Etappen wie auf der Autobahn bewegt wird. Dann ist der Gummibandeffekt zwar offensichtlich, jedoch hat Toyota viel daran gefeilt und ihn weiter eingedämmt, sodass dieser tatsächlich nur noch bei Anforderung der vollen Leistung auftritt.

Das Zusammenspiel von E-Motor und Benziner – wie sollte es auch anders sein – gelingt jederzeit vollkommen harmonisch und ohne etwaiger Ruckler oder anderer Missverständnisse zueinander. Hier zahlt sich wiederholt die Expertise von Toyota auf dem Gebiet der Hybridtechnik aus. Die drei Fahrmodi verändern die Spontaneität der Gasannahme und den Drehzahlbereich des Verbrenners, der im Sportmodus spürbar höher liegt und der Benziner dadurch akustisch deutlich stärker in den Vordergrund tritt. Dafür fühlt sich der Vortrieb aber auch noch agiler und temperamentvoller an.

Der Corolla Touring Sports ist in Summe auch als  „großer“ Vollhybrid eher als Cruiser als ein Sportler zu verstehen. Den echten GR Corolla mit über 300 PS gibt es ja leider nicht in Europa, was schade ist, denn ein Vergleich mit hiesigen Platzhirschen wie einem Golf R oder Civic Type R wäre definitiv interessant.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift schräg hinten links
Mit 7,5 Sekunden für den Sprint von null auf Tempo 100 ist der japanische Kombi wahrlich kein Kind von Traurigkeit.

Doch zurück zu unserem Vollhybrid-Antrieb, der als solcher mit einem gut abgestimmten, weil ausgewogenen Fahrwerk kombiniert wurde. Ob schlechte Fahrbahnzustände oder kurvige Gebirgspässe – der Japaner meistert beides problemlos und unaufgeregt, ohne dabei schwammig oder hart zu erscheinen.

Die Lenkung vermeldet präzise ihr Feedback und bleibt angenehm leichtgängig, wie auch das Bremspedal ein gutes Dosiergefühl vermittelt. Wer es drauf anlegt und den Corolla in einer Art Nürburgring-Behavior bewegen möchte, lernt einen sehr neutral bleibenden Kombi kennen, der erst sehr spät über die Vorderachse schiebt und so untersteuernd vom ESP gemaßregelt wird. 

Toyota Corolla Touring Sports Facelift Endrohr
GR Sport steht zwar überall drauf, doch Toyota spendiert dieser Ausführung dennoch keine sichtbaren Endrohre.

So richtig Dynamikfieber kommt dabei aber nicht auf, weil dem Corolla Touring Sports dafür ein etwas taktischer abgestimmtes Fahrwerk fehlt. Dieses Feld überlässt er daher abwinkend anderen und verwöhnt Fahrer und Insassen mit solider Cruisermentalität.

Die Stärke der Rekuperation geschieht nun auf Wunsch auch in Abhängigkeit von der gefahrenen Strecke, will heißen, die Bremsenergierückgewinnung ist intelligent geworden. Als Vollhybrid muss der Toyota nicht an die Steckdose und versorgt sich selbst mit Strom, was in der Praxis bestens funktioniert und der Kombi immer wieder zwischendurch in den E-Modus wechselt und emissionslos unterwegs ist.

Entsprechend wirkt sich das auf den Verbrauch aus, der bei uns im Drittelmix bei 4,9 Litern auf 100 Kilometer lag. Erstaunlich dabei ist, dass er damit sogar weniger verbraucht hatte, als sein kleineres Pendant mit dem 1.8-Liter Benziner als Vollhybrid.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift Sparrunde Verbrauch
Glänzendes Ergebnis: Auf der Sparrunde offenbart das Toyota Corolla Touring Sports Facelift sein Sparpotenzial.

Die Sparrunde beendete der Kombi mit ausgezeichneten 2,7 Litern auf umgerechnet 100 Kilometer und lag damit lediglich ein Zehntelliter über dem kleineren Hybrid im Corolla Fünftürer.

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Ausstattung, Komfort & Technik im Toyota Corolla Touring Sports Facelift

Als GR Sport erhält der Corolla Touring Sports von Haus aus einen etwas sportiveren Auftritt. Spezielle 18 Zoll-Räder, modifizierte und schwarze Front- und Heckschürzen, schwarze Außenspiegelkappen, Schwellerkanten und Dachspoiler, schicke und viel Seitenhalt bietende Sportsitze sowie rote Kontrastnähte als Akzente im Innenraum sind da nur einige der Highlights.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift LED-Licht
Mit Linsentechnik ist das LED-Licht deutlich besser als das mit Reflektoren; doch Matrix-Licht gibts nur im Lounge.

Dazu kommen LED-Scheinwerfer mit Linsentechnik, deren Ausleuchtung die LED-Lösungen mit ihren Reflektoren nicht nur in puncto Homogenität und Reichweite schlagen, sondern diese sind zusätzlich auch spürbar heller. Matrix-LED-Scheinwerfer ist leider ausschließlich für die höchste Ausstattung „Lounge“ verfügbar.

Ebenfalls serienmäßig in der GR Sport-Ausstattung sind eine Privacyverglasung, eine schwarze Dachreling, ein Sportlenkrad, eine elektrische Heckklappe mit Fußsensor und ein Infotainment mit Cloud-Navigationssystem. Android Auto funktionierte kabellos, hat aber anfangs eine Verbindung via Kabel verlangt. Erst danach wurde Android Auto auch ohne Kabelverbindung gestartet.

Das serienmäßige Businesspaket vereint einen Regensensor, einen automatisch abblendenden Innenspiegel, Sitzheizungen vorne, eine Lenkradheizung und elektrisch anklappbare Außenspiegel.

Ebenfalls inklusive ist das Technik-Paket mit Parksensoren ringsum, einen Ausstiegsassistenten, einen Rückfahrassistenten mit Rückfahrkamera und ein Totwinkelwarner. Abgerundet wird dies durch eine induktive Ladestation für allerdings nur kleine und mittelgroße Smartphones und ein Keyless-System. Schlussendlich hat der geneigte Kunde bei dieser Ausstattung nur noch die Auswahl aus einer der sieben Außenfarben und aus zwei Felgendesigns wählen, denn der Rest ist vorgegeben.

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Varianten und Preise des Toyota Corolla Touring Sports Facelift

Mit dem Facelift wurde der Corolla Touring Sports auch preislich deutlich selbstbewusster und Interessenten müssen doch deutlich tiefer in die Tasche greifen, um in den Genuss des japanischen Kombis zu kommen. 

Es gibt zwei Motorisierungen und fünf Ausstattungslinien:

  • Comfort – Das Basismodell ist ab 34.540 Euro bestellbar. Dann aber mit dem 140 PS starken 1.8 Hybrid, der hier als einziger Antrieb erhältlich ist.
  • Business Edition – Diese startet als 1.8 Hybrid bei 35.200 Euro oder als 2.0 Hybrid bei 37.100 Euro.
  • Teamplayer – Eine Stufe darüber kostet der Kombi entweder ab 37.190 Euro oder als größerer Hybrid ab 39.090 Euro.
  • GR Sport – Mindestens 41.630 Euro ruft der Kombi in dieser Ausstattung auf; der 2.0 Hybrid ist hier gesetzt.
  • Lounge – Die Topausstattung wechselt für mindestens 42.440 Euro den Besitzer und bietet diverse weitere Ausstattungen an, die es nur hier gibt.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift schräg vorn rechts
Als GR Sport kostet der Kombi des Toyota Corolla Facelift aktuell ab 41.630 Euro.

Damit werden beim Corolla Touring Sports ab dem GR Sport alle Ausstattungen vorgegeben; lediglich die Außenfarben und die Felgendesigns sind variabel. In den unteren Ausstattungen sind Optionen in Paketen hinzubuchbar, allerdings keine Einzeloptionen.

Alle Corolla fahren mit Vorderachsantrieb.

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Fazit – Typisch Corolla, nur noch attraktiver

Als Facelift zeigt sich der Corolla Touring Sports weiterhin als typischer Toyota, der als Allrounder den zuverlässigen und haltbaren Begleiter mimt. Doch seit dem Generationswechsel wurde die Ansehnlichkeit des Kompakt-Kombis über alle Erwartungen hinaus verbessert, woran auch das Facelift nichts ändert und diesbezüglich nur dezent und äußerst zurückhaltend auffrischt.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift Seite
Wer sich für den Kombi des Corolla entscheidet, erhält eine nicht unbeträchtliche Extraportion an Platz…

Gut, so, denn so attraktiv war keine der Corolla-Baureihe zuvor. Mit modernisierter Technik und viel Ausstattung legt der Japaner ordentlich zu, was sich sogleich auch bei den Preisen für den Corolla bemerkbar macht. So weit weg ist er längst nicht mehr von der Konkurrenz; liegt ausstattungsbereinigt mitunter sogar über dieser.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift schräg hinten links
…nicht nur im Kofferraum, sondern auch für die Fondpassagiere, die auch lange Fahrten gelassen entgegensehen können.

Da gehören nicht nur Fan-Allüren dazu, um sich für den Corolla als solchen zu begeistern. Doch er liefert auch ab, macht im Test keine nennenswerten Fehler und unterstreicht erneut seine Philosophie, als treuer und vielseitiger Begleiter im Alltag zu gelten. Als Touring Sports ganz besonders, denn das Plus an Raum gegenüber dem Fünftürer ist nicht unerheblich. Kein Wunder also, dass sich nahezu drei Viertel aller Corolla-Käufer für den Touring Sports entscheiden.

Toyota Corolla Touring Sports Facelift hinten
An Selbstbewusstsein mangelt es Toyota auch nicht bei der Preispolitik; der begehrteste Corolla wurde deutlich teurer.

Text & Fotos: NewCarz

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Pro & Contra

Pro:

  • ansprechendes Design ohne Mainstream-Allüren
  • harmonisch arbeitender, kräftiger Hybridantrieb
  • sehr sparsam
  • deutlich bessere Platzverhältnisse für Insassen und Gepäck als im Fünftürer

Contra:

  • bei Volllast lautes Motorengeräusch
  • wenig Spielraum für individuelle Ausstattungsoptionen
  • geringe Anhängelast
  • hoher Preis

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Technische Daten: Toyota Corolla Touring Sports 2.0 Hybrid GR Sport

  • Farbe: Super Green Metallic / Schwarz
  • Fahrzeugklasse: untere Mittelklasse (Kompaktklasse) / Kombi
  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,65 x 1,79 (2,09 mit Außenspiegel) x 1,44
  • Radstand (mm): 2.700
  • Antrieb: Reihenvierzylinder- Turbobenziner mit OPF plus E-Motor
  • Hubraum (ccm): 1.987
  • Hybridart: Voll Hybrid
  • max. Leistung Verbrenner/E-Motor: 98 kW (133 PS)/83 kW (113 PS)
  • max. Systemleistung: 131 kW (178 PS)
  • max. Drehmoment Verbrenner/E-Motor (Nm):  190/206
  • Getriebe: stufenlose Automatik CVT
  • Antriebsart: Vorderachse
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 4,4 l/100 km
  • Durchschnittsverbrauch (NewCarz): 4,9 l/100 km
  • CO2-Emissionen (Werksangabe): 100 g/km
  • Abgasnorm (WLTP): 6e 36EA
  • Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (sec): 7,5
  • Wendekreis (m): 10,4
  • Bodenfreiheit (mm): 135
  • Kofferraumvolumen (l): 581 bis 1.591
  • Leergewicht (kg): 1.515
  • Zuladung (kg): 440
  • max. Anhängelast ungebremst/gebremst (kg): 450/750
  • max. Stützlast (kg): 75
  • max. Dachlast (kg): 75
  • Tankgröße (l): 43
  • Kraftstoffart: Benzin E5/E10 mind. 95 Oktan
  • ehem. Neupreis des Testwagens: 40.880 Euro (Basispreis Comfort: 34.540 Euro)

 

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